Elektrochemotherapie
Tumoren gezielt behandeln - mit Medikament und elektrischen Impulsen
Die Elektrochemotherapie ist ein spezialisiertes, lokal wirkendes Verfahren zur Behandlung ausgewählter Tumoren und Tumorabsiedlungen an der Haut oder im Unterhautgewebe.
Dabei wird ein Medikament direkt beziehungsweise in der Umgebung des Tumors eingesetzt. Anschließend werden gezielte kurze elektrische Impulse auf das behandelte Gewebe gegeben. Dadurch können die Tumorzellen das Medikament wesentlich besser aufnehmen.
So lässt sich die Wirkung des Medikaments unmittelbar am Tumor verstärken – bei möglichst geringer Belastung des übrigen Körpers.
Die Elektrochemotherapie kann insbesondere dann eine wichtige Behandlungsmöglichkeit sein, wenn ein Tumor nicht gut operiert werden kann, eine Bestrahlung nicht möglich oder nicht sinnvoll ist oder bereits andere Behandlungen erfolgt sind.
Für wen geeignet?
Die Elektrochemotherapie kommt insbesondere bei ausgewählten Tumoren an der Haut oder im Unterhautgewebe infrage.
Mögliche Einsatzbereiche sind unter anderem:
- bestimmte fortgeschrittene Hauttumoren
- wiederkehrende Hauttumoren
- einzelne oder mehrere Tumorabsiedlungen in der Haut
- Tumoren, die nicht oder nur mit einer sehr belastenden Operation entfernt werden könnten
Ob eine Elektrochemotherapie geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem die Art und Größe des Tumors, seine Lage, die Anzahl der Tumorherde und bereits durchgeführte Behandlungen.
Die Entscheidung wird individuell getroffen und erfolgt bei Bedarf gemeinsam mit anderen Fachdisziplinen.
Ablauf der Behandlung (Grafik)

So läuft die Behandlung ab
01 | Untersuchung und Planung
Zunächst beurteilen wir den Tumor und prüfen, ob eine Elektrochemotherapie für Sie geeignet ist.
Dazu werden vorhandene Befunde und Bildaufnahmen ausgewertet. Wenn erforderlich, werden weitere Untersuchungen durchgeführt.
02 | Vorbereitung
Vor der Behandlung erfolgt ein ausführliches ärztliches Gespräch. Dabei erklären wir Ihnen den Ablauf, mögliche Alternativen und die individuellen Risiken.
Das Verfahren kann in Abhängigkeit von der Größe und Zahl der Krebsläsionen in lokaler, regionaler Anästhesie oder Vollnarkose erfolgen. Für eine optimale Schmerztherapie wird selbstverständlich gesorgt.
03 | Medikament
Das für die Behandlung vorgesehene Medikament (Chemotherapeutikum) wird verabreicht. Entweder über die Vene oder lokal in den Tumor injiziert.
04 | Elektrische Impulse
Nach einer genau festgelegten Zeit werden spezielle Elektroden am beziehungsweise im Bereich des Tumors platziert.
Kurze elektrische Impulse machen die Zellmembranen durchlässiger. Dadurch kann das Medikament besonders gut in die Tumorzellen gelangen. Wirkt effektiver gegen den Tumor bei gleichzeitig weniger Nebenwirkungen für den Patienten, die Patientin.
05 | Nachsorge
Nach der Behandlung werden Sie zunächst überwacht.
In den folgenden Wochen kann sich das behandelte Gewebe verändern. Das ist Teil der Reaktion auf die Behandlung und wird bei den Nachkontrollen beurteilt.
Welche Risiken und Nebenwirkungen können auftreten?
Die Elektrochemotherapie ist ein gezieltes Verfahren und wird insgesamt meist gut vertragen. Da die Behandlung direkt am Tumor erfolgt, treten mögliche Nebenwirkungen vor allem im behandelten Bereich auf.
Was kann auftreten?
Schmerzen
Während und nach der Behandlung können Schmerzen auftreten. Eine passende Schmerzbehandlung wird bereits bei der Planung berücksichtigt.
Rötung und Schwellung
Die behandelte Haut kann vorübergehend gerötet, geschwollen oder empfindlich sein.
Wundbildung
Der behandelte Tumor kann sich im Verlauf verändern und abbauen. Dabei kann eine offene Wunde entstehen, die eine entsprechende Wundpflege und Nachkontrollen erforderlich machen kann.
Verzögerte Wundheilung
Je nach Größe und Lage des behandelten Tumors kann die Heilung mehrere Wochen dauern.
Hautveränderungen und Narben
Nach der Behandlung können vorübergehend oder dauerhaft Veränderungen der Haut oder Narben zurückbleiben.
Weitere Nebenwirkungen
Das eingesetzte Medikament kann weitere Nebenwirkungen verursachen. Diese hängen unter anderem von der Dosierung und der Art der Behandlung ab.
Sie möchten wissen, ob eine Elektrochemotherapie für Sie oder Ihre Angehörigen infrage kommt?
Wir beraten Sie gerne. Unser Team der Interventionellen Radiologie prüft gemeinsam mit den behandelnden Fachdisziplinen Ihre Befunde und bespricht mit Ihnen, welche Behandlungsmöglichkeiten in Ihrer individuellen Situation bestehen.
Auch wenn Sie bereits auswärts untersucht oder behandelt wurden, können Sie sich mit Ihren Befunden an uns wenden.
