COVID-Antikörper-Studie unter 3000 Kindern und Jugendlichen im Ruhrgebiet

08.06.2020

Die Corona-Krise hält die Wissenschaftler weltweit in Atem. Dies gilt nicht nur für Impfstoffe und Medikamente, sondern in zunehmendem Maße für die Frage, wie stark Kinder betroffen sind und in welchem Umfang sie die Infektion weitergeben. In Deutschland ist dazu ein heftiger Streit unter führenden Virologen entbrannt. Vor diesem Hintergrund hat die Universitätskinderklinik Bochum (Direktor: Prof. Thomas Lücke) in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Kinderärzten im Ruhrgebiet, dem Institut für Humangenetik, dem Institut für Virologie und der Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der Ruhruniversität Bochum unter dem Titel CorKID ein umfangreiches Forschungsprojekt angestoßen. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 566.000 Euro gefördert. Untersucht werden 3000 Kinder im Ruhrgebiet. Dies ist in Nordrhein-Westfalen die erste Studie ihrer Art und auch bundesweit eine der größten. „Wir wollen Erkenntnisse gewinnen, wie weit sich die Infektion bereits unter Kindern verbreitet hat und noch verbreiten wird“, betont Dr. Folke Brinkmann, Oberärztin und kommissarische Leiterin der Abteilung Pädiatrische Pneumologie der Bochumer Universitätskinderklinik. „Wir werden Antikörper bestimmen und auf diese Weise testen, ob die Kinder und Jugendlichen die Infektion schon durchgemacht haben.“ Die Ergebnisse der Studie sollen auch Aufschluss darüber geben, wie groß das Risiko in Schulen und Kindergärten für alle Beteiligten ist. Eltern, die mit ihrem Kind eine U-Untersuchung durchführen, wird in den Praxen angeboten, einen Fragebogen zu bisherigen Infekten ihres Kindes und bisherigen COVID-Risiko auszufüllen. Dann wird ein Antikörper-Test durchgeführt. Sollten im Blut des Kindes keine Antikörper gegen COVID nachweisbar sein, kann der Test zu einem späteren Zeitpunkt zur Überprüfung wiederholt werden. Im Abstand von mehreren Monaten werden die Familien zudem nach weiteren Beschwerden ihres Kindes befragt. Weitere Informationen sind auf der Homepage der Studie unter https://CorKid.de/ zu finden.

Darmkrebszentrum erfolgreich rezertifiziert

26.05.2020

Das Darmkrebszentrum des St. Josef-Hospitals hat mit seiner dreizehnten Rezertifizierung seinen hohen Qualitätsanspruch erneut erfolgreich bestätigt. Unter den 284 deutschen Darmkrebszentren liegt das St. Josef Hospital Bochum in den Kategorien Prozessqualität und Behandlungsqualität in der Bewertung ganz vorn. Besonders gute Noten vergaben die Prüfer in der Präzision der Tumorentfernung, in der geringen Zahl von Wundinfektionen sowie in der besonders geringen Zahl von Komplikationen im Allgemeinen und den unangenehmen Nahtbrüchen nach der Entfernung von Darmabschnitten im Besonderen. 

Der Bereichsleiter der Kolorektalchirurgie, Oberarzt PD Dr. Torsten Herzog, freut sich über die nicht einfach zu erarbeitende Auszeichnung: „Ich danke unserem gesamten Team für sein großes Engagement. Hier haben sich nicht zuletzt unsere regelmäßigen Fortbildungen sowie unsere exzellente Zusammenarbeit mit den Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Gastroenterologen im Hause bezahlt gemacht. All das ist uns ein Ansporn, noch besser zu werden und das Vertrauen unserer Patienten und zuweisenden ärztlichen Kollegen weiter zu rechtfertigen.“

Ins Leben gerufen wurde das Darmkrebszentrum des St. Josef-Hospitals im Jahr 2006. Als bundesweit erstes wurde es von der Deutschen Krebsgesellschaft  zertifiziert. Jährlich werden 150 Patienten mit Darmkrebs operiert. Zur Darmkrebsfrüherkennung werden jährlich mehr als 1500 Dickdarmspiegelungen durchgeführt. Das Zentrum ist ein wesentlicher Teil der Universitätsklinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, die von Prof. Waldemar Uhl geleitet wird.

