Maßgeschneiderte Behandlung

Die Sektion Diabetologie, Endokrinologie und Stoffwechsel ist auf Erkrankungen des Hormonsystems und des Stoffwechsels spezialisiert. Schwerpunkte sind alle Arten des Diabetes mellitus einschließlich seiner Folgeerkrankungen, Erkrankungen der Schilddrüse, des Knochenstoffwechsels und der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse).

Hormonelle Krankheitsbilder jeder Art behandeln wir im St. Josef-Hospital in Bochum, und zwar sowohl stationär als auch ambulant. Hierzu gehören neben dem Diabetes mellitus u. a. Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebenschilddrüsen, der Nebennieren, der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und der Keimdrüsen (Eierstöcke und Hoden). Auch eine Osteoporose und manche Formen des Bluthochdrucks können ihre Ursache in einer Funktionsstörung hormonbildender Organe haben. Darüber hinaus haben wir Erfahrung mit Erkrankungen des Stoffwechsels wie Fettstoffwechselstörungen und Funktionsstörungen der Mitochondrien, für die heute vielfach wirksame Therapien zur Verfügung stehen.

Unser Diabetes-Zentrum Bochum / Hattingen mit den Standorten St. Josef-Hospital (Bochum) und Klinik Blankenstein (Hattingen) bietet Ihnen eine maßgeschneiderte Behandlung sämtlicher Diabetesformen – sowohl ambulant als auch stationär. Dafür greifen wir auf ein eingespieltes, interdisziplinäres Team aus Ärzten aller wichtigen Fachrichtungen, Diabetesberaterinnen, Podologen und Orthopädie-Technikern zurück. Wir sind von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) für die Behandlung von Menschen mit Typ 1 und Typ 2 Diabetes mellitus zertifiziert.

Diagnostik und Behandlung gestalten sich in enger Zusammenarbeit mit weiteren Abteilungen des Klinikums und der Ruhr-Universität, u. a. der Allgemein- und Viszeralchirurgie, der Gefäßchirurgie, der Radiologie, der Kinderklinik und der Psychosomatik.

Medizinische Leitung

PD Dr. Johannes Dietrich

Leitender Oberarzt

Diabetologie, Endokrinologie und Stoffwechsel

Schwerpunkte

  • Stationäre und ambulante Therapie des Diabetes
  • Zweitmeinungssprechstunde bei drohender Amputation
  • Insulinresistenz
  • Sprechstunde Unterzuckerung
  • Sprechstunde Insulinpumpen
  • Betreuung von Schwangeren mit Diabetes
  • Versorgung diabetesbedingter Magen-Darm-Beschwerden
  • Versorgung der kardiovaskulären autonomen Neuropathie
  • Betreuung von Patienten mit Diabetes bei Bauchspeicheldrüsen- und Lebererkrankungen

Neueinstellung und Anpassung

In enger Kooperation mit den diabetologischen Schwerpunktpraxen unserer Stadt betreuen wir Patienten mit Diabetes mellitus sowohl im ambulanten, als auch im stationären Rahmen. Schwere Blutzuckerentgleisungen und spezielle Probleme bei der Einstellung des Diabetes mellitus, z.B. das Vorliegen diabetes-bedingter Nervenschäden im Magen-Darm-Trakt oder Wahrnehmungsstörungen für Unterzuckerungen, machen eine stationäre Aufnahme häufig unabwendbar. Die enge Zusammenarbeit zwischen Diabetesberaterinnen und dem ärztlichen Team ermöglicht eine Neueinstellung und/oder Anpassung der bestehenden Therapie zur Zufriedenheit des Patienten.

