Radiofrequenzablation (RFA) bei Schilddrüsenknoten

"Gutartige Schilddrüsenknoten können Druck‑ und Engegefühle, Schluckbeschwerden oder sichtbare Vorwölbungen am Hals verursachen. Die Radiofrequenzablation ist ein minimalinvasives, ultraschallgesteuertes Verfahren, mit dem gutartige Schilddrüsenknoten gezielt verkleinert werden können – ohne Operation und ohne Entfernung der Schilddrüse."

Was ist die Radiofrequenzablation?

Bei der RFA wird eine dünne Sonde unter Ultraschallkontrolle direkt in den Schilddrüsenknoten eingeführt. Über diese Sonde wird Wärme abgegeben, die das knotige Gewebe kontrolliert zerstört. Das umliegende Schilddrüsengewebe und damit die Schilddrüsenfunktion bleiben weitgehend erhalten. Diese Behandlung wird unter lokaler Betäubung durchgeführt.

 

Wann kommt die Radiofrequenzablation in Frage?

Die Radiofrequenzablation kann sinnvoll sein bei:

  • gutartigen, symptomatischen Schilddrüsenknoten

  • kosmetisch störenden Knoten

  • Knoten, die trotz medikamentöser Therapie wachsen

  • erhöhtem Operationsrisiko

  • warmen oder kalten Knoten, sofern sie feingeweblich gesichert gutartig sind

Ablauf der Behandlung

Die Behandlung erfolgt in der Regel ambulant oder kurzstationär und unter Lokalanästhesie, sodass die Patient:innen während des gesamten Eingriffs wach bleiben. Nach einer gründlichen Vorbereitung mit Ultraschall, Laborwerten und einer Feinnadelpunktion zur Sicherung der Gutartigkeit wird die optimale Sondenposition festgelegt.

Unter kontinuierlicher Ultraschallkontrolle wird die RFA‑Sonde präzise in den Schilddrüsenknoten eingeführt. Die Lage der Sonde wird während des gesamten Eingriffs überwacht, um angrenzende Strukturen wie Gefäße oder den Stimmbandnerv sicher zu schützen.

Der Knoten wird anschließend abschnittsweise auf 60–100 °C erhitzt. Diese sogenannte Segment‑Ablation stellt sicher, dass alle relevanten Areale des Knotens erfasst werden, ohne das umliegende Schilddrüsengewebe zu schädigen. Die Behandlung erfolgt schrittweise, wobei die Sonde mehrfach umgesetzt wird, bis das gesamte Zielvolumen behandelt ist.

Nach Abschluss der Ablation bleiben die Patient:innen für eine kurze Zeit zur Überwachung in der Klinik. Meist treten nur leichte Beschwerden wie Druckgefühl oder ein kleiner Bluterguss auf. Die meisten Patient:innen sind am selben Tag wieder vollständig mobil und können ihren Alltag rasch wieder aufnehmen.

Welche Vorteile hat die RFA?

  • Erhalt der Schilddrüsenfunktion

  • geringe Belastung, keine Vollnarkose

  • kurze Erholungszeit

  • sehr gute kosmetische Ergebnisse

  • hohe Sicherheit durch Ultraschallsteuerung

  • typische Volumenreduktion 50–80 % innerhalb von 6 Monaten

  • keine Narbenbildung

Wann sind Veränderungen zu erwarten?

Erste Verbesserungen treten meist nach einigen Wochen auf.

Eine deutliche Verkleinerung zeigt sich nach 2–3 Monaten, der volle Effekt wird in der Regel nach 3–6 Monaten erreicht.

Welche Nebenwirkungen und Risiken gibt es?

Die RFA gilt als sehr sicher. Mögliche, meist leichte Nebenwirkungen:

  • vorübergehendes Druckgefühl oder leichte Schmerzen

  • kleine Blutergüsse an der Einstichstelle

  • selten leichte Stimmveränderungen

  • sehr selten Infektionen oder Verletzungen angrenzender Strukturen

Schwere Komplikationen sind selten.

Wie sieht die Nachsorge aus?

Nach der Radiofrequenzablation erfolgt eine strukturierte Nachsorge, um den Behandlungserfolg zu überprüfen und die Schilddrüsenfunktion zu kontrollieren. In den ersten Tagen nach dem Eingriff können leichte Beschwerden wie Druckgefühl oder ein kleiner Bluterguss auftreten, die in der Regel rasch abklingen.

In den folgenden Wochen und Monaten wird der Rückgang des Knotenvolumens regelmäßig mittels Ultraschall beurteilt. Übliche Kontrollzeitpunkte liegen bei 1 Monat, 3 Monaten und 6 Monaten nach der Behandlung. Dabei wird geprüft, wie stark sich der Knoten verkleinert hat und ob weitere Ablationsschritte notwendig sind – was bei sehr großen Knoten gelegentlich sinnvoll sein kann.

Zusätzlich wird die Schilddrüsenfunktion kontrolliert, um sicherzustellen, dass die Hormonproduktion stabil bleibt. Die meisten Patient:innen können ihren Alltag unmittelbar nach dem Eingriff wieder aufnehmen; körperliche Schonung wird lediglich für wenige Tage empfohlen.

 

Kontakt & Terminvereinbarung

Für Fragen zur Radiofrequenzablation der Schilddrüse oder zur Terminplanung steht Ihnen unser Team der Radiologie und Nuklearmedizin gerne zur Verfügung.