Notarzt fährt in Wohngebiete mit hoher Arbeitslosigkeit besonders häufig

07.02.2018

Neue Studie wertete Rettungsdienst-Einsätze in Bochum für zwei komplette Jahre aus

In Wohngebieten mit hoher Arbeitslosigkeit  wird viel häufiger der Notarzt gerufen als in anderen Vierteln. Diesen engen Zusammenhang hat eine Studie ergeben, die unter Leitung von Priv. Doz. Dr. Christoph Hanefeld, Direktor der Inneren Medizin im St. Elisabeth Hospital Bochum, erstellt und nun im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht worden ist (https://www.aerzteblatt.de/archiv/195862).

Das St. Elisabeth-Hospital gehört zum Katholischen Klinikum Bochum (KKB). Erfasst wurden zunächst sämtliche 16.767 Notarzteinsätze der Stadt Bochum in den Jahren 2014 und 2015. Um eine Zuordnung zur Wohnumgebung und der dort herrschenden wirtschaftlichen Situation herzustellen, konzentrierten sich die Forscher anschließend auf jene Fälle, in denen der Ort des Notarzteinsatzes dem Wohnort des Patienten entsprach (12.198).

Besonders aussagefähig sind bei diesen Einsätzen Herz- und Lungenerkrankungen sowie Schlaganfälle. „Es zeigte sich, dass die notärztliche Einsatzrate in sozial benachteiligten Stadtteilen signifikant erhöht ist. Hier wird eine gesamtgesellschaftliche Problematik erkennbar, die bei der Rettungsdienstorganisation konkret berücksichtigt werden sollte“, resümiert Dr. Hanefeld. Studien, die den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Notarzteinsätzen und wirtschaftlichen Bedingungen zum Inhalt hatten, gab es in den vergangenen zehn Jahren nicht. Zugleich nahm die Zahl der Rettungsdiensteinsätze in Deutschland stark zu.

Für  die statistische Auswertung der neuen Studie zuständig war Prof. Hans-Joachim Trampisch, Leiter der Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie an der Ruhr Universität Bochum. „Ich bin überrascht, wie extrem eng dieser Zusammenhang ist“, betont er. „Das hatte ich nicht erwartet. So deutlich wurde das noch nie gezeigt.“

„Akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind ein häufiger Grund für Notarzteinsätze. Es muss unbedingt weiter erforscht werden, warum sie in sozial benachteiligten Gebieten so viel häufiger vorkommen und wie sich dies verbessern lässt“, betont Prof. Andreas Mügge, Mitautor der Studie und Direktor der Kardiologischen Klinik im St. Josef-Hospital.

Priv. Doz. Thomas Lampert, Leiter des Fachgebietes Soziale Determinanten der Gesundheit am Robert-Koch-Institut und ebenfalls Mitautor der Untersuchung: „Arbeitslosigkeit verursacht Stress und Zukunftsängste. Sie geht mit einem ungesünderen Gesundheitsverhalten einher, was sich z.B. in Bezug auf den Tabak- und Alkoholkonsum, die Ernährungsweise und die körperliche Aktivität zeigt. Dem entspricht ein etwa 2- bis 3-fach erhöhtes Risiko für Krankheiten und Gesundheitsbeschwerden. Dies gilt auch und gerade für Krankheiten, die Notarzteinsätze erforderlich machen.“

Wegweisender Fortschritt in der Therapie der Nervenkrankheit Huntington

15.12.2017

  • Verringerung des krankheitsverursachenden toxischen Proteins erstmals nachgewiesen
  • St. Josef-Hospital Bochum an internationaler Studie beteiligt
  • „Wir sind einen riesigen Schritt nach vorn gegangen“

Hoffnung für die Patienten der bisher unheilbaren, vererblichen Huntington-Erkrankung: Erstmals in der medizinischen Forschungsgeschichte ist es in einer internationalen Studie mit 46 Patienten aus Großbritannien, Deutschland und Kanada gelungen, die Verringerung des toxischen Huntingtin-Proteins im Nervenwasser, das als Ursache für die Entstehung dieser tückischen Krankheit gilt, mit einem Medikament nachzuweisen. Darüber hinaus erwies sich das Medikament, das in den Nervenwasserkanal der Lendenwirbelsäule eingebracht wurde, als sicher und verträglich.

Das Huntington-Zentrum NRW, angesiedelt in der von Prof. Ralf Gold geleiteten Universitätsklinik für Neurologie im St. Josef-Hospital Bochum, ist an der Studie gemeinsam mit acht weiteren Instituten (in Deutschland neben Bochum die Neurologischen Universitätskliniken Ulm und Berlin) beteiligt gewesen. Der Ärztliche Leiter der Studie in Bochum, Prof. Carsten Saft, beurteilt das Ergebnis als wegweisend: „Wir sind nun in einer sehr aufregenden Phase. Noch gibt es die Heilung dieser Krankheit nicht, aber wir sind einen richtungsweisenden riesigen Schritt nach vorn gegangen.“ Für Studien dieser Art wurde das Bochumer Zentrum vor rund 25 Jahren von Prof. Horst Przuntek und Herrn Prof. Jörg Epplen (Humangenetik) gegründet.