Überprüfung von Alternativen

Bundesweit werden jährlich mehr als 60.000 Gliedmaßen amputiert. Zwei Drittel davon betreffen Diabetes-Patienten. Hauptursache sind Wunden an Füßen und Beinen - das so genannte "Diabetische Fußsyndrom". Dieses entsteht durch irreparable Nervenschäden als Folge eines langjährigen Diabetes mellitus, die dazu führen, dass Patienten Druckstellen, Blasen und kleine Wunden an Beinen und Füßen oft nicht spüren. Wenn gleichzeitig die Durchblutung gestört ist, heilen betroffene Stellen nicht mehr. Sie entwickeln sich zu chronischen Wunden und im Weiteren zu abgestorbenem Gewebe. Irgendwann steht dann eine Amputation an.
Dieser folgenschwere Einschnitt ist jedoch nicht immer zwingend erforderlich. Aus diesem Grunde haben wir eine spezielle Sprechstunde eingerichtet. In dieser können Patienten, denen eine Amputation von Beinen oder Füßen angeraten wurde, eine unabhängige Zweitmeinung einholen. In einem interdisziplinären Team prüfen erfahrene, leitende Ärzten der Gefäßchirurgie (Prof. Dr. Achim Mumme), Radiologie (Prof. Dr. Odo Köster) und Diabetologie gemeinsam alternative Behandlungsmethoden.

Durchbrechen der Resistenz

Bei vielen Menschen mit Typ 2 Diabetes kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer deutlichen Verminderung der Insulinwirkung (Insulinresistenz). Häufig gelingt es in diesen Fällen trotz hoher Insulindosen nicht mehr, den Blutzucker in den Zielbereich abzusenken. Durch eine Kombination aus Bewegungsangeboten, speziellen Ernährungskonzepten, einer modifizierten Insulinbehandlung und den Einsatz moderner Medikamente kann diese Insulinresistenz in vielen Fällen durchbrochen werden, um eine gute Blutzuckereinstellung zu erzielen.

Umfassende Abklärung

Eine Unterzuckerung äußert sich meist durch Unwohlsein, Zittern, Schwindel, Heißhunger bis hin zur Bewusstlosigkeit. Für Unterzuckerungen gibt es viele Ursachen: Überdosierung von Insulin im Rahmen einer Diabetes-Therapie, aber auch insulin-produzierende Tumoren der Bauchspeichendrüse, sog. Insulinome, bei sonst gesunden Patienten. Wir bieten Ihnen eine umfassende Abklärung von wiederkehrenden Unterzuckerungen.

Unterstützung bei Erst- und Neueinstellung

Bei stark schwankenden Blutzuckerwerten mit wechselnden Über- und Unterzuckerungen kann bei einem Diabetes mellitus Typ 1 oder einem pankreopriven Diabetes mellitus häufig die Therapie mit einer Insulinpumpe hilfreich sein. Wir betreuen Insulinpumpenträger ambulant und stationär und unterstützen bei Erst- und/oder Neueinstellung. Die moderne technische Entwicklung schreitet schnell voran und bietet in Kombination mit modernen Glucosesensoren (CGM) viele neue Möglichkeiten. Diese finden bei der Beratung zur Versorgung mit Systemen Berücksichtigung und werden bei der Therapieeinstellung bestmöglich ausgeschöpft.

Interdisziplinäre Beratung

Diabetes mellitus in der Schwangerschaft ist eine besondere Herausforderung für Patientin und Ärzte. In Zusammenarbeit mit den behandelnden Gynäkologen beraten und betreuen wir Schwangere mit Diabetes.

Moderne Untersuchungen

Neben den bekannten Folgekomplikationen eines Diabetes leiden viele Patienten unter Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, wie z. B. Völlegefühl, Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Sodbrennen und Stuhl-Inkontinenz. Ursache dafür sind meist Nervenschäden im Magen-Darm-Trakt. Diese Veränderungen lösen häufig auch Schwierigkeiten in der Blutzucker-Einstellung aus und erfordern eine spezifische Anpassung der Therapie. Unsere Klinik bietet moderne Untersuchungen an, um die genauen Ursachen dieser Beschwerden schnell zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Spezialisierte Untersuchungsmöglichkeiten

Bei Diabetes und mitunter auch seinen Vorstufen (sog. Prädiabetes) kann es zu Kreislaufproblemen als Folge einer autonomen kardiovaskulären Neuropathie (AKN) kommen. Typische Beschwerden bestehen in Schwindel, Kollapsneigung und mitunter sogar kurzzeitiger Bewusstlosigkeit. Darüber hinaus kann die Herzfrequenz in Ruhe zu hoch sein. Das Risiko für Herzinfarkte und lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen ist erhöht. Unsere Klinik bietet spezielle Untersuchungsverfahren (computergestützte Auswertung der Herzfrequenzvariabilität) zur Diagnostik einer autonomen Neuropathie an. Wenn die Diagnose gestellt und die genaue Unterform der autonomen Dysfunktion identifiziert sind, planen wir zusammen mit den Betroffenen eine personalisierte Therapie.

