Fachspezifische Pflegekonzepte

Bobath-Konzept

Das Leitmotiv

ist ein multidisziplinärer, rehabilitativer Ansatz in Therapie und Pflege von Patienten mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems (vorrangig Schlaganfallpatienten). Das Konzept beruht auf der  Entdeckung, dass sich eine Spastik in Abhängigkeit von Lagerung und Stellung des Körpers entwickelt. Die Pflege nach dem Bobath-Konzept wird individuell auf die Bedürfnisse und Ressourcen der Patienten ausgerichtet, durch die Spezialisierung der Pflegekräfte wird die „normale“ Bewegung neu erlernt.

Bobath in der Pflege

Es wird davon ausgegangen, dass die gesunden Hirnregionen die Aufgaben der betroffenen Regionen übernehmen können. Patienten mit Halbseitenlähmungen (Hemiplegiker) neigen dazu, ihre schwerer betroffene (plegische) Seite zu vernachlässigen und somit  die gesunde Seite zu überanspruchen. Dies führt häufig zu erhöhter Spannung der Eigenmuskulatur und dadurch entstehen unkontrollierbare Bewegungen (Spastiken). Unser pflegerisch-therapeutisches Team nimmt den Patienten durch gezielte Positionierung und Mobilisation diese Spannung, so dass alltägliche Bewegungen wieder leichter und vor allem aktiver erfolgen.

Das Bobath- Konzept bezieht durch sensomotorische Reize die stärker betroffene Seite in die Alltagsbewegung ein. Dies führt zu einer Umstrukturierung der Hirnregionen. Diese Umstrukturierung hilft, das Wiedererlernen größtmöglicher Selbständigkeit im Lebensumfeld zu erzielen.

Die Mitarbeiter/innen der Pflege in den Kliniken für Altersmedizin und für Neurologie werden in speziellen Bobath-Kursen geschult und haben klinikintern die Möglichkeit, sich in Workshops gegenseitig zu unterstützen und kollegial zu beraten. Unterstützt werden sie dabei von Anton Münster (Krankenpfleger und Stationsleitung der Station 5 im St. Maria Hilf Krankenhaus) und Martin Enders (Physiotherapeut auf der NR2 Stroke Unit im St. Josef-Hospitals).

 

Anleitung zur präoperativen Hüft-TEP

Die Anleitung zur präoperativen Hüft-TEP dient dem Patienten, Bewegungsabläufe durch die operative Einschränkung bereits vor der OP zu erlernen und zu trainieren. Gemeinsam mit den Mitarbeitern der Pflege wird die Lagerung und Mobilisation unter Berücksichtigung von Bewegungseinschränkungen und Schmerzen besprochen und praktisch angewandt. Dieses erworbene Wissen hilft dem Patienten nach der Operation schneller wieder selbständig und mobil zu werden.