Bisher wurden Medikamente, die zur Behandlung der Huntington-Erkrankung das Huntingtin-Protein selbst als Angriffspunkt haben, ausnahmslos an Tieren getestet. Erstmals bezog nun die sogenannte Antisense-Studie des US-Unternehmens IONIS Menschen in diese Forschung mit ein. Das Unternehmen selbst bezeichnet die Ergebnisse in einer offiziellen Mitteilung als „wichtigen Meilenstein“. Die eigenen Erwartungen seien „substanziell übertroffen“ worden. In anderen Fachmedien ist von einem der größten Fortschritte seit Entdeckung des Huntingtin-Gens im Jahre 1993 die Rede. Geplant und notwendig ist nun eine Folgestudie, für die der Schweizer Pharmakonzern Roche alle Rechte und Verantwortlichkeiten übernommen hat.                                                                    

Prof. Saft betont aus Bochumer Sicht: „Es gibt nun klare Hinweise, dass das Medikament in den Krankheitsprozess eingreift. Das ist ein bemerkenswerter Fortschritt. Ob dadurch aber tatsächlich ein Fortschreiten der Krankheit verhindert werden kann, muss erst noch in einer weiteren Studie gezeigt werden. Wir brauchen nun klinische Ergebnisse in größerem Maßstab.“ Dafür soll die 2018 geplante Folgestudie den Weg bereiten.

Kardiologie und Gefäßchirurgie des Katholischen Klinikums Bochum ausgezeichnet

07.12.2017

  • Prominente Platzierung in der FOCUS-Liste „Schutz für das Herz“       

Auch in der Kardiologie und Gefäßchirurgie zählt das Katholische Klinikum Bochum (KKB) zu denbesten Krankenhäusern in Deutschland. Dies ergibt sich aus der neu erschienenen Klinik- und Ärzteliste des Magazins FOCUS mit dem Titel „Schutz für das Herz“. Gelistet sind dort nicht nur die Abteilungen als ganze, sondern als Person auch die jeweiligen Chefärzte, Prof. Andreas Mügge (Kardiologie) und Prof. Achim Mumme (Gefäßchirurgie). Maßstab für die Klinikliste sind Reputation, Hygiene- und Pflegestandard sowie die Patientenzufriedenheit, bei der Ärzteliste kommen Indikatoren wie wissenschaftliche Aktivitäten, Spezialgebiete u.a. hinzu. Bereits in zahlreichen anderen FOCUS-Listen dieses Jahres und vergangener Jahre war das KKB mit dem St. Josef-Hospital und dem St. Elisabeth-Hospital an prominenter Stelle vertreten.

Marien-Hospital Wattenscheid gehört zu den besten geriatrischen Kliniken in Deutschland

24.11.2017

Luftaufnahme Marien-Hospital Wattenscheid

Gute Bewertung in der Rangliste des Nachrichtenmagazins FOCUS

Das zum Katholischen Klinikum Bochum (KKB) gehörende Marien-Hospital Wattenscheid gehört nicht nur zu den größten, sondern auch zu den besten geriatrischen Krankenhäusern in Deutschland. Dies ergibt sich aus der neuen, vom Nachrichtenmagazin FOCUS erstellten Liste der Rehabilitationskliniken und Heilbäder. Basis dieser Liste sind in erster Linie Bewertungen von Ärzten und Sozialdienstmitarbeitern, die mit der jeweiligen Klinik zusammenarbeiten.

Das Katholische Klinikum Bochum hat seine zuvor an zwei Standorten angesiedelte Geriatrie Ende 2016 im Marien-Hospital konzentriert und in Wattenscheid das Zentrum für Altersmedizin und geriatrische Rehabilitation gegründet. Das Marien-Hospital wurde vor diesem Hintergrund mit einem Investitionsaufwand von rd. sechs Mio € um drei komplett neue Geschosse erweitert. Es entstanden eine neue Wahlleistungsstation sowie zwei Regelleistungsstationen. Alle neuen Ein- und Zweibettzimmer sind modern ausgestattet und verfügen über ein eigenes Bad.

