Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ)

Ziele und Aufgaben des SPZ

Das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) gehört zur Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum am St. Josef-Hospital. Das SPZ ist eine ambulante Einrichtung für Kinder und Jugendliche, die von einer Entwicklungsstörung bedroht sind, eine Behinderung aufweisen oder chronisch krank sind. Wir kümmern uns sowohl um die Patienten als auch um ihre Familien.

Wir untersuchen Säuglinge, Kinder und Jugendliche mit:

  • Entwicklungsverzögerungen und Entwicklungsstörungen
  • Geistiger oder körperlicher Behinderung, sowie Mehrfachbehinderung
  • Autismus–Spektrum–Störungen
  • Genetischen Syndromen
  • Folgeerkrankungen nach schweren Infektionen oder Verletzungen des Gehirns
  • Anderen neurologischen Erkrankungen
  • Sozialen und emotionalen Besonderheiten oder Verhaltensstörungen
  • Chronisch verlaufenden Erkrankungen
  • Zustand nach Frühgeburtlichkeit
  • Verhaltensauffälligkeiten (mit körperlichen Störungen oder anderen Begleitfaktoren) 

Wichtige Aufgaben und Merkmale unserer Arbeit sind:

  • Ärztlich verantwortete interdisziplinäre Diagnostik, Behandlungsplanung und Begleitung der Therapie
  • Früherkennung von (chronischen) Erkrankungen
  • Langfristige Begleitung der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familie
  • Nutzung der individuellen Ressourcen des Kindes/Jugendlichen und der Familie
  • Förderung der Persönlichkeitsentwicklung und Selbstständigkeit der Kinder und Jugendlichen
  • Begleitung des Krankheitsbewältigungsprozesses
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Sicherung / Optimierung der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen
  • Vernetzung mit anderen Institutionen und BehandlerInnen
  • Beratung bei der Hilfsmittelversorgung
Das Team des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ)

Erstvorstellung

Notwendig zu einer Erstvorstellung im SPZ der Universitätskinderklinik ist die Überweisung Ihres behandelnden Kinderarztes. Besprechen Sie deshalb Ihr Anliegen zuerst mit ihm.  

Wenn Sie einen Termin vereinbart haben, bekommen Sie einen Anmelde- und Anamnesebogen zugeschickt, den Sie hier auch downloaden können. Bitte bringen Sie den Bogen ausgefüllt zum ersten Termin mit, da er für uns in der Planung der Diagnostik eine wichtige Hilfe darstellt. Dinge, die Sie in dem Fragebogen nicht sicher ausfüllen können, können wir im Erstgespräch auch gerne zusammen besprechen.

 

So erreichen Sie uns

Kinderklinik – St. Josef-Hospital

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Alexandrinenstraße 5
44791 Bochum

Telefon 0234 / 509-2631

Kontakt

Editha Bliss

Telefon 0234/509-2830
Telefax 0234/509-3750

 

Sie finden das Sekretariat des SPZ (Raum 12, 1. Etage),
indem Sie dem Pinguin-Symbol auf den Fluren folgen.

Was Sie mitbringen sollten

Ihr Kind erhält bereits Therapien? Bitten Sie die Therapeuten um einen Bericht, den Sie zum ersten Termin mitbringen!

Denken Sie bitte auch an alle weiteren Berichte und Befunde, wie z.B. das gelbe Untersuchungsheft, wichtige Arztbriefe aus der Vergangenheit sowie den Impfausweis!

Während des ersten Termins bei unseren Ärzten oder Psychologen wird festgelegt, ob und wenn ja, von welchen Therapeuten  ihr Kind bei einem Folgetermin untersucht wird.

Zuletzt noch eine Bitte, wenn Sie zu einem vereinbarten Termin nicht kommen können: Bitte sagen Sie uns rechtzeitig Bescheid, damit wir den Termin an andere Familien vergeben können, die ebenso wie Sie auf einen Termin warten.

 

Bereiche

Ärztlicher Bereich

Alle Kinder und Jugendlichen, die sich in unserem SPZ vorstellen, werden ärztlich untersucht durch Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, z.T. mit Schwerpunktbezeichnung Neuropädiatrie oder Neonatologie oder angehende Kinder- und Jugendärzte, die bereits einen Großteil ihrer Ausbildung abgeschlossen haben.