Große Expertise

Im Bereich des pankreopriven Diabetes mellitus, hervorgerufen durch Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen, besitzen wir eine große Expertise. Die Allgemein- und Viszeralchirurgie unseres Hauses ist zertifiziertes Bauchspeicheldrüsen-Zentrum. Unter Berücksichtigung aller Besonderheiten dieser seltenen Diabetesform betreuen wir regelmäßig die Blutzuckereinstellung dieser Patienten mit.

Unser Angebot in Bochum

Die Universitätsklinik St. Josef-Hospital Bochum verfügt als Krankenhaus der Maximalversorgung über umfangreiche diagnostische und therapeutische Möglichkeiten. Dieses breite Behandlungsspektrum wenden wir an, um die moderne Spitzenmedizin für komplexkranke Patienten mit Diabetes interdisziplinär zu nutzen. Hierbei liegt ein Schwerpunkt auf der Behandlung der verschiedenen Folgeerkrankungen des Diabetes, wie etwa dem Diabetischen Fußsyndrom, der diabetes-bedingten Herzerkrankungen sowie der diabetischen Nierenerkrankung.

Unser Angebot in Hattingen-Blankenstein

In der Diabetesklinik Blankenstein liegt der Schwerpunkt auf der Blutzuckereinstellung. Dies umfasst ein spezialisiertes Schulungs- und Beratungsangebot, ebenso wie Bewegungsprogramme und ernährungstherapeutische Möglichkeiten. Selbstverständlich werden diese Angebote durch das komplette Spektrum der modernen medikamentösen Therapie sämtlicher Diabetesformen ergänzt. Die Klinik bietet durch ihre reizvolle Lage im Grünen und ein breites Angebot an naturheilkundlichen Verfahren ideale Bedingungen für die Behandlung von Menschen mit schwer einstellbarem Diabetes.

Die Verbesserung der Behandlungs- und Lebensqualität unserer Patienten steht stets im Mittelpunkt unseres Handelns.

Diabetes-Ambulanz

In unserer Diabetes-Ambulanz werden täglich Patienten mit Diabetes mellitus und diabetes-assoziierten Folgeerkrankungen betreut.

Besonderes Augenmerk legen wir auf das diabetische Fußsyndrom. Hier können wir auf ein spezialisiertes interdisziplinäres Team aus Gefäßchirurgen, Radiologen, Orthopäden, Podologen, Wundassistenten und Diabetesberaterinnen, Orthopädietechnikern und Orthopädieschuhmachern zurückgreifen. Dies ermöglicht uns, Patienten mit diabetes-bedingten Fußwunden bestmöglich zu versorgen.

Diabetisches Fußsyndrom

Eine unserer Besonderheiten ist die fachübergreifende und umfassende Versorgung unserer Patienten. Das diabetische Fußsyndrom betrifft viele medizinische Fachabteilungen, sodass wir in einem interdisziplinären Team zusammenarbeiten, um für den Patienten die bestmögliche Versorgung gewährleisten zu können. Wir sehen uns als primäre Anlaufstelle für bestehende Fußprobleme bei Patienten mit Typ 2 Diabetes und leiten bei Bedarf an alle nötigen Fachabteilungen weiter.

Das Diabetische Fußsyndrom ist eine wichtige Folgeerkrankung des Diabetes mellitus. In Deutschland müssen jährlich ca. 40.000 Amputationen aufgrund eines Diabetes durchgeführt werden. Ein Großteil dieser Amputationen wäre durch eine rechtzeitige und fachgerechte Behandlung vermeidbar. Aus diesem Grunde ist es wichtig, frühzeitig die Anzeichen eines Diabetischen Fußsyndroms zu erkennen und kompetent zu behandeln, um drohende Folgekomplikationen abzuwenden.