AOK-Gesundheitstalk

13.11.2017

Schwere Beine, geschwollene und schmerzende Waden, sichtbare Besenreiser oder sogar Krampfadern.
Quer durch alle Altersgruppen haben jede fünfte Frau und jeder sechste Mann ein Venenproblem, das medizinisch behandelt werden müsste.
Doch wie kann man Venenerkrankungen vorbeugen? Wann handelt es sich um eine ernsthafte Erkrankung? Wann muss man zum Arzt? Wann ist eine Operation erforderlich? Warum hilft Bewegung? Welche Angebote haben die Krankenkassen? Und kann man Sport oder sogar Leistungssport trotz einer Venenschwäche treiben?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen geben namhafte Experten beim AOK-Gesundheitstalk im LCC

Auf dem Podium: Prof. Dr. Markus Stücker (Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie DGP, leitender Arzt am Venenzentrum der Dermatologischen und Gefäßchirurgischen Kliniken der Ruhr-Universität Bochum), Dr. med. Erika Mendoza (Allgemeinärztin mit Schwerpunkt Phlebologie, Buchautorin, DGP-Generalsekretarin), Mike Ivica Muretić (Physiotherapeut der U23 von Borussia Dortmund) sowie Tom Ackermann (Vorstandsvorsitzender der AOK ). Moderation: Sven Prege

Professor Markus Stücker bei dem AOK-Gesundheitstalk am 13.11.2017

Weltweit einzigartig: Junge erhält dank Gen-Therapie neue Haut

08.11.2017

Dieser Fall ist weltweit einzigartig: Einem todkranken Jungen wurde auf der Basis einer hochspezialisierten Gen-Therapie 80 Prozent seiner Haut ersetzt. Genveränderte Hauttransplantate retteten ihm das Leben. Möglich wurde dies durch eine beispiellose Zusammenarbeit der Universitäts-Kinderklinik Bochum, dem Bergmannsheil Bochum und dem Zentrum für Regenerative Medizin der italienischen Universität Modena. Der Junge litt unter der sogenannten Schmetterlingskrankheit. Die eingepflanzte Haut wurde aus seinen eigenen Stammzellen gewonnen, in Italien gentechnisch angezüchtet und in Deutschland eingepflanzt. Zu den Erstautoren der Studie, die im renommierten Fachblatt "Nature" veröffentlicht wurde, zählen Dr. Tobias Rothoeft und Dr. Norbert Teig von der Bochumer Universitäts-Kinderklinik und PD Dr. Tobias Hirsch vom Bergmannsheil Bochum, wo die Operationen erfolgten. In der Universitäts-Kinderklinik wurde der Junge über acht Monate hinweg intensivmedizinisch betreut.

St. Josef-Hospital Bochum zählt zu den besten Krankenhäusern in Deutschland

04.10.2017

  • Top-Platzierungen in der neuen FOCUS-Klinikliste 2018

Das St. Josef Hospital in Bochum zählt zu den führenden Krankenhäusern in Deutschland. In der heute veröffentlichten Klinikliste 2018 des Nachrichtenmagazins FOCUS rangiert das Haus auf Platz 28,  in Nordrhein-Westfalen Platz auf Platz sieben und im Ruhrgebiet auf Platz zwei. In die stark beachtete Klinikliste fließen zahlreiche Bewertungskriterien und Kennzahlen ein. Dazu zählen die medizinische Leistung (Fallzahlen, Komplikationsquoten, technische Ausstattung, Zahl und Qualifikation der Ärzte und Pflegekräfte, Hygiene), positive Empfehlungen anderer Ärzte der jeweiligen Fachrichtung, Qualitätskennzahlen und die Ergebnisse einer groß angelegten Patienten-Umfrage unter 400.000 Mitgliedern der Techniker-Krankenkasse.

Besonders hoch bewertet wurden in der Umfrage die Neurologie, die Diabetologie, die breit aufgestellte Krebstherapie sowie darüber hinaus die Kardiologie (Direktor Prof. Andreas Mügge) und Gefäßchirurgie (Direktor Prof. Achim Mumme). In der Neurologie (Direktor Prof. Ralf Gold) wird besonders die Behandlung von Multipler Sklerose (MS) hervorgehoben, aber auch von Parkinson und Alzheimer. Die Diabetologie betreut unter Leitung von Chefarzt Prof. Juris Meier die erwachsenen Patienten, während in der Universitätskinderklinik Dr. Eggert Lilienthal für die jüngeren Patienten verantwortlich zeichnet. In der Darmkrebs-Therapie gibt es eine enge Kooperation zwischen der Allgemein- und Viszeralchirurgie (Direktor Prof. Waldemar Uhl) und der Onkologie (Chefärztin Prof. Anke Reinacher-Schick).

Das St. Josef-Hospital gehört zum Katholischen Klinikum Bochum (KKB). PD Dr. Christoph Hanefeld, Medizinischer Geschäftsführer des KKB): „Qualität der Arbeit ist in unserem Haus oberstes Gebot. Die erneute Top-Platzierung in der FOCUS-Klinikliste ist dafür eine schöne Bestätigung und gleichzeitig eine weitere Ermutigung, diesen Weg konsequent fortzusetzen.“

Venenleiden Beine machen

15.09.2017