Hebammenschule

Kompetenz für verantwortliches Handeln

Die erfahrenen Mitarbeiterinnen der Hebammenschule führen junge Frauen auf der Basis moderner Lernkonzepte und Curricula in ihre künftigeTätigkeit ein, in der sie ihre Aufgaben eigenverantwortlich übernehmen werden. Hebammen und Ärzte in den unterschiedlichen praktischen Lehreinrichtungen, den Kliniken und den geburtshilflichen Abteilungen begleiten die Schülerinnen bei ihrer Ausbildung in der Praxis. Aus den gemeinsamen Erfahrungen und Erkenntnissen entwickelt sich das berufliche Selbstverständnis der beruflichen Tätigkeit. Die Mitwirkung in verschiedenen berufs- und bildungspolitischen Gremien sichert die Bildungsqualität. Der Austausch über akademisch wissenschaftliche Entwicklungen gewährleistet den beruflichen Fortschritt.

Die Hebammenschule hat eine bewegte Geschichte. Sie ist ein Spiegel der Zeit, vor allem der medizinischen Entwicklung und der Situation der Frauen im Ruhrgebiet. Die Einflüsse und Veränderungen stellten immer wieder neue Anforderungen an die Ausbildung und Beruf. So war die Hebammenschule von Anfang an ein wesentlicher Garant, um die Qualität der Betreuung von Frauen und Neugeborenen in Bochum auf hohem Niveau zu sichern. Seit 1906 erfüllt die Hebammenschule ihren Bildungsauftrag für das Hebammenwesen und für die Region. Zuerst war sie in der Trägerschaft der Landesfrauenklink, 1982 wurde sie vom St. Elisabeth-Hospital übernommen. Seit 1999 gehört sie zum gemeinsamen Bildungsinstitut des Katholischen Klinikums Bochums.

Die Tätigkeiten der Hebamme lassen sich in verschiedene Teilgebiete gliedern:
  • Schwangerenvorsorge, Schwangerenfürsorge, Geburtsvorbereitung
  • Leitung der normalen Entbindung, erste Versorgung von Mutter und Kind
  • Überwachung der Mutter und des Kindes während der Wochenbettzeit, Betreuung beim Stillen, Gesundheitsfürsorge und -vorsorge

Berufsbild

Expertin für Schwangerschaft und Geburt

Die Hebamme bzw. der Entbindungspfleger sind medizinische Fachkräfte mit eigenständigen Kompetenzbereichen. Sie bilden mit den Geburtshelfern und -helferinnen ein „geburtshilfliches Team“. Neben einer hohen fachlichen Kompetenz wird von der Hebamme erwartet, dass sie vor allem die Fähigkeit hat, Frauen achtsam und mit persönlicher Zuwendung in der Schwangerschaft und während der Geburt zu begleiten.

Expertin für Schwangerschaft und Geburt

Zu ihrem Aufgabengebiet gehören die Fürsorge, die Überwachung und die Beratung während der Schwangerschaft, der Geburt und des Wochenbettes. Sie hat die Kompetenz, physiologisch verlaufende Geburten in eigener Verantwortung zu leiten sowie das Neugeborene und den Säugling zu versorgen. Sie muss Anzeichen, die auf Abweichungen von normalen Befunden hinweisen, erkennen und wissen, wann ein Arzt zur Geburt hinzugezogen werden muss. In Notfällen ergreift sie bis zum Eintreffen des Arztes adäquate Maßnahmen.

Die Tätigkeiten der Hebamme lassen sich in verschiedene Teilgebiete gliedern:
  • Schwangerenvorsorge, Schwangerenfürsorge, Geburtsvorbereitung
  • Leitung der normalen Entbindung, erste Versorgung von Mutter und Kind
  • Überwachung der Mutter und des Kindes während der Wochenbettzeit, Betreuung beim Stillen, Gesundheitsfürsorge und -vorsorge

Die Berufsausübung ist durch Gesetze und Dienstordnungen verbindlich geregelt. Sie kann in verschiedenen Formen erfolgen: als angestellte Hebamme oder als freiberufliche Hebamme. Freiberuflich arbeitet die Hebamme als Beleghebamme oder auch als Familienhebamme. Als angestellte Hebamme ist sie meistens in einem Kreißsaal, auf einer Wochen- oder geburtshilflichen Station tätig.

