Darmzentrum St. Josef-Hospital gehört zu den besten bundesweit

14.07.2021

Top-Ergebnisse in der Bewertung der Deutschen Krebsgesellschaft

Das Darmzentrum im St. Josef-Hospital  hat seinen Ruf als eines der besten Zentren seiner Art in ganz Deutschland bestätigt. Dies geht aus dem „Jahresbericht Darm 2021“ der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) hervor. Es erzielte sowohl in den Prozessen als auch in der Qualität der Behandlung Werte, die zu den besten bundesweit zählen. Prof. Waldemar Uhl, Direktor der Universitätsklinik für Viszeral- und Allgemeinchirurgie im St. Josef-Hospital Bochum, freut sich über diese Top-Bewertung: „Unsere Reputation auf diesem hohen Niveau einmal mehr zu bestätigt zu sehen, kann uns stolz machen. Dafür bedanke ich mich bei allen in der Pflege, im OP-Saal, auf der Intensivstation, den Stationen und unseren Partnern in der Klinik (Gastroenterologie, Onkologie, Strahlentherapie, Psycho-Onkologie, Radiologie, Ernährungs- und Diabetestherapie und externe Pathologie).“ 

Bewertet wurden u.a. Indikatoren wie die Komplikationsrate und Mortalität, aber auch die Betreuung des Patienten vor und nach der Operation. Das Darmzentrum Ruhr war 2006 das erste in Deutschland überhaupt, das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert wurde und hat seither jedes Jahr die vorgeschriebenen Audits bestanden.

Prof. Uhl arbeitet im St. Josef-Hospital, das zum Katholischen Klinikum Bochum (KKB) gehört, traditionell eng mit der Onkologie (Direktorin: Prof. Anke Reinacher-Schick) zusammen. Auch sie bekräftigt den interdisziplinären Ansatz: „Die enge Abstimmung zwischen Chirurgie, Onkologie, Strahlentherapie und anderen Abteilungen ist vor allem beim Enddarmkrebs entscheidend für die optimale Behandlung der Patienten. Dies hat bei uns hohen Stellenwert.“

Patienten dürfen wieder mehr Besuche empfangen

18.06.2021

Das Katholische Klinikum Bochum (KKB) ändert in allen seinen Kliniken die Besuchsregelung für Patienten und erleichtert die Kontaktmöglichkeiten mit Familienmitgliedern und Freunden. Dennoch bleiben wichtige Vorsichtsmaßnahmen weiterhin bestehen. Die Regelung wurde in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt vorbereitet und gilt ab Dienstag, 22. Juni. Sie sieht im Einzelnen vor:

  • Besuche sind ab dem sechsten Tag der stationären Behandlung möglich
  • Jeder Besucher muss weiterhin einen COVID-19-Fragebogen ausfüllen, die Körpertemperatur messen lassen und seinen COVID-19-Status belegen (genesen, vollständig geimpft, getestet)
  • Pro Tag und pro Patient ist eine Besuchsperson zugelassen
  • Gleichzeitig darf sich nur eine Besuchsperson in einem Krankenzimmer aufhalten
  • Der Patient darf maximal zwei Besuchspersonen benennen

In besonderen Behandlungsfällen gelten gesonderte Regelungen. Dazu gehören Aufenthalte auf der Intensivstation, palliative und sterbende Patienten, vollstationär behandelte psychiatrische Patienten, stark demenziell erkrankte und schwerstkranke Patienten sowie Menschen mit Behinderungen. Besuche können in diesen Fällen in einem individuell zu bestimmenden Zeitrahmen nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Ab Juli wird es möglich sein, sich digital mit einer Besucher-App anzumelden.

Für stationär behandelte Kinder und Jugendliche sowie in der Geburtshilfe gilt das Besuchsrecht bereits ab dem ersten Behandlungstag. Väter dürfen bei der Geburt ihres Kindes im St. Elisabeth-Hospital wie bisher dabei sein.

„Wir freuen uns über die gesunkenen Inzidenzen in ganz Deutschland. Auch bei uns sind die Corona-Fälle deutlich zurückgegangen, sodass wir unsere bewusst strikte Besuchsregelung nun modifizieren können“, betont KKB-Geschäftsführer Prof. Christoph Hanefeld. Er lässt aber keinen Zweifel daran, dass die Gefahr nicht endgültig gebannt ist: „Wir müssen weiterhin wachsam sein und Verantwortung zeigen.“ Die Regelung wird wöchentlich überprüft und bei Bedarf angepasst.