Im St. Josef-Hospital Bochum haben sich daher Experten aus den Fachdisziplinen Diabetologie, Gefäßchirurgie, Dermatologie und Radiologie zusammengeschlossen, um gemeinsam eine umfassende und optimale Versorgung der Patienten mit Fußproblemen zu ermöglichen. Unser Behandlungsteam beinhaltet zusätzlich Fach-Experten aus den Bereichen des pflegerischen Wundmanagements, der Diabetesberatung, Diätberatung sowie der Orthopädie-Technik. Auf diese Weise können wir individuell auf die Bedürfnisse unserer Patienten eingehen, um gemeinsam eine passende Behandlung zu finden.

Fußprobleme bei Menschen mit Diabetes können vielfältige Ursachen haben und erfordern daher eine angepasste Diagnostik und Behandlung. Die häufigste Ursache offener Wunden liegt dabei in einer Schädigung der Nerven an Füßen und Unterschenkeln („periphere sensomotorische Neuropathie“; PNP). Hierdurch kommt es einer eingeschränkten Schmerzwahrnehmung und einer Fehlbelastung der Füße. Ein zweiter wichtiger Faktor, der ein diabetisches Fußsyndrom begünstigen kann, ist eine Durchblutungsstörung der Beine und Füße („periphere arterielle Verschlusskrankheit“; pAVK). Hierdurch kommt es zu einer Minderversorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen bis hin zum Absterben des Gewebes. Begünstigt durch diese Veränderungen kann es bei Menschen mit Diabetes gehäuft zu Infektionen kommen, welche sich zum einen in einer Fuß- oder Nagelpilz-Erkrankung, zum anderen in einer bakteriellen Infektion der Füße äußern kann. Insbesondere bakterielle Infektionen der Füße erfordern eine rasche und intensive Behandlung. Zusätzlich zu diesen Erkrankungen finden sich gehäuft immunologisch bedingte Hauterkrankungen (sog. Vaskulitiden) sowie venös bedingte Unterschenkelgeschwüre („ulcus cruris“).

Entsprechend dem vielfältigen Spektrum des diabetischen Fußsyndroms stellen sich die jeweiligen Behandlungsschwerpunkte unseres interdisziplinären Teams dar:

In der Diabetologie erfolgt schwerpunktmäßig die Versorgung von Patienten mit typischen diabetischen Druckgeschwüren („malum perforans“) sowie von durchblutungs-bedingten Geschwüren und Gewebsschäden (Nekrosen), die primär keine operative Versorgung erfordern. Auch die sofortige Behandlung bakterieller Fuß-Infektionen („Vorfuß-Phlegmone“) erfolgt durch die Diabetologie. Die gleichzeitige Einstellung der Blutzuckerwerte sowie weiterer internistischer Risikofaktoren ist hierbei von großer Wichtigkeit. In enger Abstimmung mit Experten aus dem Bereich der Orthopädie-Technik erfolgt die Anpassung einer geeigneten Schuh- oder Einlagenversorgung.

Ein besonderer Schwerpunkt der Dermatologie liegt in der Behandlung venös bedingter Wunden und Hautveränderungen im Bereich der Unterschenkel und Füße. Auch bei den immunologisch bedingten Erkrankungen der Haut („Vaskulitiden“) sowie speziellen Hauterkrankungen bei Menschen mit Diabetes findet sich ein hoher Erfahrungsschatz. Die Möglichkeit der operativen Deckung großer Gewebsdefekte mittels sogenannter Spalthaut-Transplantate ergänzt das breite Spektrum. Von großer Bedeutung für den Heilungsverlauf chronischer Wunden ist die kompetente Auswahl geeigneter Wundauflagen für unterschiedliche Wundarten. Auch bakterielle Infektionen des Fußes und Beins (v.a. „Erysipel“) werden kompetent versorgt.

Die Gefäßchirurgie bietet ein umfassendes Spektrum moderner Untersuchungstechniken und Behandlungsverfahren für Durchblutungsstörungen der Beine und Füße. Hierzu zählt neben medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten insbesondere die Möglichkeit der Bypasschirurgie, welche eine operative Wiederherstellung der Durchblutung bis in die kleinen Gefäße des Unterschenkels und Fußrückens ermöglichen kann. Für den Fall eines bereits zu weit fortgeschrittenen Gewebsunterganges stehen heute verschiedenste operative verfahren mit dem Ziel eine größtmöglichen Gewebs-Erhalts zur Verfügung.

