Liebe Patientin, Lieber Patient, liebe Angehörige,

Sie haben sich entschieden, unsere Zentrale Notaufnahme aufzusuchen. Sie befinden sich in eine absolute Ausnahmesituation. Sie haben einen Unfall, eine akute Erkrankung oder ein bedrohliches Symptom. In diesem Moment weiß man, dass die Gesundheit das Wichtigste und Grundlegengste von allem ist.

Wir, das Team der Zentrale Notaufnahme, wollen Ihnen in Ihrer extremen Ausnahmesituation beistehen. Wir nehmen Ihre Ängste bzw. Sorgen und Ihre Beschwerden sehr ernst. Dabei ist es natürlich erforderlich, intern eine gewisse Routine zu verfolgen. Es gibt festgelegte Untersuchungen, die immer durchgeführt werden, und es gibt notwendige Handlungsschritte, die in Situationen zuverlässig erfolgen müssen.

Dieses Vorgehen findet mehrere tausend Mal pro Jahr statt. Letztes Jahr suchten ca. 40.000 Patienten unsere Zentrale Notaufnahme auf, Tendenz steigend. Dafür stehen insgesamt 12 Untersuchungsräume, 4 Schockräume und 2 Eingriffsräume zur Verfügung. Alle diagnostischen und therapeutischen Schritte können hier zentral durchgeführt werden.

Zeit ist in der Notfallversorgung ein wichtiger Faktor! Wenige Minuten entscheiden oftmals über Rettung eines Menschenlebens. Zeiten hoher Auslastung sind trotz bester Planung nicht immer vorhersehbar. Die Anzahl der zu versorgenden Patienten hat natürlich den größten Einfluss auf die Dauer der Wartezeit. Wir möchten Sie trotz des hohen Patientenaufkommens umfassend und kompetent medizinisch versorgen.

Die Zentrale Notaufnahme kann und soll kein Ersatz für die hausärztliche Versorgung sein. Hierfür existiert die Notfallpraxis in unserem Krankenhaus, an welche Sie sich bei Bedarf außerhalb der Sprechzeiten Ihres Hausarztes wenden können. Gern stehen wir Ihnen für weitere Fragen zur Verfügung.

Herzliche Grüße und eine baldige Genesung!
Ihr Team der Zentralen Notaufnahme

Anmeldung in der Zentralen Notaufnahme

Wenn Sie in unsere Zentrale Notaufnahme kommen, werden Sie umgehend von einer Pflegekraft aufgenommen. Nennen Sie ihr bitte Ihre Beschwerden und Symptome. Auf dieser Basis werden Sie dem entsprechenden diensthabenden Arzt gemeldet. In der Reihenfolge der Untersuchungen legen wir die Dringlichkeit zugrunde. Die schwersten Fälle  werden zuerst behandelt.

Schwerpunkte

  1. Schlaganfall/ Stroke
    Das therapeutische Zeitfenster für eine effektive Rekanalisation ist sehr klein (<4,5h, in begründeten Fällen max. <6h). Geschwindigkeit ist bei der diagnostischen Aufarbeitung eines potentiellen Lysekandidaten essentiell, damit die Zeit zwischen Eintreffen des Patienten und dem Beginn der Therapie (door-to-needle und door-to-groin) möglichst kurzgehalten wird, erfolgt in der ZNA ein automatisiertes, standardisierendes Vorgehen (sog. Lyse-Protokoll) statt. Auch Patienten mit ,,wake-up-Stroke" sind zunächst wie Patienten im regulären Lyse-Zeitfenster von 4,5 h zu behandeln, so dass im Falle einer möglichen off-label-Therapie kostbare Zeit nicht unnötig verloren geht.
  2. Cardiac Arrest Center
    Der plötzliche Herztod oder Kreislaufstillstand führt zu mehr als 100.000 Todesfällen pro Jahr in Deutschland. Nach einer Alarmierung "Herzalarm Buzzer"  kommen ein spezialisiertes Team von Ärzten bestehend aus Anästhesisten, Kardiologen und Neurologen und speziell ausgebildeten Notfallpflegekräften zusammen, mit dem Ziel  das Überleben nach einer Wiederbelegung des Patienten mit einer adäquaten Lebensqualität zu erhöhen.
  3. Traumazentrum
    Ein Moment der Unaufmerksamkeit und ein Unfall ist schnell passiert. Statistisch erleiden ca. 8 Millionen Menschen in Deutschland einen Unfall, ein Teil davon mit schwersten Verletzungen mit lebensbedrohlichen Zuständen (Polytrauma). Das professionelle Polytrauma-Management im Schockraum hat das Ziel, eine bestmögliche medizinische Versorgung unter standardisierten Qualitätsmaßstäben für den Patienten zu ermöglichen.

