4.077

Operationen jährlich

3325

ambulante Behandlungen

91

Weiterempfehlungsrate (in %)

Schwerpunkte

  • Halsschlagader
  • Bauchschlagader (Aneurysma/Verschluss)
  • Durchblutungsstörungen
  • Gefäßmissbildungen
  • Tiefe Beinvenenthrombose
  • Alte Thrombosen / Postthrombotisches Syndrom
  • Krampfadern (Varizen)
  • Shunt-­Zugänge
  • Gefäß- und Dialysezugänge

Operationen und Katheterinterventionen (Stenting) an den Halsschlagadern

Durchblutungsstörungen an den hirnversorgenden Arterien sind eine der häufigsten Todesursachen und die häufigste Ursache für dauerhafte Pflegebedürftigkeit. Die operative Rekonstruktion der Halsgefäße kann bei einer geringen operativen Belastung und sehr geringem operativem Risiko einem Schlaganfall wirkungsvoll vorbeugen. Dank einer hohen Zahl auch komplizierter Halsschlagaderoperationen haben wir besonders viel Erfahrung auf diesem Gebiet und eine besonders niedrige Komplikationsrate im Landes- und Bundesvergleich. In besonderen Fällen (z.B. der seltenen erneuten Verengung der Halsschlagader nach einer Operation) kann auch eine Katheterbehandlung (PTA) der Engstelle die geeignete Therapie darstellen, die wir dann in Zusammenarbeit mit der radiologischen Klinik durchführen.

Operationen an der Bauchschlagader bei Aneurysmen (Aussackungen) oder bei Verschlüssen

Unter Aneurysmen versteht man Erweiterungen von Schlagadern, die in allen Körperregionen auftreten können, überwiegend jedoch die Bauchschlagader unterhalb der Nierenschlagadern betreffen. Die Hauptgefahr besteht in einem plötzlichen Platzen der Schlagader mit innerem Verbluten. Bei einem Großteil der Operationen werden sogenannte Aortenstents eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren, das ohne die sonst erforderliche Öffnung der Bauchhöhle auskommt. Für diese speziellen Eingriffe steht eine "Angio-Suite" zur Verfügung, die gemeinsam mit unserer Radiologie betrieben wird.
Sollte für Sie eine offene Operation geplant sein werden wir prüfen, ob Sie für das moderne und besonders schonende "Fast Track" Verfahren in Frage kommen. Für große Operationen an der Hauptschlagader (Aorta) ist das Gefäßzentrum besonders geeignet. Im Jahr 2014 wurden 47 offene Operationen an der Aorta wegen eines Bauchaortenaneurysmas oder einer arteriellen Verschlusskrankheit vorgenommen. Im Vergleich zum Fallaufkommen anderer Kliniken (Gefäßchirurgie 20:376-384;2015) zählt das Gefäßzentrum zu den Einrichtungen mit der höchsten Fallzahl (Top fünf Prozent). Gerade bei komplizierten Eingriffen an der Hauptschlagader ist es wichtig, dass die Operateure bestmöglich trainiert sind.

Durchblutungsstörungen der Becken-­ und Beinschlagadern (pAVK)

Sämtliche konservativen oder operativen Behandlungsverfahren kommen zur Anwendung. Neben den operativen Methoden wie Ausschälplastik, Bypässe im Bereich des Unterschenkels (sog. crurale Bypässe) und Bypässe bis auf kleine Fußschlagadern (sog. pedale Bypässe) werden moderne minimal­invasive Techniken wie die Ballon­katheter­aufdehnung (PTA) oder Einbringen von Gefäßstützen (Stent) in großer Zahl angewandt.

Missbildungen des arteriellen und venösen Systems

Gefäßmissbildungen entstehen in der frühen Entwicklung im Mutterleib, wahrscheinlich schon in der 6. Lebenswoche. Etwa sechs Prozent der Neugeborenen werden mit einer Fehlbildung geboren. Das klinische Bild hängt stark von der Ausprägung des Gefäßfehlers ab. Am häufigsten sind vorwiegend das Venensystem betreffende Gefäßfehler. Eine frühzeitige Diagnostik sollte möglichst schon zwischen dem 3. und 7. Lebensjahr erfolgen. Eine Behandlung kann operativ oder nicht operativ (Sklerosierung, Lasertherapie, interventionel­radiologisch) oder in Kombination erfolgen. Eine unsachgemäße Behandlung kann zu einer Verschlimmerung und sogar zum Gliedmaßen­verlust führen. Oft sind mehrere Behandlungs­schritte erforderlich. Das können wir in unserem Krankenhaus durch eine gute interdiziplinäre Zusammenarbeit mit der Röntgen­abteilung und der Hautklinik anbieten.