Dabei wird der Schwerpunkt nicht nur auf die organische Abklärung gelegt, sondern insbesondere auch auf die Ressourcen und Stärken eines Patienten und seiner Familie, um eine möglichst gute Teilhabe der Kinder und Jugendlichen zu erreichen.

Wichtige Bestandteile der medizinischen Diagnostik können sein:

  • Die ausführliche Erhebung der medizinischen Vorgeschichte, z.B. über die Geburt, die anschließende Entwicklung im Kleinkindalter und in den späteren Lebensabschnitten
  • Eine ausführliche und detaillierte medizinische Untersuchung sowohl der organischen Funktionen, aber auch des Entwicklungsstandes, z.B. im fein- und grobmotorischen Bereich, im Bereich der sozio-emotionalen Entwicklung u.v.m.
  • Durchführung einer EEG-Untersuchung (Elektroenzephalogramm) oder anderer neurophysiologischer Untersuchungen
  • weitergehende Laboruntersuchungen, z.B. zum Ausschluss von Stoffwechselerkrankungen, die Entwicklungsstörungen bewirken können 

Bei Bedarf veranlassen wir weitere Maßnahmen, wie z.B. bildgebende Diagnostik (Ultraschalluntersuchungen, Kernspintomografie (NMR) des Kopfes usw.), eine humangenetische Beratung  und andere Untersuchungen.

Dabei arbeiten wir eng zusammen sowohl mit unserem klinisch-stationären Bereich, den zahlreichen Spezialambulanzen unserer Klinik sowie der Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie im JosefCarrée.

Dr. Martin Steinert

Neuropädiatrie

Kinder- und Jugendmedizin

0234/509-2830

Dr. Almut Weitkämper

Neonatologie, Entwicklungsneurologie

Kinder- und Jugendmedizin

0234/509-2830

Psychologie

Kinder und Jugendliche können im Laufe ihrer Entwicklung vielfältige Belastungen erleben und darunter leiden. Häufig zeigt sich dies durch emotionale Beeinträchtigungen oder Verhaltensauffälligkeiten in verschiedenen Ausprägungen und Situationen, beispielsweise in der Familie, im Kindergarten, in der Schule, gegenüber Gleichaltrigen oder Erwachsenen.

Nach individuellem Bedarf erhalten Kinder mit ihren Familien einen oder mehrere Termine zu Gesprächen und/oder Diagnostik im psychologischen Bereich.

Wir erfassen die aktuelle Lebenssituation mit Stärken, Besonderheiten und Schwierigkeiten. Bei Bedarf auch unter Einbeziehung von Kindergarten, Schule, niedergelassenen Therapeuten, Frühförderstellen, Ämtern/Behörden oder Betreuern.

 

In der differenzierten psychologischen Diagnostik untersuchen wir ergänzend:

  • kognitive Entwicklung durch mehrdimensionale und sprachfreie Intelligenztests
  • Aufmerksamkeit und Konzentration durch computergestützte sowie Papier-und Bleistift Testverfahren, Verhaltensbeobachtung und standardisierte Fragebögen
  • Schulleistungen wie Schreiben, Lesen und Rechnen mit Testverfahren
  • Sozial-emotionale Entwicklung und psychische Belastungen durch Beobachtung, Exploration und standardisierte Fragebögen

Die Ergebnisse der Diagnostik werden in die Entwicklung eines interdisziplinären Förder- und Behandlungsplanes für das Kind einbezogen. Wir suchen gemeinsam mit der Familie und den Bezugspersonen nach individuellen Lösungswegen. Hierfür führen wir Gespräche zur Aufklärung über die besondere Situation des Kindes, mögliche Entwicklungsschritte und Fördermöglichkeiten.

Bei leichteren psychischen Auffälligkeiten beraten wir Eltern in Erziehungsfragen, persönlichen Schwierigkeiten oder familiären Konfliktsituationen. Wir unterstützen auch in schwierigen Phasen und begleiten Eltern bei der Verarbeitung von belastenden Diagnosen, Behinderungen oder Krankheiten. Bei Bedarf empfehlen wir weitere Hilfen, Beratung oder Therapien und unterstützen bei der Suche nach einem geeigneten Hilfsangebot.