Die Radiologie bietet modernste Untersuchungsmöglichkeiten zur Darstellung von Gefäßveränderungen, Weichteil-Infektionen oder Knochenveränderungen im Bereich der Beine und Füße. Hierzu kommen herkömmliche Röntgen-Technik, Computertomografie oder Kernspintomografie zum Einsatz. Von großer Bedeutung ist die Möglichkeit der Wiedereröffnung von Gefäßverschlüssen im Bereich der Ober- und Unterschenkel mittels Katheter-Technik, welche in vielen Fällen eine Wiederherstellung der Durchblutung ohne die Notwendigkeit einer Operation ermöglicht.

Die Orthopädie bietet neben der konservativen Therapie mit entsprechenden Schuhzurichtungen für den diabetischen Fuß insbesondere auch die operative Therapie von knöchernen Veränderungen des diabetischen Fußes an. Hierzu zählen z. B. die Korrektur von Fehlstellungen, die Entfernung von störenden Knochenanteilen und die chirurgische Behandlung von Infektionen. Aufgrund der komplexen Problematik ist hierbei oftmals ein etwas aufwändigeres Vorgehen im Hinblick auf einen langfristig guten Erfolg der chirurgischen Behandlung des diabetischen Fußes angezeigt.

Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüse ist die größte reine Hormondrüse des menschlichen Organismus. Schilddrüsenhormone haben vielfältige Aufgaben für Entwicklung und Funktion des Körpers, entsprechend mannigfaltig können sich auch die Störungen ihrer komplexen Regulation auswirken. Die Bandbreite reicht von leichten Befindlichkeitsstörungen bis zu akut lebensbedrohlichen Erkrankungen.

Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen der Schilddrüse behandeln wir in Bochum überwiegend ambulant, bei Bedarf auch stationär.

Zu den Krankheitsbildern der Schilddrüse, die wir häufig behandeln, gehören unter anderem Vergrößerungen der Schilddrüse (Struma) mit und ohne Knoten, Schilddrüsenkarzinome und andere kalte Knoten, chronisch entzündliche Schilddrüsenerkrankungen (Autoimmunthyreopathien, z. B. M. Basedow, Hashimoto- und Ord-Thyreoiditis), akut entzündliche Schilddrüsenerkrankungen (subakute Thyreoiditis), autonome Adenome der Schilddrüse (heiße Knoten, die zur Überfunktion führen), endokrine Orbitopathie (Augenbefall bei M. Basedow) und Resorptionsstörungen für Schilddrüsenhormone (Situationen, in denen Thyroxin zur Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion vom Magen-Darm-Trakt nicht richtig aufgenommen wird und deshalb nicht ausreichend wirkt).

Eine stationäre Behandlung kann bei schweren Entgleisungen des Stoffwechsels (thyreotoxische Krise und Myxödemkoma), schweren Verlaufsformen einer endokrinen Orbitopathie sowie bei fieberhaften und schmerzhaften akuten Schilddrüsenentzündungen notwendig werden.

Zu den Untersuchungs- und Behandlungsverfahren, die bei uns möglich sind, zählen unter anderem Ultraschalluntersuchungen (Schilddrüsensonographie mit Farbduplex und möglichem Gefäßdoppler), ultraschallgesteuerte Feinnadelpunktionen von Knoten und Zysten, Alkoholinstillationen zur Verödung autonomer Adenome, spezialisierte Laboruntersuchungen sowie verschiedene statische und dynamische Funktionstests. Die bildgebende Diagnostik wird von unserer Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin unterstützt. Falls eine Operation notwendig ist, ist dies in Zusammenarbeit mit unserer Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie möglich, die eine umfangreiche Erfahrung mit Schilddrüsenoperationen hat.

Erkrankungen der Nebenschilddrüsen, des Knochenstoffwechsels und des Kalziumhaushalts

Störungen des Kalziumhaushaltes können vielfältige Folgen haben, von der Depression über Muskelkrämpfe bis hin zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen. Bei längerfristigen Störungen kann es auch zu Erkrankungen der Knochen (Osteopenie, Osteoporose, Osteomalazie) mit erhöhtem Risiko für Brüche, der Nieren (Steinbildung und Nierenversagen) und des Magen-Darm-Trakts (insbesondere Magengeschwüren) kommen.