NRW-Ministerpräsident Laschet verabschiedet italienischen Corona-Patienten nach Hause

18.05.2020

• Claudio Facoetti im St. Josef-Hospital Bochum erfolgreich behandelt

Sechs Wochen lag der schwer an Covid-19 erkrankte Italiener Claudio Facoetti im St. Josef-Hospital (Klinikum der Ruhr-Universität) in Bochum – nun konnte der 65-Jährige die Klinik verlassen. Er habe kaum Worte dafür, wie dankbar er der Bochumer Klinik sei, sagte Facoetti bei seiner Verabschiedung. Jetzt freut er sich aber doch auf Italien – auch deshalb, weil der Kaffee dort besser sei, wie er lachend hinzufügte.

Der Patient wurde zum Flughafen Düsseldorf gebracht, von wo er nach Bergamo heimflog. Zum Abschied war sogar NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nach Bochum gekommen, wo er von Prof. Christoph Hanefeld, dem Medizinischen Geschäftsführer des Katholischen Klinikums (KKB), begrüßt wurde. Laschet hatte im März eine Initiative auf den Weg gebracht, die dazu führte, dass zehn italienische Corona-Patienten in NRW-Universitätskliniken zur Weiterbehandlung aufgenommen wurden.

„Als Herr Facoetti kam, wusste niemand, wie das ausgehen würde“, betonte Laschet. „Jetzt aber haben wir eine genesene Persönlichkeit vor uns.“ Dies zu sehen, sei außerordentlich schön. Der Ministerpräsident sprach von einem „Tag des Glücks und der Freude“.

Zuvor hatten die Intensiv-Pfleger des St. Josef-Hospitals dem Patienten zum Abschied ein T-Shirt des KKB mit ihren Unterschriften geschenkt. Darüber zeigte er sich gerührt. Der schwer erkrankte Claudio Facoetti war am 28. März aus Bergamo, damals gewissermaßen das Epizentrum der italienischen Corona-Krise, von der Luftwaffe nach Deutschland gebracht worden. Im St. Josef befindet sich aktuell noch ein zweiter italienischer Corona-Patient. Auch er ist stabilisiert und sein Gesundheitszustand verbessert sich kontinuierlich.

Erfolge in der internationalen Corona-Hilfsaktion

18.05.2020

Alle drei ausländischen Patienten des Katholischen Klinikums Bochum sind deutlich stabilisiert

Alle drei Corona-Patienten, die im St. Josef-Hospital im Rahmen einer internationalen Hilfsaktion aus dem Ausland nach Bochum gekommen und hier behandelt worden sind, haben sich deutlich stabilisiert und ihren Gesundheitszustand signifikant verbessert. Ein Patient aus Italien hat die Intensivstation vor wenigen Tagen verlassen und wird auf einer Normalstation weiter versorgt. Ein weiterer Italiener steht kurz davor. Ein niederländischer Patient hat am vergangenen Donnerstag mit einem Spezialtransport den Rückweg in seine Heimat angetreten.

 „Dass wir allen drei Patienten in dieser schwierigen Lage helfen konnten, freut uns außerordentlich. Krankheitsverläufe wie diese sind für uns alle immer wieder eine besondere Ermutigung und Motivation“, sagt der Medizinische Geschäftsführer des Katholischen Klinikums Bochum, Prof. Christoph Hanefeld. „Als die Anfragen aus dem politischen Raum kamen, haben wir keine Sekunde gezögert, Beatmungsplätze und Intensivbetten solidarisch bereitzustellen. Mein Dank geht an alle beteiligten Pflegekräfte und Ärzte für ihr hohes Engagement.“

