Gerader Rücken

Die Behandlung von Wirbelsäulendeformitäten ist ein Schwerpunkt der Klinik. Beispiele hierfür sind Wirbelsäulenverkrümmungen (Skoliose), Rundrückenbildung und Wirbelgleiten. In der Sprechstunde erfolgt die Abklärung und Verlaufskontrolle der Deformitätenpatienten. Es besteht die Möglichkeit zur Anfertigung von Ganzwirbelsäulen-Röntgenaufnahmen. Zudem steht die modernste Form der Rasterstereographie zur röntgenstrahlenfreien Vermessung von Wirbelsäulen-, Rumpf- und Beindeformitäten statisch und dynamisch zur Verfügung. Bei Bedarf erfolgt die Anpassung individueller Korrektur-Korsette. Im Falle einer Indikation zur operativen Therapie erfolgt der operative Eingriff in unserer Klinik. Sämtliche operativen Techniken im Rahmen der Deformitätenkorrektur werden angeboten (dorsale Korrekturtechniken, ventrale Korrekturtechniken, kombinierte Techniken, mitwachsende Implantate für die wachsende Wirbelsäule, etc.).

Korsett-Versorgung

Formabweichungen der Wirbelsäulen können aus unterschiedlichster Ursache auftreten. Im Wesentlichen handelt es sich um Kyphosen (Rundrücken-Bildung) oder Skoliosen. Oft können diese Deformitäten konservativ, also ohne Operation behandelt werden. Manchmal ist dann eine Korsett-Versorgung notwendig.

Nach Verordnung eines Korsetts wird dies durch unsere kooperierende orthopädische Werkstatt nach einem Gipsabdruck konfektioniert. Das Korsett sollte dann in aller Regel 23 Stunden täglich getragen werden, um ein optimales Korrektur-Ergebnis zu erzielen. Während der Körperpflege als auch während sportlicher Trainingseinheiten darf auf das Korsett zeitweise verzichtet werden.Standardmäßig vereinbaren wir halbjährliche, ambulante Kontroll-Termine in unserer Sprechstunde. Hierbei wird der Sitz des Korsetts kontrolliert, außerdem findet eine rasterstereografische 3D-Vermessung der Wirbelsäule sowie gelegentliche Röntgenkontrollen statt.

Operative Korrekturen

Sollte ein Korsett nicht mehr ausreichen, sind in unserer Klinik alle operativen Korrekturverfahren mit den modernsten Implantaten möglich. Skoliosen bei Kindern können hier nach dem Prinzip der dreidimensionalen Korrektur-Operation begradigt werden, bei Jugendlichen und Erwachsenen kommen hintere und/oder seitliche Zugänge zum Einsatz.Die Korrektur der Kyphosen erfolgt zumeist über einen Zugang von hinten unter Verwendung besonderer v-förmiger Osteotomien oder auch sogenannter PSO’s (Pedikelsubstraktions-Osteotomien). „Mitwachsende Implantatsysteme“ (MAGEC®) werden verwandt, wenn das Wachstum der zu korrigierenden Wirbelsäule noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Der implantierte Stab enthält einen kleinen internen Magneten, der eine Verlängerung des Stabes mit einer externen Fernsteuerung ermöglicht, um das Fortschreiten der Deformität zu minimieren. Zur Kontrolle der Rückenmarks- und Nervenfunktion und damit zur Sicherheit der Patienten die sich uns anvertrauen, verwenden wir bei Deformitäten-Operationen regelhaft intraoperative neurophysiologisches Neuromonitoring. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit des intraoperativen Aufwachversuchs, hierbei werden die Patienten während der Operation erweckt und aufgefordert gezielte Beinbewegungen durchzuführen. Der Patient kann sich nach der Operation an dieses völlig schmerzfreie Manöver nicht mehr erinnern.