Hebamme mit Baby

Lehr- und Lernkonzept

Praxis- und handlungsorientiertes Lernen

Unsere Lehr- und Lernkonzepte orientieren sich an unserem Schulleitbild. Die Ausbildung wird nach der „Empfehlenden Ausbildungsrichtlinie für staatlich anerkannte Hebammenschulen in NRW“ durchgeführt.

Praxis- und handlungsorientiertes Lernen
Die Richtlinie unterscheidet fächerintegrative Lernbereiche:
  • Kernaufgaben der Hebammentätigkeit bei regelrechtem Verlauf
  • Komplexe Aufgaben der Hebammentätigkeit bei regelwidrigem Verlauf
  • Zielgruppen, Institutionen und Rahmenbedingungen von Hebammentätigkeit
  • Ausbildungs- und Berufssituationen von Hebammen


Wir motivieren zu eigenständigem und offenem Lernen, bilden handlungsorientiert aus und vermitteln die notwendigen Kompetenzen für die Berufsausübung. Wir lehren diese Fähigkeiten nicht nur in der Theorie, sondern begleiten unsere Auszubildenden intensiv während der praktischen Ausbildung im Kreißsaal und auf der Wöchnerinnenstation.


Während der Ausbildung motivieren wir die Schülerinnen zu berufspolitischem Engagement und zur Weiterbildung.

  • Wir fördern die aktive Mitwirkung im Bundeshebammenschülerrat.
  • Wir bieten den Schülerinnen ein externes Ethikseminar.
  • In unserer Schulbibliothek können sich die Schülerinnen Literatur ausleihen.
  • Für Recherchen steht ein Internetzugang zur Verfügung.
  • Einmal während der Ausbildung wird von den Schülerinnen eine Klassenfahrt organisiert. Dabei werden Hebammenschulen, Hebammenpraxen und geburtshilfliche Abteilungen im europäischen Ausland besucht. Die Kosten für die Klassenfahrt trägt jede Hebammenschülerin selbst.
  • Den Schülern wird darüber hinaus die Möglichkeit geboten, an aktuellen Ausstellungen, Kongressen oder Tagungen teilzunehmen, die das Wissen berufsspezifischer Inhalte vertiefen. Kosten hierfür müssen teilweise oder selbst getragen werden.

Ausbildung

Voraussetzungen für die Ausbildung

Die gesetzlichen Zugangsvoraussetzungen entsprechen Mindestanforderungen und richten sich nach den Bestimmungen der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Hebammenausbildung vom 19. November 1986.

Aufnahmealter:

Vollendetes 17. Lebensjahr

Schulbildung:
  • Abgeschlossene Fachoberschulreife oder eine andere gleichwertige Schulbildung
  • Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene, mindestens 2-jährige Berufsausbildung
  • Hauptschulabschluss und die Erlaubnis als Krankenpflegehelfer/in, Gesundheits- und Krankenpflegeassistenz (neue Bezeichnung)
  • Die Schulbildung und Vorbildung allgemein sollte den Anforderungen der Hebammenausbildung und der späteren Berufsausübung entsprechen

Die gesundheitliche und persönliche Eignung muss gegeben sein. Ein Praktikum in Kreißsaal oder Krankenhaus vor Beginn der Ausbildung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, jedoch für die Berufsentscheidung sinnvoll.

Inhalt und Ablauf

Drei Jahre Vollzeitjob

Die Ausbildung zur Hebamme ist bundeseinheitlich gesetzlich geregelt und dauert drei Jahre. Für examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen ist auf Antrag eine zwölfmonatige Verkürzung möglich, sofern ein Platz im Mittelkurs dafür zur Verfügung steht.

Unterbrechungen durch Schwangerschaft, Krankheit oder aus anderen von der Schülerin nicht zu vertretenden Gründen werden bis zu einer Gesamtdauer von zwölf Wochen, bei verkürzter Ausbildung bis zu höchstens vier Wochen je Ausbildungsjahr angerechnet.

Der theoretische Unterricht umfasst mindestens 1.600 Stunden und wird an ein bis zwei Studientagen je Woche sowie in Unterrichtswochen erteilt.