Unerkannter Herzinfarkt kann das Leben kosten

18.05.2020

Corona darf nicht dazu führen, dass andere ernste Beschwerden verdrängt werden

So sehr die Corona-Pandemie uns in Atem hält, so wichtig ist es, auch andere ernste Krankheiten nicht aus den Augen zu verlieren. Dazu gehören akute Brustbeschwerden. Aufgrund der Verunsicherung rund um Corona zögern Patienten oft zu lange, bevor sie einen Arzt aufsuchen. „Bleibt ein Herzinfarkt unerkannt, besteht Lebensgefahr“, sagt Prof. Andreas Mügge, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie im St. Josef-Hospital Bochum (Katholisches Klinikum). „Kommt der Patient erst mehrere Tage später, kann der Schaden am Herzen oft nicht mehr repariert werden.“ So wie vor kurzem im St. JosefHospital. In dem konkreten Fall entstand durch die Verzögerung ein irreversibler Schaden am Herzmuskel, der bei rechtzeitiger Behandlung vermeidbar gewesen wäre. Bei einem 58-jährigen Patienten begann es mit Schmerzen im Nacken und im Rücken,verbunden mit ausgeprägtem Schwächegefühl. Wegen der Corona-Pandemie befürchtete er, sich beim Arzt mit dem Virus anzustecken. Als die Beschwerden nach einer Woche immer stärker wurden, stellte er sich schließlich in der Notfallaufnahme im St. Josef-Hospital vor. Bereits nach wenigen Minuten brachte ein EKG das bittere Ergebnis: Herzinfarkt. Es zeigte sich, dass dieser Infarkt bereits vor mehreren Tagen eingetreten war. Die noch am Aufnahmetag durchgeführte Herzkatheter-Untersuchung ergab den Verschluss eines Blutgefäßes, mit einer nicht mehr reparierbaren Schädigung des Herzmuskels.
„Wir wissen seit vielen Jahren, dass bei einem akuten Herzinfarkt rasches Handeln erforderlich ist, um möglichst zeitnah ein verschlossenes Herzkranzgefäß wiederzueröffnen“, sagt der Geschäftsführende Oberarzt der Kardiologie, Priv.-Doz. Dr. Michael Gotzmann. „Verzögert sich dies, droht nach wenigen Stunden ein dauerhafter Schaden am Herzen, so wie er bei diesem Patienten nun leider zu erwarten ist.“ Im schlimmsten Fall – und das betrifft etwa 50.000 Menschen in Deutschland pro Jahr – kann man an einem akuten Herzinfarkt versterben. Dr. Gotzmann: In diesem Punkt hatte der Patient sogar großes Glück, auch wenn er in Zukunft durch den unbehandelten Herzinfarkt vermutlich an einer Herzschwäche leiden wird. Unser eindringlicher Appell an alle Patienten ist daher, sich auch in Corona-Zeiten bei unklaren und neuen Brustbeschwerden möglichst rasch im Krankenhaus vorzustellen. Das kann lebensrettend sein.“ Dies betrifft nicht nur Herzbeschwerden. „Unabhängig von Corona sind wir jederzeit darauf vorbereitet, Patienten mit akuten Erkrankungen zügig und effizient zu behandeln“, sagt Prof. Christoph Hanefeld, Medizinischer Geschäftsführer im Katholischen Klinikum Bochum (KKB). „Mit vielen Hygiene-Maßnahmen wird das Ansteckungs-Risiko für Corona in der Klinik sehr niedrig gehalten. Wir bleiben auf jeden Fall wachsam.“

Katholisches Klinikum Bochum behandelt zwei Corona-Patienten aus Italien

27.03.2020

Das Katholische Klinikum Bochum (KKB) erwartet zwei italienische Corona-Patienten zur Weiterbehandlung. Sie werden mit der Bundeswehr zum Flughafen Köln-Bonn gebracht. Die Ankunft soll morgen erfolgen. Anschließend werden die Patienten mit einem Spezialfahrzeug, das eine Intensivstation an Bord hat, unter Federführung der Bochumer Feuerwehr in die Universitätsklinik St. Josef-Hospital gebracht. Mit ihrem Eintreffen in Bochum wird im Laufe des morgigen Tages (28. März) gerechnet.

„Jeder von uns sieht fast täglich die grauenvollen Bilder aus Italien. Sie treffen uns bis ins Mark“, sagt der Medizinische Geschäftsführer des Katholischen Klinikums, Prof. Christoph Hanefeld. „Es fehlt an vielem, ja möglicherweise an allem, was zur Behandlung von Corona-Patienten notwendig ist. Auch wir in Deutschland wissen nicht, wie schwer es uns künftig noch treffen wird. Solidarität ist in dieser schweren Zeit das Gebot der Stunde. Wie stark dieses Gefühl ist, zeigen viele Hilfsaktionen, die dazu führen, dass Not gelindert wird. Solidarität ist aber auch über Landesgrenzen hinaus wichtig. Wenn deutsche Universitätskliniken nun einige Patienten aus Italien aufnehmen und versorgen, stehen wir mit unserem christlichen Verständnis im St. Josef-Hospital bereit.

Im Katholischen Klinikum Bochum sind Mitarbeiter aus mehr als 70 Nationen beschäftigt. Eine Ärztin aus Italien, die im St. Josef-Hospital beschäftigt ist, wird wichtige Übersetzungsdienste leisten und in engem Kontakt mit den Patienten und ihren Familien in Italien stehen

KKB bereitet sich vor

20.03.2020

Das Katholische Klinikum Bochum bereitet sich auf die Versorgung von Corona-Infizierten mit schwerem Verlauf vor. Darum richtet das KKB an seinen Universitätsklinik-Standorten St. Josef- und St. Elisabeth-Hospital in Bochum sowie im Marien-Hospital und Martin-Luther-Krankenhaus in Wattenscheid neue Intensivbetten und Beatmungsplätze ein. An allen vier Standorten soll die Gesamtzahl der Intensivbetten von 54 auf 87 erhöht werden, die Gesamtzahl der Beatmungsplätze von 31 auf 70. Auf dem Gelände des St. Josef-Hospitals wird eine komplett neue Intensivstation eingerichtet. Sie wird schon kurzfristig einsatzbereit sein. Eine Herausforderung ist die Mobilisierung des erforderlichen Personals. Mitarbeiter aus anderen Bereichen werden abgezogen und für ihren neuen Einsatz geschult. Einige offene Fragen gibt es noch bei der Beschaffung der erforderlichen Geräte. 

