Tief bewegt von der persönlichen Geschichte und dem ungebrochenen beruflichen Engagement von Dr. Fatema Humaidi, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, konnte das Katholische Klinikum Bochum (KKB) jetzt einen wichtigen Beitrag zu ihrem Neuanfang leisten: Symbolisch übergab Prof. Dr. Christoph Hanefeld, Sprecher der Geschäftsführung des KKB, ein Ultraschallgerät, das Dr. Humaidi künftig in ihrer Praxis einsetzen wird.
Dr. Humaidi floh 2017 mit ihrer Familie aus Syrien nach Deutschland, wo sie seither mit ihren Kindern lebt. In ihrer Heimatstadt Idlib führte sie bis 2015 eine eigene gynäkologische Praxis und versorgte Frauen in einer der schwierigsten humanitären Situationen, die man sich vorstellen kann. Sie erinnert sich noch lebhaft an Momente, „in denen Bomben fielen, während wir eine Geburt begleiteten“ – Augenblicke, die sie nie vergessen wird und die sie gleichzeitig stärkten, anderen zu helfen. Diese Stärke will Dr. Humaidi auch jetzt einsetzen und zurück in ihre Heimatstadt Idlib gehen, um ihre völlig zerstörte Praxis neu aufzubauen. Die Versorgung der Frauen vor Ort ist ein dringend notwendiger Beitrag, um ein Leben nach dem verheerenden Krieg wieder zu ermöglichen. In Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Ruhr-Mitte (AWO) gibt es aktuell einen Spendenaufruf, um die Ärztin beim Wiederaufbau ihrer Praxis zu unterstützen: www.awo-ruhr-mitte.de/ueber-uns/presse-kommunikation/nachrichten-detail/helfen-heilen-hoffnung-schaffen:34484
Begegnung mit Geschichte und Zukunft
Bei der Übergabe des Ultraschallgeräts war neben Prof. Hanefeld auch ein Mitarbeiter aus der Medizintechnik des KKB, Ammar Al Turkey, dabei – ein Kollege, der selbst 2015 als Geflüchteter nach Deutschland kam und hier studierte. Seit eineinhalb Jahren arbeitet er im Medizintechnikteam des KKB. Dank seiner Sprachkenntnisse konnte er Dr. Humaidi die wichtigsten technischen Informationen verständlich erläutern und allen Anwesenden die Kommunikation erleichtern. Dieses Engagement zeigt, wie Medizin und Mitmenschlichkeit Hand in Hand gehen können“, sagte Prof. Dr. Christoph Hanefeld bei der Übergabe. „Es ist ein starkes Zeichen der Solidarität, wenn wir Menschen in ihrer Würde und ihrem beruflichen Wirken unterstützen – über Grenzen und Religionen hinweg.“
Gemeinsam Zukunft gestalten
Das Ultraschallgerät soll Dr. Humaidi helfen, in ihrer Praxis in Idlib bald wieder Patientinnen zu behandeln. Die Initiative des KKB setzt damit ein sichtbares Zeichen dafür, wie medizinische Einrichtungen Verantwortung in der Gesellschaft wahrnehmen können. Das Katholische Klinikum Bochum bedankt sich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern sowie bei der AWO Ruhr-Mitte für die gute Kooperation in diesem wichtigen und menschlich berührenden Projekt.