Neuropädiatrie mit Sozialpädiatrie

Prävention von Anfang an

In unserer Abteilung für Neuropädiatrie (Kinderneurologie mit Sozialpädiatrie) betreuen wir junge Patienten mit angeborenen und erworbenen Störungen des zentralen und peripheren Nervensystems, einschließlich Muskelerkrankung und Stoffwechselerkrankungen. Auffällig sind diese Kinder und Jugendlichen durch Entwicklungs- oder Bewegungsstörungen. Typische Erkrankungen aus unserem Tätigkeitsbereich sind:

  • Bewegungsstörungen
  • Chronische Kopfschmerzen
  • Epileptische und nichtepileptische Anfälle
  • Hirntumore (Diagnostik und Nachsorge)
  • Neuroimmunologische Erkrankungen (z. B. Multiple Sklerose)
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen

Prof. Dr. Thomas Lücke

Direktor

Kinder- und Jugendmedizin

0234/509-2611 Vita

Schwerpunkte

  • Allgemeine Neuropädiatrie
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
  • Entwicklungs­neurologie und Früh­geborenen­nachsorge
  • Stoffwechsel­erkrankungen
  • Elektrophysiologie / EEG
  • Epileptologie

Durch die Kinderneurologie werden Kinder mit Entwicklungs- und Bewegungs­störungen, epileptischen und nicht-epileptischen Anfällen, chronischen Kopfschmerzen, Stoffwechsel­störungen, syndromalen und neuro­immuno­logischen Erkrankungen sowie angeborenen (Fehlbildungen) oder erworbenen (Trauma, Tumor) Störungen des zentralen oder peripheren Nervensystems betreut. Dabei arbeiten wir eng mit der Logopädie, Orthopädietechnik, Heilpädagogik, Physiotherapie, Psychologie, Sozialarbeit und der Kinder- und Jugendpsychiatrie zusammen. Weiterhin betreuen wir Kinder mit Cerebralparesen, Epilepsien und speziellen Stoffwechsel­erkrankungen. Das ambulante Leistungsspektrum umfasst das ärztliche Gespräch und Untersuchung, digitale Video-EEG-Ableitung, Neurophysiologie (Messung von Nervenleitung), Kernspintomografie (bei kooperativen Kindern) und Laboruntersuchungen.

Wir betreuen junge Patienten, die durch eine Entwicklungsstörung mit Veränderung von Kraft, Ausdauer oder Qualität der Motorik oder durch einen erhöhten Messwert der Kreatinkinase (CK) aufgefallen sind. Neben der gründlichen klinischen Untersuchung erfolgt eine Diagnostik der Nervenleitgeschwindigkeit, des Muskelaufbaus (Ultraschall und MRT), des Stoffwechsels und der Genetik. Bei Bedarf erfolgt eine Muskelbiopsie. Als Teil des „Muskelzentrums Ruhrgebiet“ betreuen wir in einem multidisziplinären Konzept Kinder und Jugendliche u. a. mit Muskeldystrophie, spinaler Muskelatrophie, hereditärer sensomotorischer Neuropathie, familiärer Disposition zur malignen Hyperthermie. Unsere Betreuung beinhaltet umfassende Beratung zu Behördenfragen, Schulbesuch, Hilfsmittel­versorgungen, Früherkennung und Behandlung orthopädischer Folge­erkrankungen, sowie Physiotherapie und medikamentöse Behandlungs­ansätze.

In der Entwicklungsneurologie betreuen wir Kinder, die von Entwicklungsverzögerung oder Entwicklungsstörung betroffen oder bedroht sind. Dies sind vor allem ehemalige sehr kleine Frühgeborene, also Kinder, die mehr als acht Wochen zu früh geboren wurden oder ein Geburtsgewicht von unter 1500 g hatten, oder auch Kinder, die mit angeborenen Fehlbildungen zur Welt kamen. Durch die genaue entwicklungsneurologische Untersuchung und mithilfe standardisierter Entwicklungstests können so Auffälligkeiten in der Entwicklung frühzeitig diagnostiziert werden und dann bei Bedarf die Indikation für spezielle Fördermaßnahmen wie heilpädagogische Frühförderung, Physiotherapie, Logopädie u.a. gestellt werden.