Wartezeiten

Wir sind bemüht, jeden Patienten schnell und zuverlässig zu behandeln. Aufgrund hoher Patientenzahlen sind Wartezeiten aber nicht immer zu vermeiden.

Lebensbedrohlich erkrankte Menschen müssen schneller behandelt werden als Patienten mit weniger schweren oder mit kleineren Verletzungen. Wie dringlich eine Behandlung ist, kann nur der Arzt feststellen.

Je weniger bedrohlich Ihre Erkrankung und je höher das Patientenaufkommen in der Zentralen Notaufnahme ist, desto länger fällt die Wartezeit aus.

In vielen Fällen müssen diagnostische Werte, etwa Blutergebnisse, Röntgenbilder, MRT oder CT, erhoben und dann ausgewertet werden. Auch dies braucht seine Zeit. Mitunter sind dies zwei Stunden oder mehr. In  in lebensbedrohlichen Situationen wird dieser Prozess aber deutlich beschleunigt.

Akut-Aufnahme

im Alltag erreichen uns in der Zentralen Notaufnahme eine Reihe von Patienten mit noch unklarer Diagnose und mehrdeutigen Symptomen. Eine verantwortliche Behandlung und Diagnostik braucht nun mal Zeit. Sie benötigen beispielsweise eine Überwachung oder eine kurzfristige Therapie. Dafür stehen auf der Akut-Aufnahmestation 25 Betten zur Verfügung. Bei den täglich stattfindenden Visiten wird entschieden, ob sie weiterhin stationär im Klinikum verbleiben oder nach Hause Entlassen werden können. Falls doch ein längerfristiger stationärer Klinikaufenthalt erforderlich wird, werden Sie auf eine der Fachdisziplin zugeordnete Station verlegt.

Auf der Akut-Aufnahmestation werden sowohl konservative als auch operative Patienten versorgt, die keiner vollen intensivmedizinischen Betreuung mehr bedürfen, für einen normalstationären Aufenthalt aber noch zu überwachungs- und betreuungsbedürftig erscheinen.

Das Konzept der Aufnahmestation beinhaltet die Überwachung, die weitere Diagnostik und Therapie der Notfallpatienten.

Fachabteilungen in der Zentralen Notaufnahme

Hausärztliche Notdienstpraxis

Apotheken-Notdienst

Welche Apotheke aktuell in Bochum und der Umgebung Notdienst hat, finden Sie hier.

Ärztliche Leitung

Dr. Bilal Cevik

Leitender Arzt Zentrale Notaufnahme

Anästhesiologie und Intensivmedizin

Lehre, Aus- und Weiterbildung

Studierende

Praktisches Jahr (PJ)

Studierende im Praktischen Jahr können im Tertial der konservativen Medizin (Innere Medizin, Kardiologie, Neurologie) sowie der operativen Medizin (Viszeralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie) in die Zentrale Notaufnahme rotieren. Die Ausbildung liegt mit besonderem Fokus auf der akuten Notfallversorgung in der Zentralen Notaufnahme. Ein Oberarzt der Zentralen Notaufnahme steht als Mentor und fester Ansprechpartner zur Verfügung.