Medikamentöse und operative Behandlung der Beinvenenthrombose

Venen sind Blutleiter, die Blut aus den Organen und Extremitäten zum Herzen zurück führen. Bei der tiefen Becken- oder Beinvenenthrombose kommt es zu einer kompletten oder inkompletten Verstopfung der Venen durch ein Blutgerinnsel. Ein Teil des in den tiefen Venen vorhandenen Blutgerinnsels kann sich ablösen und mit dem Blutstrom in die Lunge gelangen (sog. Lungenembolie). Die Behandlung ist abhängig von der Ausdehnung und dem Alter der Thrombose, aber auch von den vorhandenen Begleiterkrankungen. Allen Behandlungen ist in der Regel eine sechsmonatige Blutverdünnung mit Heparin oder Marcumar sowie eine (oft auch lebenslange) Kompressionsbehandlung gemeinsam. Reicht die Thrombose über die Leistenregion hinaus ins Becken, kann eine operative Therapie sinnvoll sein. Dabei wird über einen kurzen Leistenschnitt die tiefe Vene freigelegt und mit einem Ballonkatheter die Gerinnsel geborgen. Sollte sich als Ursache eine Engstelle der Beckenvene zeigen, kann diese in gleicher Sitzung mittels Ballonaufdehnung und Stentanlage (Gefäßstütze aus feinem Draht) beseitigt werden.

Operative Behandlung älterer Thrombosen der Beckenvene und der Hohlvene

Sollte es nach einer Becken­venen­thrombose trotz konservativer Therapie zu einer starken Schwellneigung oder gar einem Unterschenkelgeschwür kommen, kann eine kathetergesteuerte Wiedereröffnung die Symptome lindern. Ob dieses Verfahren im individuellen Fall möglich ist, können wir durch eine Ultraschall- und Kontrast­mittel­untersuchung klären und eine Wiedereröffnung mittels sog. Stents in einer Operation durchführen.

Entfernung oder Reparatur von Krampfadern

Hierzu wurde eine interdisziplinäre Einrichtung etabliert, die gemeinsam mit unserer Dermatologie betrieben wird. Im Venenzentrum werden sämtliche Therapieoptionen zur Behandlung von Venenerkrankungen vorgehalten. Im Jahr 2016 wurden dort über 2000 Venenoperationen vorgenommen.

Neben einfachen und wiederkehrenden Krampfadern behandeln wir sog. Beckenkrampfadern (pelvine Insuffizienz).

Der dauerhafte Zugang für Ihre Hämodialyse

In enger Zusammenarbeit mit Ihrem behandelnden Nephrologen (Nierenspezialist), planen wir und legen Zugänge (Shunt) für die Dialysetherapie an. Dabei legen wir besonderen Wert darauf, diese aus körpereigenen Gefäßen herzustellen.

Zugang zur Chemotherapie und zur kurzfristigen Hämodialyse

In unserer Gefäßchirurgie werden täglich mehrere Gefäßzugänge (Port) zur Chemotherapie oder Ernährung über eine Infusion Eingebracht. Zusätzlich werden künstliche Zugänge für die Dialysetherapie geschaffen. Dieser Zugang ist meist als Akutlösung gedacht, wenn eine Dialysetherapie sofort eingeleitet werden muss und noch kein Shuntzugang vorhanden ist oder zur kurzfristigen Überbrückung, wenn ein Shuntzugang ein Problem aufweist.

So erreichen Sie uns

St. Josef-Hospital

Klinikum der Ruhr-Universität Bochum

Gudrunstraße 56
44791 Bochum

Telefon 0234/509-0
Telefax 0234/509-3995

Sekretariat

Martina Helmer

Telefon 0234/509-2270
Telefax 0234/509-2272

Reguläre Sprechstunde

Mo. - Do.: 8.30 - 16.00 Uhr
Fr.: 8.30 - 14.00 Uhr

Shuntsprechstunde

Beratung über Dialysezugänge

Di.: 13.00 - 16.00 Uhr

Privatsprechstunde

Mo., Di., Do.: 14.00 - 16.00 Uhr

Notfälle

24 Stunden über die zentrale Patientenaufnahme

Entlassmanagement

Andrea Rudorf

Telefon 0234/509-2730

Gefäßchirurgische Ambulanz

Claudia Eichenlaub

Telefon 0234/509-2275

Medizinische Leitung

Prof. Dr. Achim Mumme

Direktor

Gefäßchirurgie

0234/509-2270 Vita

Forschungsprojekte

  • Minimal invasive Verfahren zur Behandlung von Erkrankungen der Bauchschlagader
  • Methoden zur Verhinderung von Krampfadernrezidiven
  • Venenerhaltende Krampfadernchirurgie
  • Bypasschirurgie bei Diabetikern
  • Entwicklung neuer Methoden zur Thrombosediagnostik und Therapie