Ungefähr jedes 500. Neugeborene kommt mit einer angeborenen Stoffwechselerkrankung auf die Welt. Die Anzahl der unterschiedlichen Stoffwechselstörungen beträgt mehrere Hundert. Zahlreiche dieser Erkrankungen sind bei frühzeitiger Diagnose gut therapierbar. In unserem Stoffwechselzentrum Metabolicum Ruhr bieten wir mit einem multiprofessionellen Team Kindern und Jugendlichen sowie gehandicapten Erwachsenen die Diagnostik und Therapie von Stoffwechselerkrankungen an.

Hierzu zählen alle Erkrankungen des Eiweiß-, Zucker- und Fettstoffwechsels, Störungen des Energie- und Knochenstoffwechsels sowie Speicher-Erkrankungen.

Beispielhaft sind die folgenden Erkrankungen genannt:

  • Phenylketonurie
  • sonstige Aminoazidurien Organoazidurien
  • Harnstoffwechselstörungen
  • Kohlehydratstoffwechselstörung (Galaktosämie, Glykogenosen, etc.)
  • Mitochondriopathien
  • Lysosomale Speicherkrankheiten
  • Fettstoffwechselerkrankungen
  • Störungen der Neurotransmission
  • Störung des Stoffwechsels der Vitamine und Co-Faktoren
  • Fettsäureoxidationsstörung und Störung der Ketogenese
  • Störungen des Nukleotidstoffwechsels (Purine und Pyrimidine)
  • metabolische Epilepsien (Krampferkrankungen)
  • metabolische Myopathien (Muskelerkrankungen)

Bei vielen dieser Erkrankungen ist die Ernährungstherapie eine wesentliche Grundlage der Behandlung, die mit Hilfe eines interdisziplinären Teams durchgeführt wird. Ein ernährungstherapeutischer Ansatz wird auch bei komplexen Epilepsien als sog. ketogene Diät erfolgreich verfolgt.

In unserer Stoffwechselambulanz werden zusammen mit unserem Ernährungsteam (Judith Kalus und Julia Weinert) Kinder mit angeborenen Stoffwechselstörungen betreut. Es besteht eine enge Kooperation mit dem MZH Hannover (Metabolisches Zentrum Hannover und dem MVZ Labor Dr. Eberhard und Partner Dortmund).

Schäden oder Krankheiten des Nervensystems machen sich durch Störungen der Nervenfunktion bemerkbar, wie z. B. Krampfanfälle, Lähmungen oder Empfindungsstörungen, Kraftverlust oder auch Schmerzen. Mit Hilfe der neurophysiologischen Untersuchungen kann auf den Ort der Schädigung geschlossen werden.

Folgende technische Untersuchungen werden für stationäre und ambulante Patienten angeboten:

  • Elektroenzephalogramm (EEG/aEEG):
    Aufzeichnung der Gehirnströme, um Störungen der Gehirnfuktion aufzudecken. Wir sind Teil der "Ruhr-Epileptologie". In Kooperation wird ein prächirurgisches Monitoring angeboten.
  • Elektromyographie (EMG) in Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie:
    Untersuchung der Muskelströme.
  • Neurographie motorisch und sensibel (NLG):
    Untersuchung der Leitgeschwindigkeit von Nerven.
  • Evozierte Potentiale (VEP, AEP, SEP):
    Ableitung der Hirnaktivität, ausgelöst durch optische (VEP), akustische (AEP) und sensible (SEP) Reize.
  • Polysomnographie:
    Untersuchung des Schlafes zur Abklärung von schlafassoziierten Erkrankungen.
  • Des Weiteren stehen experimentelle Verfahren wie z. B. Myoskopie zur Verfügung.

Ambulante und stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit einer Epilepsie-Erkrankung. EEG-Ableitungen im Wach- und Schlaf, sowie (im Aufbau) 24-h-Ableitung und EEG-Monitoring. Betreuung multidisziplinär in Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen wie physiotherapeutische Abteilung, Heilpädagogin, Ergotherapeutin, psychologisches Team und Sozialarbeiterin. Im Rahmen der Ruhr-Epileptologie (www.ruhr-epileptologie.de) sind Transition (Übergang von der Kinderheilkunde in die Erwachsenenbetreuung) und ein bereits etabliertes EEG-Monitoring möglich. Es besteht eine enge Kooperation zum MVZ Radiologie Josef-Carré (auf dem Gelände) mit Schwerpunkt Kinderradiologie. Das Krankheits-Spektrum umfasst einfache, d.h. gut zu behandelnde Epilepsien bis hin zu komplexen Epilepsieverläufen, z.B. im Rahmen einer übergeordneten Erkrankung. Wir sind Teil des Tuberöse-Sklerose-Zentrums Ruhrgebiet, Standort Bochum. Wir bieten eine umfassende Diagnostik zur Abklärung der Epilepsie an neben der konventionellen EEG-Diagnostik und der Kernspintomografie des Kopfes. In der Behandlung werden neben den Standard-Medikamenten auch die „ketogene Diät“ angeboten. Ziel unserer Arbeit ist eine umfassende Betreuung von Kindern oder Jugendlichen sowie deren Familien. U.a. wird das FAMOSES- Schulungsprogramm für Kinder/Jugendliche mit Epilepsien durchgeführt.