Die Regulation des Kalziumhaushaltes ist außerordentlich komplex, und Erkrankungen können ihren Ursprung in vielen Organen haben. Hierzu zählen u. a. Unter- und Überfunktionen der Nebenschilddrüsen (Hypo- und Hyperparathyreoidismus), Vitamin-D-Mangel, Nierenerkrankungen und Magen-Darm-Erkrankungen. Deshalb ist vor der Therapie eine sorgfältige Diagnostik notwendig. Hierzu stehen bei uns laborchemische und ultraschallgestützte Verfahren zur Verfügung.

Meist genügt eine ambulante Vorstellung zur Diagnosestellung und Therapieplanung. In komplexen und schweren Fällen behandeln wir Störungen des Kalziumhaushalts in Bochum stationär.

Nebennierenerkrankungen

Die beiden Nebennieren stellen lebenswichtige Hormone her, die den Blutdruck, den Mineralhaushalt und den Blutzucker regulieren. Viele davon wirken auch als Stresshormone. Erkrankungen der Nebennieren können vielfältige Folgen haben und unbehandelt nicht selten lebensbedrohlich sein. Typische Probleme sind Überfunktionen wie das Cushing-Syndrom, das Conn-Syndrom und das Phäochromozytem, Unterfunktionen (Addison-Syndrom) und komplexe Funktionsstörungen wie das adrenogenitale Syndrom.

Die korrekte Diagnostik der Nebennierenfunktion ist meist sehr anspruchsvoll und erfordert viel Erfahrung. Meist ist eine sorgfältig gewählte Kombination mehrerer Testverfahren notwendig, um zum Ziel zu kommen. Auch die Therapie von Funktionsstörungen gestaltet sich mitunter komplex.

Erkrankungen der Nebennieren behandeln wir in Bochum überwiegend ambulant, bei Bedarf auch stationär.

Erkrankungen der Hypophyse / Neuroendokrinologie

Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) steuert das Orchester der zahlreichen Hormone über komplexe Regelkreise (sogenannte neuroendokrine „Achsen“). Wie bei anderen Hormondrüsen kann es zu Unter- und Überfunktionen kommen. Allerdings können sich aufgrund des Verstärkungseffekts der beteiligten Regelkreise bereits leichtere Funktionsstörungen erheblich auf die Gesundheit auswirken. Da die Hypophyse sehr klein ist und die hormonbildenden Zellen in direkter Nachbarschaft liegen, sind nicht selten mehrere Achsen zugleich ausgefallen.

Funktionsstörungen der Hypophyse sind oft schwieriger zu diagnostizieren als andere hormonelle Erkrankungen. Meist ist eine Kombination von statischen und dynamischen Funktionstests notwendig. Für die Diagnostik und auch die Therapie stehen in Bochum vielfältige Möglichkeiten zur Verfügung, die individuell ausgewählt werden.

Neuroendokrine Zellen gibt es auch in anderen Organen, insbesondere in der Lunge und im Magen-Darm-Trakt. Hier steuern sie eine Vielzahl an Funktionen, u. a. den Blutzucker, die Darmtätigkeit und den Blutdruck. Entsprechend vielfältig sind die Symptome neuroendokriner Tumoren. In Bochum stehen umfangreiche Methoden zur Diagnostik zur Verfügung. Die Therapie richtet sich nach Art und Ausmaß des Tumors und der Begleiterkrankungen.

Störungen der Geschlechtshormone

Typische Folgen von Erkrankungen der Keimdrüsen (Geschlechtsorgane) sind verminderte Libido und Potenz, Störungen des Menstruationszyklus und unerfüllter Kinderwunsch. Auch psychische Beeinträchtigungen (Depression), Osteoporose, Störungen der Körperbehaarung oder des Muskelstoffwechsels können resultieren. Die Ursache der Erkrankungen kann in den Keimdrüsen selbst, mitunter aber auch in der Hypophyse liegen.