Starke Präsenz in der neuen Top-Ärzteliste 2021

15.06.2021

Auch die Ärzteliste 2021 des Nachrichtenmagazins FOCUS hat für das Katholische Klinikum Bochum (KKB) hervorragende Platzierungen gebracht. Insgesamt 18 Mediziner werden für ihre Leistungen gewürdigt, einige unter ihnen auch für mehrere Teilgebiete. Bereits in den vergangenen Jahren ist das KKB in der FOCUS-Liste stark vertreten gewesen. Ausgewertet werden dafür bundesweit in erster Linie fachliche Empfehlungen anderer Ärzte. Darüber hinaus fließt in die Übersicht ein, wie stark die jeweiligen Ärzte in der Forschung und in eigenen wissenschaftlichen Studien engagiert sind.

Genannt werden in der neuen Ärzteliste: 

  • Anke Reinacher-Schick (Tumoren des Verdauungstrakts und der Lunge, Palliativmedizin)
  • Waldemar Uhl (Tumoren des Verdauungstrakts, Chirurgie der Gallenblase/Gallenwege und des Magen-Darm-Trakts)
  • Ralf Gold (Multiple Sklerose)
  • Kerstin Hellwig (Multiple Sklerose)
  • Stefan Dazert (Gehörerkrankungen und Sinusitis)
  • Achim Mumme (Gefäßchirurgie, Venenleiden, Beingefäße)
  • Andreas Mügge (Bluthochdruck, Interventionelle Kardiologie)
  • Uwe Schauer (Neurodermitis)
  • Markus Stücker (Venenleiden)
  • Eggert Lilienthal (Kinderdiabetologie)
  • Norbert Teig (Neonatologie)
  • Eggert Stockfleth (Hauttumoren)
  • Irenäus Adamietz (Strahlentherapie)
  • Tobias Schulte (Wirbelsäulenchirurgie / Kinderorthopädie)
  • Dirk Neveling (Chronische Schmerzen)
  • Klaus Hoffmann (Botox & Filler, Dermatologische Lasertherapie, Lippenkorrektur)
  • Ludger Pientka (Akutgeriatrie)
  • Norbert Brockmeyer (Sexualstörungen bei Diabetes)

Geburt im Eli: Perinatalzentrum neu zertifiziert

07.06.2021

Ansprüche an die höchste Sicherheitsstufe werden weiterhin erfüllt

Das Perinatalzentrum im St. Elisabeth-Hospital („Eli“) ist von der Ärztekammer Westfalen-Lippe zum dritten Mal in Folge rezertifiziert worden. Als sogenanntes Level-1-Zentrum, bestehend aus Geburtshilfe und Neonatologie, erfüllt es damit weiterhin die Anforderungen der höchsten Sicherheitsstufe. Dazu muss mehr hochqualifiziertes Personal vorgehalten werden als in herkömmlichen Geburtskliniken. Hinzu kommt eine besonders anspruchsvolle technische Ausstattung. Das zum Katholischen Klinikum Bochum (KKB) gehörende St. Elisabeth-Hospital verfügt für Früh- und Risikogeburten über eine Neugeborenen-Intensivstation, die in unmittelbarer Nähe zu den Kreißsälen angesiedelt und damit ohne lange Wege und Transporte zu erreichen ist.
Coronabedingt erfolgte das Audit rein als Videokonferenz. Ergänzend wurden Dienst- und Stellenpläne, Qualifikationsnachweise, Qualitätssicherungsdaten und Unterlagen zum Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System gesichtet. Im Abschlussbericht lobte der Prüfer die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Berufs- und Fachgruppen, die im Perinatalzentrum vertreten sind.
www.klinikum-bochum.de/geburt

Bis zu 1500 Euro Bonus für die Corona-Belastung

28.05.2021

Katholisches Klinikum zahlt bereits seit einem Jahr Sonderprämien im Gesamtumfang von 300.000 Euro

Für die zusätzlichen Belastungen in der Corona-Krise erhalten alle Mitarbeiter des Katholischen Klinikums Bochum (KKB) einen weiteren finanziellen Bonus. Dazu wird mit der Juni-Gehaltsabrechnung die vom Bund gewährte „Corona-Prämie 2.0“ im Gesamtvolumen von 1,1 Millionen Euro ausgezahlt.

Vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter in den besonders belasteten Einsatzbereichen – Konservative Intensivstation, Zentrale Notaufnahme sowie den Infektionsstationen - erhalten zwischen 1100 und 1500 Euro. Teilzeitkräfte erhalten diesen Bonus anteilig. 700 - 1000 Euro pro Vollzeitkraft sind es in einer zweiten Gruppe. Dazu gehören neben weiteren Pflegebereichen die Hygiene, Teile der Radiologie und Physiotherapie sowie zahlreiche andere Abteilungen. Reinigungskräfte, die in den besonders belasteten Corona-Bereichen eingesetzt wurden, erhalten die Sonderzahlungen selbstverständlich ebenfalls. Auszubildende bekommen über alle Einsatzgebiete hinweg einen Sockelbetrag.