Gesetzlich vorgesehene Unterrichtsfächer sind u. a. Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde, Psychologie, Pädagogik, Physik, Anatomie und Physiologie, Krankheitslehre, Krankenpflege, Arzneimittellehre, Geburtshilfe, Schwangerenvorsorge, Betreuung im Wochenbett, Kinderheilkunde, Neugeborenen- und Säuglingspflege.

Einzelne Unterrichtsreihen werden durch Seminare, Vorträge oder Diskussionsrunden ergänzt:
  • In der Schwangerenbetreuung
  • Aufgaben der Familienhebamme
  • Schwangerschaftskonfliktberatung
  • Einführung in die Grundlagen der Homöopathie
  • Geburtsvorbereitung
  • Integration der Osteopathie
  • Betreuung des Neugeborenen
  • Babymassage
  • Angeborene Erkrankungen oder Fehlbildungen

Die praktische Ausbildung umfasst mindestens 3.000 Stunden. Einsatzgebiete sind u.a. im Kreißsaal, Wochenstation, Schwangerenberatung, Hebammenpraxis, Neugeborenenabteilung, Kinderklinik, konservative und operative gynäkologische Station.

Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 38,5 Stunden. Die Ausbildung ist kostenfrei. Die Auszubildenden erhalten z. Zt. im ersten Ausbildungsjahr eine monatliche Ausbildungsvergütung in Höhe von ca. 1040,69 € brutto, im 2. Ausbildungsjahr ca. 1102,07 € und im 3. Ausbildungsjahr ca. 1203,38 €. Ein Teil der Lehrbücher wird zur Verfügung gestellt. Dienstkleidung wird zur Verfügung gestellt. Berufsschuhe müssen selbst gekauft werden.

Nach erfolgreicher und regelmäßiger Teilnahme an der Ausbildung wird die Zulassung zur staatlichen Prüfung erteilt. Die Prüfung wird vor dem staatlich bestellten Prüfungsausschuss der Hebammenschule abgelegt. Mit bestandener Prüfung erhält die Schülerin die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung „Hebamme“.

Bewerbung

Bewerbung für die Ausbildung

Die Ausbildung beginnt jeweils am 1. April eines Jahres. Bewerbungsunterlagen können jederzeit eingereicht werden. Wir bestätigen den Erhalt Ihrer Bewerbungsunterlagen und teilen Ihnen Ihre Bewerbernummer und Hinweise über das weitere Verfahren mit. Schicken Sie bitte Ihre Unterlagen ohne Mappen oder Schnellhefter!

Bitte reichen Sie uns folgende Unterlagen ein:
  • Bewerbungsanschreiben mit kurzer Motivationserklärung
  • einen tabellarischen Lebenslauf
  • ein Passbild mit dem Namen auf der Rückseite
  • eine, an sich selbst adressierten und mit 1,45€ frankierten Briefumschlag DIN C4 sowie zwei an sich selbst adressierte und mit 0,70 € frankierte Briefumschläge DIN C6 (oder DIN C6 mit Fenster)
  • Fotokopien von Geburts- und Heiratsurkunde und evtl. Scheidungsurkunde
  • Fotokopien der Abschlusszeugnisse der besuchten Schulen bzw. des letzten Schulzeugnisses
  • Fotokopien von Ausbildungsnachweise, Prüfungszeugnisse und Berufsanerkennungen
  • Fotokopien von Tätigkeits- und/oder Praktikumsnachweisen

Bitte schicken Sie Ihre Unterlagen ohne Mappen oder Schnellhefter. Ein ärztliches Zeugnis über die geistige und körperliche Eignung für den Beruf der Hebamme / des Entbindungspflegers und ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis sind erst auf Anforderung vorzulegen. Ausländische Bewerber müssen zusätzlich einen Nachweis über ausreichende Deutschkenntnisse und eine gültige Arbeitserlaubnis vorlegen.

In das Auswahlverfahren kommt nur eine schriftliche, vollständige Bewerbung!

Ganzjährig finden Vorstellungsgespräche statt. Diesen Vorstellungsgesprächen wird ein Aufnahmetest vorangestellt, um möglichst vielen Bewerberinnen eine Chance zum persönlichen Kontakt zu geben. Die Entscheidung über eine Aufnahme wird danach erfolgen.

Team

So erreichen Sie uns

BIGEST - Hebammenschule

Günnigfelder Straße 176
44793 Bochum

Telefon 0234/524080
Telefax 0234/9503121