Kryoablation

Tumoren gezielt mit Kälte behandeln

Arzt im Krankenhaus bei einer CT-gestützten Untersuchung.

Die Kryoablation ist ein besonders schonendes, minimalinvasives Verfahren zur gezielten Behandlung ausgewählter Tumoren und Tumorabsiedlungen mit Kälte. Dabei werden dünne Sonden durch kleine Einstiche direkt in das erkrankte Gewebe eingeführt. Über die Sonden wird das Gewebe unter laufender Bildkontrolle vereist und dadurch zerstört, wodurch das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Ein größerer operativer Eingriff ist dabei nicht erforderlich.

Unsere Expertise

Das Klinikum Bochum verfügt über besondere Expertise in der Durchführung der Kryoablation. Damit steht Patient:innen in Bochum eine spezialisierte Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung, die nur an wenigen Zentren angeboten wird.

Wie funktioniert die Kryoablation? (Grafik)

Wie läuft die Behandlung ab?

Die Kryoablation wird in der Regel unter örtlicher Betäubung und einer zusätzlichen Beruhigung oder in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt. Zunächst wird das Behandlungsgebiet mithilfe einer Computertomografie (CT) genau dargestellt. Anschließend werden die dünnen Kryosonden über kleine Einstiche gezielt in den Tumor eingebracht. Die Position der Sonden wird dabei kontinuierlich mithilfe der Bildgebung kontrolliert.

Über die Sonden wird das Tumorgewebe innerhalb weniger Minuten stark abgekühlt und eingefroren. Dabei entstehen Eiskristalle, die die Tumorzellen schädigen und schließlich zerstören. Anschließend wird das Gewebe wieder aufgetaut. Je nach Größe und Lage des Tumors können mehrere Gefrier- und Auftauzyklen durchgeführt werden.

Während der gesamten Behandlung kontrollieren wir die Position der Sonden und die Größe des behandelten Bereichs mithilfe der Bildgebung. Dadurch kann die Behandlung möglichst gezielt erfolgen und das umliegende gesunde Gewebe geschont werden.

Nach dem Eingriff werden Sie für einige Stunden überwacht. Je nach Befund und persönlicher Situation können Sie häufig bereits am nächsten Tag nach Hause gehen.

Für welche Tumoren kann die Kryoablation eingesetzt werden?

Die Kryoablation kann bei ausgewählten Tumoren und Tumorabsiedlungen eingesetzt werden, beispielsweise bei Tumoren der Niere, Lunge oder Knochen. Ob eine Kryoablation für Sie infrage kommt, hängt unter anderem von der Art, Größe und Lage des Tumors sowie von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Die geeignete Behandlung wird individuell geprüft und festgelegt.

 

Häufige Fragen zur Kryoablation

  • Welche Vorteile bietet die Kryoablation?
  • Ist die Kryoablation schmerzhaft?
  • Welche Risiken gibt es?
  • Alternative zur OP?

Da keine große Operation erforderlich ist, ist die Belastung für den Körper in der Regel geringer. Die Behandlung erfolgt über wenige kleine Hautschnitte und hinterlässt meist nur kleine Narben. In vielen Fällen ist eine Behandlung mit kurzer stationärer Aufnahme oder auch ambulant möglich.

Ein weiterer Vorteil der Kryoablation ist, dass das behandelte Gewebe während der Behandlung durch die entstehende Eiszone in der Bildgebung sichtbar wird. Dadurch können wir die Behandlung unmittelbar kontrollieren.

Durch die Betäubung und gegebenenfalls eine zusätzliche Schmerz- und Beruhigungsmedikation ist die Behandlung für die meisten Patient:innen gut auszuhalten. Nach dem Eingriff können vorübergehend Schmerzen oder ein Druckgefühl im behandelten Bereich auftreten, die mit konservativer Schmerztherapie gut gelindert werden können.

Unser Behandlungsteam überwacht Sie während und nach dem Eingriff und behandelt Beschwerden bei Bedarf gezielt.

Wie bei jedem medizinischen Eingriff können Komplikationen auftreten. Diese hängen insbesondere davon ab, welches Organ behandelt wird und wo sich der Befund befindet. Mögliche Komplikationen sind beispielsweise Blutungen, Infektionen oder eine Verletzung benachbarter Strukturen. Das individuelle Risiko besprechen wir ausführlich mit Ihnen vor der Behandlung.

Ob eine Kryoablation für Sie geeignet ist und welche Behandlungsmöglichkeiten in Ihrem Fall bestehen, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen und unter Berücksichtigung aller Befunde.

Das kann im Einzelfall der Fall sein. Die Kryoablation ersetzt eine Operation jedoch nicht grundsätzlich.

Ob eine Operation, eine Kryoablation, eine andere lokale Behandlung, eine medikamentöse Therapie oder eine Kombination verschiedener Verfahren am besten geeignet ist, hängt von der jeweiligen Tumorerkrankung und der persönlichen Situation ab.

Bei vielen Krebserkrankungen wird die Entscheidung gemeinsam von Spezialist:innen verschiedener Fachrichtungen getroffen.

Unser Ziel ist es, für jede Patientin und jeden Patienten die wirksamste und zugleich möglichst schonende Behandlung zu finden.

 

Weitere Fragen?

Sie möchten wissen, ob eine Kryoablation für Sie oder Ihre Angehörigen infrage kommt?

Wir beraten Sie gerne. Unser Team der Interventionellen Radiologie prüft gemeinsam mit den behandelnden Fachdisziplinen Ihre Befunde und bespricht mit Ihnen, welche Behandlungsmöglichkeiten in Ihrer individuellen Situation bestehen.

Auch wenn Sie bereits auswärts untersucht oder behandelt wurden, können Sie sich mit Ihren Befunden an uns wenden.

Kontakt

Jasmin Neumann

Sekretariat

Radiologie und Nuklearmedizin

0234/509-3311