Das KKB geht aber über die staatliche Prämie noch deutlich hinaus und stockt die Bonus-Zahlungen für einen großen Teil der Mitarbeiter aus eigenen Mitteln auf. Und dies schon seit längerer Zeit: Bereits seit Beginn der Pandemie im April 2020 zahlt das Klinikum an besonders belastete Mitarbeiter einen freiwilligen Bonus. Insgesamt haben diese Zahlungen ein Volumen von 300.000 Euro.

„Wir leben in einer außergewöhnlichen Zeit mit außergewöhnlichen beruflichen Anforderungen“, betont der Medizinische Geschäftsführer des KKB, Prof. Christoph Hanefeld. „Unseren Mitarbeitenden wird bis heute viel abverlangt. Für ihr hohes Engagement haben sie diese Sonderzahlungen mehr als verdient.“ Das BonusProgramm wurde in enger Abstimmung mit der Mitarbeitervertretung (MAV) erarbeitet. Bis 1500 Euro bleiben die Corona-Bonuszahlungen steuerfrei.

Für eine weitere Prämie hatte Anfang 2021 bereits der Gehaltsabschluss für die kirchlichen Häuser im Zuge des sog. AVR-Tarifvertrags gesorgt. Auch dies bedeutete Prämienzahlungen von 300 – 600 Euro pro Mitarbeiter.

Neue Führung im Marien-Hospital Wattenscheid

26.04.2021

Dr. Thomas Wesemann und Dr. Sascha Unverricht zu neuen Chefärzten berufen

Das Zentrum für Altersmedizin und geriatrische Rehabilitation im Marien-Hospital Wattenscheid erhält eine neue Führung. Zum 1. Mai 2021 treten Dr. Thomas Wesemann (37) und Dr. Sascha Unverricht (40) ihre Position als Chefärzte an. Der bisherige Klinikdirektor Prof. Ludger Pientka geht in den Ruhestand, bleibt der Klinik aber für eine Übergangszeit in beratender Funktion erhalten.
Beide neuen Chefärzte gehören dem Marien-Hospital (Katholisches Klinikum Bochum) bereits seit sechs Jahren als Oberärzte an. Mit der neuen Doppelspitze wurde trotz mehrerer externer Bewerbungen für die weitere Entwicklung dieses wichtigen, erfolgreichen Hauses eine interne Lösung gewählt. Zur Führung der Klinik zählt weiterhin auch Dr. Barbara Zeller.
Durch die demographische Entwicklung ist die Behandlung von älteren Menschen in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. Mit 300 Betten und rund 500 Mitarbeitern gehört das Marien-Hospital zu den größten Geriatrien in Deutschland. Behandelt werden pro Jahr rd. 5000 Patienten. Ziel ist es stets, dem Patienten sowohl nach Akutverletzungen als auch in der Rehabilitation zu größtmöglicher Mobilität, Lebensqualität und Selbstständigkeit zu verhelfen.

Bewegungsmangel in der Corona-Pandemie bedroht die Beingesundheit

12.03.2021

Ob im Büro, am Ladentisch, im Auto oder durch die Kontaktbe-schränkungen während der Corona-Pandemie: Wer sich wenig bewegt, lange sitzt oder steht, der strapaziert seine Venen. Die Folgen: Schwere Beine, geschwollene und schmer-zende Waden, sichtbare Besenreiser und Krampfadern bis hin zu Thrombosen mit der le-bensbedrohlichen Komplikation einer Lungenembolie. Welche Vorsorge- und Behand-lungsmöglichkeiten es gibt, zeigt der Venentag am Mittwoch, 17. März, der in diesem Jahr Corona bedingt erstmals online stattfindet. Über die Plattform „Zoom“ sind in der Zeit von 15 bis 18 Uhr kostenfreie Vorträge und weitere Informationen für gesunde Beine abrufbar, die das Venenzentrum des Katholischen Klinikums Bochum mit seinen Partnern AOK NORDWEST, Firma medi und Sanitätshaus Amberg zusammengestellt hat. Weitere Informati-onen zum Programm des Venentags und zur Teilnahme via Zoom gibt es auf der Homepage des Katholischen Klinikums Bochum: www.venenzentrum-uniklinik.de. „In Zeiten des Corona-Virus unterstützen wir gern das digitale Format des Venentages und hoffen auf große Resonanz in der Bevölkerung. Aktive Bewegung ist eine effektive Maßnahme, die Ve-nengesundheit zu fördern und lässt sich einfach in den Alltag integrieren", sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock. 