„Train2heAr“ - Ein digitales CI-Trainingsprogramm lässt Patienten und Experten aufhorchen

16.03.2020

Auf sehr großes Interesse von fast 100 Teilnehmern stieß bei einer Infoveranstaltung im Februar 2020 die Präsentation eines sehr innovativen, Computer-basierten Programms für ein effektives und flexibel nutzbares Hörtraining für Träger eines Cochlea-Implantates.

Die zentrale Bedeutung von Therapieverfahren zur Hörverbesserung ist in der Fachwelt unstrittig: Gutes Hören ist für viele Formen der Kommunikation und der sozialen Teilhabe in der Gesellschaft nicht hoch genug einzuschätzen. Heutzutage stehen dem Betroffenen dafür zahlreiche Möglichkeiten bis hin zur Cochlea-Implantation zur Verfügung. Um die neuen Höreindrücke trainieren und besser zu verarbeiten, ist ein Hörtraining sehr hilfreich. Digitale Lösungen stellen dabei ein zeit- und kostengünstiges Verfahren dar, die steigende Nachfrage zu decken. Entscheidende Vorteile sind dabei, dass Patienten die Zeit, die Dauer und den Ort für das Training jederzeit selbst wählen können. Sie benötigen dafür in Zukunft lediglich ein Smartphone, ein Tablet oder einen PC auf dem das Trainingsprogramm als App aufgespielt ist.

Im Rahmen eines EU-geförderten Forschungsprojektes hat ein interdisziplinäres Expertenteam über einen Zeitraum von 36 Monaten dieses digitales Hörtrainingsprogramm für CI-Träger mit dem Projektnamen „Train2hear“ entwickelt. In diesem steht eine sehr praxisnahe Europareise im Mittelpunkt. Projektpartner sind dabei unter der Führung des Bochumer Hörkompetenzzentrums (Prof. Christiane Völter und Prof. Stefan Dazert), die Bochumer Hochschule für Gesundheit (Prof. Kerstin Bilda), das Gesundheitskompetenznetzwerk Medecon, der Software-Entwickler „Q2WEB“ und die Firma Kampmann-Hörsysteme.

 

Auf sehr großes Interesse von fast 100 Teilnehmern stieß bei einer Infoveranstaltung im Februar 2020 die Präsentation eines sehr innovativen, Computer-basierten Programms für ein effektives und flexibel nutzbares Hörtraining für Träger eines Cochlea-Implantates.

Bei der Entwicklung lag der Fokus darauf, ein möglichst eng an Patientenbedürfnissen orientiertes Programm zu schreiben. Dazu hat das Team des Bochumer Hörkompetenzzentrums im Vorfeld knapp 90 Betroffene ausführlich nach ihren Technik- und Nutzungsvorlieben befragt. Als ein erstes Prototyp-Programm geschrieben war, hat eine weitere Gruppe von Cochlea-Implantat-Trägern „Train2hear“ ausführlich getestet. Deren so gut wie einhelliges Urteil macht den Entwicklern des Programms viel Mut: So lobte die Testgruppe vor allem das leichte Handling, die Individualisierung, die Anbindung an den Therapeuten sowie die Lernfähigkeit des Programms (automatische Anpassung an den Lernfortschritt des Nutzers). Und wörtlich fügten noch einige Patienten hinzu: „Hat mir viel Spaß gemacht, würde gern damit weitermachen.“, „Hab’s genossen und die eingebauten Motivationen waren sehr hilfreich.“ und „Mein Hören hat sich damit wirklich verbessert.“

Gleichwohl muss „Train2hear“ noch eine Zeit lang im Detail weiterentwickelt werden bevor es Marktreife erlangt. Nach den rundum erfolgreichen Erfahrungen mit dem Prototyp will sich das Entwicklerteam dafür einsetzen, dass möglichst alle CI-Patienten davon profitieren können und dass nach Möglichkeit sämtliche Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Interessierte im Netz unter www.train2hear.de oder telefonisch unter 0234 / 509-8580 (CI-Team im Hörkompetenzzentrum Bochum).