Aktuelles

15 Ärzte des Katholischen Klinikums Bochum unter den Top-Medizinern in Deutschland

05.06.2018

Neue Ausgabe des Magazins FOCUS-Gesundheit erschienen

Das Katholische Klinikum Bochum (KKB) mit seinen Universitätskliniken St. Josef-Hospital und St. Elisabeth-Hospital gehört weiterhin zu den führenden Krankenhäusern in Deutschland. In der neuen Ausgabe des Magazins FOCUS Gesundheit unter dem Titel „Deutschlands Top-Ärzte“ sind insgesamt 15 Mediziner gelistet, die von ärztlichen Kollegen und von Patienten als besonders leistungsstark gewürdigt werden. Damit gehört der KKB-Verbund zur Spitzengruppe. Drei Ärzte aus dieser Liste sind gleich in zwei Kategorien aufgeführt, so dass sich insgesamt 18 Top-Bewertungen ergeben.

 

Ermittelt wird auch, ob innerhalb einer ärztlichen Disziplin bestimmte Spezialgebiete abgedeckt werden, welche Eingriffe und Behandlungen ein Arzt anbietet und wie häufig er sie vornimmt. Zu den Kriterien zählt darüber hinaus die wissenschaftliche Aktivität, etwa über Publikationen oder die Teilnahme an klinischen Studien.

 

Aufgeführt werden in der Liste:

                                                                           

  • Waldemar Uhl (Bauchchirurgie und Tumoren des Verdauungstrakts)
  • Andreas Mügge (Bluthochdruck und Kardiologie)
  • Achim Mumme (Gefäßchirurgie und Venen)
  • Eggert Stockfleth (Hautkrebs)
  • Ralf Gold und Priv. Doz. Dr. Kerstin Hellwig (Multiple Sklerose)
  • Juris Meier (Diabetes)
  • Stefan Dazert (Hals-Nasen-Ohren)
  • Norbert Teig (Neonatologie)
  • Klaus Hoffmann (Botox & Filler)
  • Anke Reinacher-Schick (Tumoren des Verdauungstrakts)
  • Markus Stücker und Prof. Stefanie Reich-Schupke (Venen)
  • Uwe Schauer (Neurodermitis)
  • Irenäus Adamietz (Strahlentherapie)

Kardiologie und Gefäßchirurgie des Katholischen Klinikums Bochum ausgezeichnet

07.12.2017

  • Prominente Platzierung in der FOCUS-Liste „Schutz für das Herz“       

Auch in der Kardiologie und Gefäßchirurgie zählt das Katholische Klinikum Bochum (KKB) zu denbesten Krankenhäusern in Deutschland. Dies ergibt sich aus der neu erschienenen Klinik- und Ärzteliste des Magazins FOCUS mit dem Titel „Schutz für das Herz“. Gelistet sind dort nicht nur die Abteilungen als ganze, sondern als Person auch die jeweiligen Chefärzte, Prof. Andreas Mügge (Kardiologie) und Prof. Achim Mumme (Gefäßchirurgie). Maßstab für die Klinikliste sind Reputation, Hygiene- und Pflegestandard sowie die Patientenzufriedenheit, bei der Ärzteliste kommen Indikatoren wie wissenschaftliche Aktivitäten, Spezialgebiete u.a. hinzu. Bereits in zahlreichen anderen FOCUS-Listen dieses Jahres und vergangener Jahre war das KKB mit dem St. Josef-Hospital und dem St. Elisabeth-Hospital an prominenter Stelle vertreten.