Die Teilnehmer des digitalen Venentages 2021 erwarten viele Informationen, wie sie Venenleiden vorbeugen können und wie Besenreiser, Krampfadern, Venenentzündungen oder Thrombosen mit modernster Diagnostik und Therapien im Venenzentrum Bochum behandelt werden. Neben Vor-trägen über die Diagnostik, Behandlung und Kompressionstherapie bei Venenleiden, gibt es einer virtuelle OP-Führung sowie Tipps der AOK-Ernährungsberaterin zur gesunden Ernährung. Sport-lich wird es bei einem Video zur Venengymnastik. Ebenfalls per Video erhalten die Teilnehmer Einblick in eine minimal-invasive Krampfader- oder Laseroperation. Während der gesamten Ver-anstaltung besteht die Möglichkeit, über einen Chat Fragen zu stellen, die direkt von den Experten beantwortet werden. 

Unsere Venen leisten Schwerstarbeit und pumpen Tag für Tag etwa 7.000 Liter Blut entgegen der natürlichen Schwerkraft zurück zum Herzen. Dennoch wird die Venengesundheit häufig allzu leicht unterschätzt und eher als kosmetisches Problem abgetan. Venenleiden sind eine Volkskrankheit: 

Quer durch alle Altersgruppen haben bereits jede fünfte Frau und jeder sechste Mann ein Venen-problem, das medizinisch behandelt werden müsste. „Ein Hauptrisikofaktor für die tiefe Beinven-enthrombose sowie die weiterführende und lebensbedrohliche Komplikation der Lungenembolie ist Bewegungsmangel. Und durch die beiden Lockdown-Phasen haben sich die Venenleiden eher vermehrt“, erklärt Prof. Dr. Markus Stücker, Leitender Arzt am Venenzentrum des Katholi-schen Klinikums Bochum, Geschäftsführender Direktor der Universitätsklinik für Dermato-logie und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie. Es gibt eine einfache Regel zur Vermeidung von Venenproblemen: „Lieber laufen und liegen, statt sitzen und stehen“, sagt Prof. Dr. Markus Stücker. Durch frühzeitige Vorsorgemaßnahmen lässt sich das Risiko, Krampf-adern auszubilden, jedoch verringern. Bewegung ist ein gutes Mittel, um die Venen elastisch zu halten und ihre Funktion zu stärken. Deshalb darf der Alltag gerne bewegt ablaufen. 

„Bettlägerigkeit, aber auch mangelnde Bewegung durch die Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie, führen zu einer verminderten Aktivität der Wadenmuskelpumpe. Dadurch wird das sauerstoffarme Blut in den Beinvenen langsamer und weniger zielgerichtet zum Herzen zu-rückgepumpt. Besonders gefährdet für Thrombosen sind Patienten mit Krampfadern, da in diesen erweiterten Beinvenen die Blutströmung besonders stark verlangsamt ist“, ergänzt Prof. Dr. Achim Mumme, Direktor der Universitätsklinik für Gefäßchirurgie im Katholischen Klinikum Bochum. Die Folgen können fatal sein: In den Krampfadern können sich Oberflächenthrombosen bilden, die in 25 Prozent der Fälle in tiefe Beinvenenthrombosen und in 3 Prozent der Fälle sogar in Lungenembolien übergehen. 

Auch Sitzen schadet den Venen: Ob im Beruf oder Zuhause, die Deutschen sitzen zu viel - im Schnitt 7,5 Stunden am Tag und gefährden dadurch ihre Gesundheit. Wer viel sitzt oder steht, ist hinsichtlich möglicher Venenerkrankungen bereits gefährdet. Auch hohe Absätze, zu enge Schuhe oder Kleidung behindern die Durchblutung. Die Veranlagung für eine Venenschwäche ist meist vererbt. Schwangerschaften und ein zunehmendes Alter erhöhen das Risiko. Jedes überflüssige Kilo Körpergewicht belastet Beine und Venen, genauso wie das Rauchen. Und: Auch bei einer COVID-19-Erkrankung treten vermehrt venöse Thrombosen und Lungenembolien auf, weiß Prof. Dr. Markus Stücker: „Dies liegt an direkten Schädigungen der Gefäßwand und an Gerinnungsstö-rungen, welche im Rahmen der Erkrankung auftreten können. 

