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Viszerale Aneurysmen: schonende Behandlung durch Embolisation
"Ein viszerales Aneurysma ist eine Aussackung einer Arterie im Bauchraum, zum Beispiel an der Milz‑, Leber‑ oder Nierenarterie. Solche Gefäßveränderungen können – je nach Größe und Lage – ein Risiko für Blutungen darstellen. Die interventionelle Radiologie bietet hier eine sichere, minimalinvasive Behandlung, bei der das Aneurysma gezielt von innen verschlossen wird."
Was ist ein viscerales Aneurysma?
Ein viszerales Aneurysma entsteht, wenn sich die Wand einer Arterie ausdehnt/einreißt und eine Gefäßaussackung bildet. Häufig betroffen sind:
- Bauchaorta (Aorta abdominalis)
- Milzarterie (A. lienalis)
- Leberarterie (A. hepatica)
- Nierenarterie (A. renalis)
- Darmarterien (A. mesenterica)
Radiologische Diagnostik
Viszerale Aneurysmen werden häufig zufällig entdeckt, zum Beispiel im Rahmen einer Ultraschall‑ oder CT‑Untersuchung. Um die Gefäßaussackung genau beurteilen zu können, ist eine bildgebende Diagnostik notwendig. Dabei werden Größe, Form und Lage des Aneurysmas sowie die Versorgung des betroffenen Organs präzise dargestellt.
Die wichtigsten Verfahren sind:
- CT‑Angiographie (CTA): liefert eine sehr genaue Darstellung der Arterien und zeigt, ob ein Aneurysma vorliegt und wie ausgeprägt es ist.
- MRT‑Angiographie (MRA): eine strahlenfreie Alternative, besonders geeignet bei jüngeren Patienten oder speziellen Fragestellungen.
- Farbduplex‑Sonographie: kann Aneurysmen in bestimmten Regionen sichtbar machen und den Blutfluss beurteilen.
Die radiologische Diagnostik bildet die Grundlage für die Entscheidung, ob eine interventionelle Behandlung sinnvoll und notwendig ist.
Wie läuft die Behandlung ab?
Diagnostik
CT‑ oder MRT‑Angiographie zur genauen Darstellung der Gefäßstruktur und des Aneurysmas.
Katheterzugang
Ein feiner Katheter wird über die Leistenarterie bis zur betroffenen Stelle geführt – unter Röntgenkontrolle.
Verschluss des Aneurysmas
Das Aneurysma wird mit Metallspiralen (Coils) oder einem flüssigen Embolisationsmaterial verschlossen. Dadurch wird der Blutfluss gestoppt und die Gefäßwand entlastet.
Erhalt der Organversorgung
Die gesunden Gefäßabschnitte bleiben offen, sodass die Durchblutung des Organs erhalten bleibt.
Abschlusskontrolle
Direkte Kontrolle des Erfolgs mit Kontrastmittel, anschließend kurzer Aufenthalt zur Beobachtung.
Die Embolisation dauert meist 30–60 Minuten. Nach einer kurzen Überwachung kann der Patient in der Regel am selben oder nächsten Tag nach Hause gehen.
Vorteile der Intervention
- kein chirurgischer Schnitt
- geringes Risiko und kurze Erholungszeit
- präzise, bildgesteuerte Behandlung
- Erhalt der Organfunktion
- sehr gute Langzeitergebnisse
Risiken und Nebenwirkungen
Die Behandlung ist insgesamt sehr sicher. Mögliche, meist leichte Nebenwirkungen:
- Druckgefühl oder Schmerzen an der Einstichstelle
- kurzzeitiges Fieber oder Müdigkeit
- selten Gefäßverengungen oder Nachblutungen
Schwere Komplikationen sind äußerst selten und werden durch erfahrene Interventionsteams minimiert
Kontakt & Terminvereinbarung
Wenn Sie Fragen zur Behandlung viszeraler Aneurysmen haben oder eine persönliche Einschätzung wünschen, steht Ihnen unser Team der Radiologie und Nuklearmedizin gerne zur Verfügung. Wir prüfen Ihre Befunde sorgfältig, erklären Ihnen die möglichen Therapieoptionen und besprechen gemeinsam, ob eine interventionelle Behandlung für Sie geeignet ist.