AOK-Gesundheitstalk

13.11.2017

Schwere Beine, geschwollene und schmerzende Waden, sichtbare Besenreiser oder sogar Krampfadern.
Quer durch alle Altersgruppen haben jede fünfte Frau und jeder sechste Mann ein Venenproblem, das medizinisch behandelt werden müsste.
Doch wie kann man Venenerkrankungen vorbeugen? Wann handelt es sich um eine ernsthafte Erkrankung? Wann muss man zum Arzt? Wann ist eine Operation erforderlich? Warum hilft Bewegung? Welche Angebote haben die Krankenkassen? Und kann man Sport oder sogar Leistungssport trotz einer Venenschwäche treiben?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen geben namhafte Experten beim AOK-Gesundheitstalk im LCC

Auf dem Podium: Prof. Dr. Markus Stücker (Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie DGP, leitender Arzt am Venenzentrum der Dermatologischen und Gefäßchirurgischen Kliniken der Ruhr-Universität Bochum), Dr. med. Erika Mendoza (Allgemeinärztin mit Schwerpunkt Phlebologie, Buchautorin, DGP-Generalsekretarin), Mike Ivica Muretić (Physiotherapeut der U23 von Borussia Dortmund) sowie Tom Ackermann (Vorstandsvorsitzender der AOK ). Moderation: Sven Prege

Professor Markus Stücker bei dem AOK-Gesundheitstalk am 13.11.2017

St. Josef-Hospital Bochum zählt zu den besten Krankenhäusern in Deutschland

04.10.2017

  • Top-Platzierungen in der neuen FOCUS-Klinikliste 2018

Das St. Josef Hospital in Bochum zählt zu den führenden Krankenhäusern in Deutschland. In der heute veröffentlichten Klinikliste 2018 des Nachrichtenmagazins FOCUS rangiert das Haus auf Platz 28,  in Nordrhein-Westfalen Platz auf Platz sieben und im Ruhrgebiet auf Platz zwei. In die stark beachtete Klinikliste fließen zahlreiche Bewertungskriterien und Kennzahlen ein. Dazu zählen die medizinische Leistung (Fallzahlen, Komplikationsquoten, technische Ausstattung, Zahl und Qualifikation der Ärzte und Pflegekräfte, Hygiene), positive Empfehlungen anderer Ärzte der jeweiligen Fachrichtung, Qualitätskennzahlen und die Ergebnisse einer groß angelegten Patienten-Umfrage unter 400.000 Mitgliedern der Techniker-Krankenkasse.

Besonders hoch bewertet wurden in der Umfrage die Neurologie, die Diabetologie, die breit aufgestellte Krebstherapie sowie darüber hinaus die Kardiologie (Direktor Prof. Andreas Mügge) und Gefäßchirurgie (Direktor Prof. Achim Mumme). In der Neurologie (Direktor Prof. Ralf Gold) wird besonders die Behandlung von Multipler Sklerose (MS) hervorgehoben, aber auch von Parkinson und Alzheimer. Die Diabetologie betreut unter Leitung von Chefarzt Prof. Juris Meier die erwachsenen Patienten, während in der Universitätskinderklinik Dr. Eggert Lilienthal für die jüngeren Patienten verantwortlich zeichnet. In der Darmkrebs-Therapie gibt es eine enge Kooperation zwischen der Allgemein- und Viszeralchirurgie (Direktor Prof. Waldemar Uhl) und der Onkologie (Chefärztin Prof. Anke Reinacher-Schick).

Das St. Josef-Hospital gehört zum Katholischen Klinikum Bochum (KKB). PD Dr. Christoph Hanefeld, Medizinischer Geschäftsführer des KKB): „Qualität der Arbeit ist in unserem Haus oberstes Gebot. Die erneute Top-Platzierung in der FOCUS-Klinikliste ist dafür eine schöne Bestätigung und gleichzeitig eine weitere Ermutigung, diesen Weg konsequent fortzusetzen.“

14 Ärzte des Katholischen Klinikums Bochum unter den Besten in Deutschland

23.06.2017

Das Katholische Klinikum Bochum (KKB) hat seine Reputation in zahlreichen ärztlichen Fachgebieten erneut unter Beweis gestellt. 14 Mediziner sind in der neuen Ärzteliste des Magazins FOCUS (KKB) unter dem Titel „Deutschlands Top-Ärzte“ vertreten, einige von ihnen gleich mehrfach. Die Ärzteliste erscheint seit Jahren bundesweit und wird in der Medizin, bei Patienten und in der medialen Öffentlichkeit stark beachtet.

Ausgewertet wurden u.a. Empfehlungen von Patienten und Ärzten, die Beteiligung an klinischen Studien und die wissenschaftliche Dynamik. Dabei wird untersucht, wie viele Veröffentlichungen der jeweilige Arzt in den vergangenen fünf Jahren in seriösen Publikationen aufzuweisen hat.