Die häufigste Ursache für eine unerwünschte Vermehrung männlicher Geschlechtshormone bei jungen Frauen ist das Syndrom der polyzystischen Ovarien (PCO-Syndrom, Stein-Leventhal-Syndrom). Hierbei kann es zu Zyklusstörungen, vermehrter Behaarung (Hirsutismus) und häufig auch zu Übergewicht und Prädiabetes kommen, außerdem geht das polyzystische Ovarialsyndrom häufig auch mit einer Schilddrüsenentzündung einher. Die Diagnostik muss daher ein Gesamtbild des Stoffwechsels einschließen. Auch die Therapie besteht häufig in einer „multimodalen“ Kombination mehrerer Maßnahmen.

Forschung

In den letzten Jahren konnten sowohl für die Diagnostik als auch die Therapie von Erkrankungen des Stoffwechsels und des Hormonsystems erhebliche Fortschritte erreicht werden. Eine moderne Endokrinologie ist eine prädiktive, präventive, partizipative und personalisierte (P4) Medizin. P4-Endokrinologie bedeutet, dass die häufigen Folgeerkrankungen endokriner Funktionsstörungen und des Diabetes vorhergesagt (prädiktiver Aspekt) und verhindert werden (präventiver Ansatz). Jede Entscheidung wird gemeinsam (partizipativ) von Patientin bzw. Patient und medizinischem Team getroffen. Außerdem sind die Ziele der Therapie an individuellen Sollwerten und Bedürfnissen (personalisiert) auszurichten. Dieser Weg zu einer modernen Therapie ist unser Leitbild für unsere Forschungstätigkeiten, neben dem nie endenden Bedürfnis nach einem besseren Verständnis für die Mechanismen, die Gesundheit und Krankheit voneinander trennen.

Seit dem 1. Januar 2015 leitet Prof. Dr. med. Michael Nauck die klinische Forschung im Bereich der Diabetologie.

Der Fokus liegt hier auf der Grundlagenforschung des Typ 2 Diabetes, darüber hinaus führen wir große klinische Studien zur medikamentösen Diabetestherapie durch. Dazu stehen uns ein hochmodernes Stoffwechsellabor sowie ein Forschungs-Speziallabor zur Verfügung. Internationale Anerkennung genießt unsere Forschungsgruppe insbesondere auf den Gebieten der gastrointestinalen Peptidhormone, der Betazellprotektion sowie bei Innovationen in der Typ-2-Diabetestherapie.

Weitere Forschungsprojekte befassen sich mit der nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD), insbesondere im Zusammenhang mit Prädiabetes und anderen Erkrankungen des Stoffwechsels und des Hormonsystems (MAFLD).

Im Bereich der Schilddrüsenforschung führen wir Studien zum Zusammenhang zwischen zentralen und peripheren Funktionsstörungen der Schilddrüse und Erkrankungen des autonomen Nervensystems sowie Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern und lebensbedrohlichen Arrhythmien durch.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Psychoendokrinologie. Hier untersuchen wir insbesondere die hormonellen und metabolischen Wirkungen der allostatischen Last, welche die Verarbeitung von chronischem Stress durch das neuroendokrine System abbildet.

Ein innovatives und in Deutschland einzigartiges Forschungsfeld liegt in der Systemendokrinologie (metabolische Kybernetik und Systembiologie). Wir entwickeln hier mathematische Modelle der Funktion endokriner Regelkreise, die neue Erkenntnisse zur Entwicklung hormoneller Erkrankungen liefern. Damit ist auch die Entwicklung verbesserter diagnostischer Methoden für die anspruchsvolle Entwicklung einer P4-Endokrinologie möglich.

So erreichen Sie uns

St. Josef-Hospital

Klinikum der Ruhr-Universität Bochum

Gudrunstraße 56
44791 Bochum

Telefon 0234/509-0
Telefax 0234/509-3995

Klinik Blankenstein

Im Vogelsang 5-11
45527 Hattingen

Telefon 02324/396-0
Telefax 02324/396-72170

Diabetologie in der Klinik Blankenstein

Station Diabetologie
Telefon 02324/396-72500
Telefax 02324/396-72506

Diabetesambulanz
Telefon 02324/396-72681 oder -72500
Telefax 02324/396-72478

Diabetologie im St. Josef-Hospital

Telefon 0234/509-3271
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Mo. - Fr.: 07.45 - 15.00 Uhr

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