 

Anja Riepelmeyer

Klinische Psychologin

Kinder- und Jugendmedizin

0234/509-2830

Heilpädagogik

Die Heilpädagogik im Sozialpädiatrischen Zentrum richtet sich an Kinder mit Entwicklungsstörungen, Behinderungen und Verhaltensstörungen. Zusätzlich zu der bereits im medizinischen oder psychologischen Fachbereich stattgefundenen Anamnese werden der Entwicklungsverlauf, das eventuell schon bestehende Förderkonzept, sowie andere, für die Entwicklung des Kindes wichtige Einflüsse mit den Eltern besprochen.Dabei sind die Anliegen der Eltern, sowie die Wünsche und Möglichkeiten für die Entwicklung des Kindes ein zentrales Thema.

Um ein individuell passendes Förderkonzept zu entwickeln, wird zunächst der Entwicklungsstand des Kindes erhoben. Die geschieht durch standardisierte Testungen, sowie Beobachtungen.

Um die Lebenssituation und die Entwicklung des Kindes mit alles Ressourcen und Möglichkeiten bestmöglich zu erfassen, halten wir, sofern die Eltern dem zustimmen, Rücksprache mit Einrichtungen wie der Kindertageseinrichtung oder der Schule, sowie mit Therapeuten, sofern das Kind bereits Förderung erhält. Aus den erhobenen Befunden, sowie den Angaben der Eltern, entwickelt sich, in Absprache mit den anderen Fachdisziplinen des Sozialpädiatrischen Zentrums, eine Förderempfehlung.

 

Ricarda Arand

Heilpädagogin BA

Kinder- und Jugendmedizin

0234/509-2830

Ergotherapie

Die Ergotherapie im Sozialpädiatrischen Zentrum begleitet Kinder und Jugendliche – vom Kleinkindalter bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres – und deren Eltern, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind, oder von Einschränkung bedroht sind. Das heißt, die Durchführung von individuell bedeutungsvollen Tätigkeiten und Tätigkeiten, welche zur allgemeinen Erwartungshaltung der Gesellschaft gehören, sind für das Kind oder den Jugendlichen nicht selbstständig zu bewältigen. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist gefährdet und die Lebensqualität eingeschränkt. Es handelt sich um Tätigkeiten aus den drei Handlungsbereichen: Selbstversorgung, Produktivität (Kindergarten, Schule) und Freizeit.

Bei den Kindern und Jugendlichen bestehen oftmals chronische Erkrankungen, unterschiedlich stark ausgeprägte Behinderungen oder Entwicklungsauffälligkeiten jeglicher Art, u.a. auch bisher ungeklärter Ursache. Schwerpunkte liegen hierbei auf der grob-, fein- und graphomotorischen Entwicklung, der visuellen Wahrnehmung, dem Lernen, dem Arbeits- und Sozialverhalten, der Alltagsselbstständigkeit und der Ermittlung und Erprobung notwendiger Adaption von Alltagsgegenständen und Routinen.

Mögliche Diagnostik-Bausteine stellen eine fachspezifische Anamnese, verschiedene standardisierte Testverfahren, strukturierte Beobachtungen, standardisierte Fragebögen für Eltern, Umfeld und zur Selbsteinschätzung und auch Telefonate mit externen Institutionen dar. Das Erarbeiten eines Förder- und Therapiekonzeptes im interdisziplinären Team und die Beratung der Familien sind hierbei das oberste Ziel.

 

Friederike Hülsken

Ergotherapeutin

Kinder- und Jugendmedizin

0234/509-2830

Physiotherapie

Die Physiotherapie im Sozialpädiatrischen Zentrum diagnostiziert, behandelt und begleitet Frühgeborene, Säuglinge, Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, die in ihren motorischen Fähigkeiten eingeschränkt, behindert oder vorübergehend beeinträchtigt sind.

Es bestehen oftmals neurologische und chronische Erkrankungen unterschiedlich starker Ausprägung, u.a. auch bisher ungeklärter Ursache.

Wir beraten, begleiten und leiten die Eltern der kleinen Patienten an und kooperieren mit Kollegen der Physiotherapie und verschiedenen Hilfsmittelfirmen in der Umgebung. Im interdisziplinären Team des Sozialpädiatrischen Zentrums erarbeiten wir individuelle Therapiekonzepte.

Unser Ziel ist es, die Patienten in Motorik, Haltung und Bewegung positiv zu beeinflussen und mögliche neurologische Störungen zu minimieren, damit eine bestmögliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht wird.

Bettina Menzen

Physiotherapeutin

Kinder- und Jugendmedizin

0234/509-2830