Neuropädiatrie

In unserer Epilepsieambulanz werden Kinder mit Krampfanfällen und Epilepsien sowie nicht epileptischen Anfallserkrankungen behandelt. Als Kooperationspartner der Ruhr-Epileptologie besteht ein enger Austausch mit der Erwachsenenepileptologie um Prof. Dr. Wellmer. Es gibt die Möglichkeit der prächirurgischen Diagnostik sowie der cerebralen Bildgebung mittels 3 Tesla-Kernspintomographie.

Wir sind Teil des „Muskelzentrums Ruhrgebiet“ (Leiter: Prof. Dr. M. Vorgerd) und begleiten so in einem multidisziplinären Konzept Kinder und Jugendliche mit Nerven- und Muskelerkrankungen, wie z. B. Spinale Muskelatrophie oder Muskeldystrophie bis hin zur Einleitung und Begleitung einer Heimbeatmung und Spezialernährung.

In unserer Stoffwechselambulanz werden zusammen mit unserem Ernährungsteam (Judith Kalus) Kinder mit angeborenen Stoffwechselstörungen betreut. Es besteht eine enge Kooperation mit dem MVZ Labor Dr. Eberhard und Partner Dortmund.

Mit der Erwachsenen-Neurologie des St. Josef-Hospitals (Direktor: Prof. Dr. Gold) bieten wir eine gemeinsame neuro-immunologische Sprechstunde an, in der Kinder und Jugendliche mit entzündlichen und immunologischen Erkrankungen des Nervensystems interdisziplinär betreut werden.

In unserer entwicklungsneurologischen Ambulanz / Frühgeborenennachsorge werden mit Hilfe standardisierter Tests Auffälligkeiten in der Entwicklung frühzeitig erfasst, so dass rechtzeitig spezielle Fördermaßnahmen (heilpädagogische Frühförderung, Physiotherapie, Logopädie u. a.) eingeleitet werden können. Hier kooperieren wir eng mit den umliegenden Frühförderzentren.

Eine enge Kooperation besteht ferner mit den Kollegen der Kinderorthopädie um Prof. Dr. Tobias Schulte; hier werden gemeinsame Sprechstunden angeboten.

Ergänzend untersucht und behandelt manual-/chirotherapeutisch Dr. med. Hohendahl in seiner Privat-Ambulanz vor allem verschiedenartig bewegungseingeschränkte Säuglinge, die dann bei Bedarf einer weiteren neuropädiatrischen Abklärung zugeführt werden.

Unser Leistungsspektrum umfasst ambulant und stationär neben dem ärztlichen Gespräch und einer eingehenden klinisch neurologischen Untersuchung u. a. digitale Video-EEG-Ableitung, Schlaflabor, Neurophysiologie (Messung von Nervenleitung), Kernspintomographie, Labor- und Stoffwechseluntersuchungen, einschließlich Muskelbiopsie mit Maligne-Hyperthermie-Diagnostik.

Der Abteilung zugeordnet ist ein Team von fünf Physiotherapeuten, die überwiegend Vojta-Therapeuten sind. Ferner kommt die enge inner- und außerklinische Kooperation mit Kinder- und Jugend-Psychologen und –Psychiatern, und Sozialberatern unseren jungen Patienten zu gute.

Wir streben nicht nur die Diagnose neuropädiatrischer Erkrankungen, sondern auch die Unterstützung und Begleitung betroffener Kinder und Jugendlicher und ihre Familien an. Hierfür bringen wir derzeit ein sozialmedizinisches Nachsorgekonzept auf den Weg.

 

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Uns liegt die volle Weiterbildungsbefugnis (36 Monate) in der Schwerpunktkompetenz Neuropädiatrie vor.