Gelistet sind aus den Reihen des Katholischen Klinikums Bochum:

Prof. Waldemar Uhl (Bauchchirurgie und Tumoren des Verdauungstrakts), Prof. Anke Reinacher-Schick (Tumoren des Verdauungstrakts), Prof. Ralf Gold (Multiple Sklerose), Priv. Doz. Dr. Kerstin Hellwig  (Multiple Sklerose), Prof. Stefan Dazert (Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde), Prof. Juris Meier (Diabetologie), Prof. Michael Nauck (Diabetologie), Prof. Andreas Mügge (Kardiologie und Bluthochdruck), Prof. Eggert Stockfleth (Hautkrebs), Prof. Uwe Schauer (Neurodermitis), Prof. Achim Mumme (Gefäßchirurgie), Prof. Irenäus Adamietz (Strahlentherapie), Dr. Norbert Teig (Neonatologie), Dr. Klaus Hoffmann (Schönheitsmedizin (Botox/Filler))

Einzige Professur für Phlebologie kommt nach Bochum

10.01.2017

  • Jeder dritte Deutsche leidet unter Venenerkrankungen, doch geforscht wird kaum

Bochum, 10. Januar 2017. Erkrankungen der Venen sind in Deutschland ein Massenphänomen. Rund 20 Prozent der Bevölkerung haben ein behandlungsbedürftiges Venenleiden. In erster Linie handelt es sich dabei um Krampfadern. Nimmt man Thrombosen und offene Beine hinzu, steigt die Zahl der Erkrankten auf rund ein Drittel. Dennoch ist die Phlebologie, die ärztliche Fachrichtung zur Behandlung von Venenleiden, in der Universitätsstruktur bisher wenig berücksichtigt und wird nur nachgeordnet als Teil der Dermatologie, Chirurgie, Allgemein- oder Inneren Medizin gelehrt. Größere Forschungen bleiben trotz des hohen Bedarfs aus. Einen eigenen Lehrstuhl bzw. eine eigene Professur gibt es in Deutschland nicht. Dies ändert sich nun: Zum 15. Januar 2017 wird an der Ruhr-Universität  Bochum eine Stiftungsprofessur eingerichtet. Übernommen wird sie von Priv. Doz. Dr. Stefanie Reich-Schupke (39).

Vor diesem Hintergrund stößt die Ruhr-Universität in einen neuen akademischen Bereich vor. Die Professur wird der dermatologischen Universitätsklinik der RUB (Direktor: Prof. Eggert Stockfleth) angegliedert und von der Bauerfeind AG, einem Hersteller medizinischer Hilfsmittel, gestiftet. Ferner wird sie zur Stärkung der Forschung zu Venenleiden in der Klinik für Gefäßchirurgie (Direktor: Prof. Achim Mumme) dienen.

Ihren Arbeitsplatz wird Dr. Reich-Schupke im Venenzentrum Bochum haben, dem größten seiner Art im Ruhrgebiet und einem der größten in Deutschland. Getragen wird das Venenzentrum von den Kliniken für Dermatologie und Gefäßchirurgie des St. Josef-Hospitals Bochum.

Initialzündung für die Forschung

„Venenerkrankungen sind in der Medizin enorm wichtig. Millionen Menschen leiden darunter“, betont Dr. Reich-Schupke. „Wir wollen die Sichtbarkeit des Fachs stärken und eine Initialzündung für nationale und internationale Forschung auslösen.“ Prof. Markus Stücker, Geschäftsführender Direktor der Dermatologie im St. Josef-Hospital, ergänzt: „In unserem Venenzentrum werden bereits jetzt alle international verfügbaren Verfahren zur Diagnostik und Therapie der Venenleiden angeboten. Durch die Stiftungsprofessur können diese Verfahren noch weiter optimiert werden.“

Auch die universitäre Lehre soll weiterentwickelt werden. Ärzte können sich in der Phlebologie bisher nicht als Facharzt qualifizieren, sondern nur eine Zusatzbezeichnung erwerben. Ziel ist es, die Phlebologie als Fach zu stärken, die Lehrveranstaltungen zu systematisieren und das Angebot fachorientiert zu erweitern.

Dr. Reich-Schupke studierte in Bochum und Zürich Medizin. Nach zehn Jahren an der Klinik für Dermatologie der Ruhr-Universität (zuletzt als Oberärztin) wechselte sie als Chefärztin für Dermatologie und Phlebologie an die Artemed Fachklinik in Bad Oeynhausen. Seit 2015 übt sie eine Praxistätigkeit aus und engagiert sich mit Lehraufträgen an der RUB sowie der Universität Witten-Herdecke.

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