Roboter hilft beim Kampf gegen Krankenhauskeime

23.02.2021

Katholisches Klinikum kooperiert mit der Ruhr-Universität Bochum und dem Dortmunder Unternehmen ICA Traffic GmbH

Laut Angaben des RKI infizieren sich jährlich zwischen 400-500 Tsd. Patienten in deutschen Kliniken mit Krankenhauskeimen. Daher ist gründliche und zuverlässige Desinfektion von medizinischen Geräten und Flächen in Krankenhäusern von besonderer Bedeutung. Schon lange vor Corona hat sich das Katholische Klinikum Bochum (KKB) in dieser Beziehung kontinuierlich weiterentwickelt und geht nun den nächsten Schritt. Mit dem „Hero21“ (Health Robot) wird erstmals ein selbstfahrender UV-C Desinfektionsroboter eingesetzt. Entwickelt wurde er von dem mittelständischen Dortmunder Technologiespezialisten ICA Traffic GmbH, unterstützt vom Lehrstuhl für Allgemeine Elektrotechnik und Plasmatechnik (AEPT) der Ruhr-Universität Bochum.

Der Roboter wurde im Labor aufwändig geprüft und erzielte bereits dort beeindruckende Ergebnisse. So wurden nachweislich selbst resistente Erreger wie der Methicillin-resistente Staph. Aureus (MRSA) oder Vancomycin-resistente Enterokokken VRE verlässlich abgetötet. Seit Oktober ist der Roboter als Pilot im St. Josef-Hospital (Klinikum der Ruhr-Universität) im Einsatz. Dabei unterstützt er die Reinigungskräfte, in dem er ergänzend zur desinfizierenden Reinigung eine Desinfektion via UV-C-Strahlung vornimmt. Durch diese kombinierte Desinfektion konnte die Keimzahl auf ein Minimum reduziert werden. Im Vergleich zur desinfizierenden Reinigung stieg die sogenannte Inaktivierungsquote aller durch sog. Abklatschproben auf allen nur erdenklichen Flächen erfassten Keime von 77 auf 96 Prozent. Und dies bei einem recht überschaubaren Zeiteinsatz. So benötigt der Roboter für die Desinfektion eines Patientenzimmers oder Funktionsraums gerade einmal 10 Minuten.

„Das beste Ergebnis mit einer signifikanten Steigerung des Desinfektionsergebnisses wird beim Einsatz von Scheuer-Wisch-Desinfektion und Roboter in Kombination erzielt“, erklärt Dr. Friederike Lemm, Leiterin der Krankenhaushygiene im KKB. „Gerade für Hochinfektionsbereiche oder an Orten mit einem hohen Desinfektionsaufwand stellt der Roboter eine gute Ergänzung dar.“  ICA-Geschäftsführer Stefan Walko betont: „Ich freue mich, dass der Hero21 so gut und effizient in den Krankenhausalltag eingebettet werden konnte. Diese sehr gute interdisziplinäre Kooperation zwischen Industrie, Wissenschaft und klinischer Praxis ist ein Musterbeispiel für innovative Lösungen aus dem Ruhrgebiet.“

Die Messlatte im Labor war von der Ruhr-Universität bewusst hochgelegt worden. Angesetzt wurde der Roboter auf Sporen von Bacillus subtilis, einem typischen Testbakterium, und erzielte dort eine Reduktion von 99,9 Prozent. Prof. Peter Awakowicz, Inhaber des Lehrstuhls: „Diese Endosporen gehören zu den resistentesten und am schwierigsten zu inaktivierenden Mikroben überhaupt. Wer sie knackt, ist in der Lage, alle vegetativen Bakterien und auch Viren signifikant zu reduzieren oder gar komplett zu inaktivieren.“ Insofern sind die Reduktionsleistungen des Hero 21 auch für die Bekämpfung von Covid-19 ein starker Beleg.

Prof. Stephanie Pfänder von der Abteilung für Molekulare und Virologische Medizin der Ruhr-Universität und Spezialistin auf dem Gebiet der Coronavirus-Forschung, bestätigt: „Wir haben die UV-C Bestrahlung gegen ein jährlich zirkulierendes, endemisches Coronavirus getestet und konnten eine starke Reduktion der Viruslast auf Oberflächenfeststellen. Wir gehen davon aus, dass diese Ergebnisse auch auf SARS-CoV-2 übertragbar sind.“

Die wissenschaftlichen Ergebnisse zur Wirkung des Desinfektionsroboters werden in Kürze veröffentlicht.

Das St. Josef Hospital wird den Roboter nun weiter einsetzen. ICA wiederum sieht den erfolgreichen Testbetrieb in Bochum als Ausgangspunkt für eine bundesweite und internationale Vermarktungsoffensive.