Famulatur

Die Famulatur in der Zentralen Notaufnahme soll Ihnen einen Einblick in die praktische Tätigkeit als Notfallmediziner ermöglichen und Sie mit den Tätigkeiten in der Notfallversorgung vertraut machen. Unser Ziel ist es, Ihnen mit kompetenter Betreuung erste praktische Erfahrungen zu ermöglichen und Ihr gewähltes Berufsfeld im Klinikalltag kennenzulernen.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an bilal.cevik@klinikum-bochum.de

Ihre Bewerbungsunterlagen sollten zusätzlich zu den üblichen Dokumenten umfassen:

Wahlfach Notfallmedizin

In dem Wahlfach „Notfallmedizin“ werden die Initialtherapie der häufigsten notfallmedizinischen Leitsymptome und wichtigsten diagnostischen Schritte der zugrundeliegenden Erkrankungen bzw. Verletzungen in der Zentralen Notaufnahme vermittelt.

Informationen zum Wahlfach finden Sie hier.

Die Anmeldung erfolgt direkt per Mail an bilal.cevik@klinikum-bochum.de

Pflegende

Fachweiterbildung Notfallpflege

Die schnelle und qualitativ hochwertige Versorgung von akuten medizinischen Notfällen ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben in einer zentralen Notaufnahme. Die steigenden Anforderungen und das umfangreiche Tätigkeitsfeld machen eine Weiterbildung des dort eingesetzten Personals unabdingbar. Die 2-jährige berufsbegleitende Weiterbildung „Notfallpflege“ ist für Pflegekräfte, die mindestens ein halbes Jahr Berufserfahrung in der Notfallversorgung haben und einen Abschluss in der Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder der Gesundheits- und Krankenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erworben haben. Unsere Fachweiterbildung „Notfallpflege“ ist zertifiziert und anerkannt durch die Deutsche Krankenhaus Gesellschaft (DKG).

Informationen zur Fachweiterbildung Notfallpflege finden Sie hier

 

Advanced Trauma Care for Nurse(ATCN)

ATCN ist ein Ausbildungskonzept für Pflegekräfte in einer Notaufnahme, das standardisierte diagnostische und therapeutische Handlungsabläufe in der innerklinischen Erstversorgung von polytraumatisierten Patienten im Schockraum definiert. Die volle Kursgebühr wird vom Klinikum übernommen.

Information zur Fortbildung ATCN finden Sie hier

 

Advanced Cardiovascular Life Support (ALS)

Die Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislaufstillstand stellt für das Behandlungsteam eine große Herausforderung dar. Der ACLS Provider Kurs vermittelt das Wissen und die Kenntnisse, die nötig sind um die ersten 15 Minuten eines Herz-Kreislaufstillstandes beim Erwachsenen zu beurteilen und zu behandeln. Die volle Kurgebühr wird vom Klinikum übernommen.

 

Ersteinschätzung in der Notaufnahme

Die systematische und strukturierte Bestimmung der Behandlungsdringlichkeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Versorgungssicherheit in der Notaufnahme. Manchester Triage System ist das Instrument zur Abschätzung der Behandlungsdringlichkeit. Die volle Kursgebühr wird vom Klinikum übernommen.

Information zur Fortbildung MTS Basis Sie hier

Ärzte

Zusatzweiterbildung (ZBW) Klinische Akut- und Notfallmedizin

Die Zentrale Notaufnahme des St. Josef-Hospitals Bochum besitzt die volle 24monatige Weiterbildungsermächtigung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung Klinische Akut- und Notfallmedizin.

Zu Beginn der Ausbildung wird ein Zeitplan erstellt, der je nach zugrundeliegender Facharztqualifikation unterschiedlich gewichtet sein kann, im groben Rahmen allerdings wie folgt aufgebaut sein wird:

  • In den ersten 12 Monaten Rotation durch die unterschiedlichen Bereiche der Notaufnahme (konservative-internistisch, operativ-chirurgisch, neurovasculär-neurologisch). Schwerpunkt in dieser Zeit liegt auf individuellen medizinisch-inhaltlichen Kompetenzen (Kenntnisse und Fertigkeiten)
  • In den darauffolgenden 12 Monaten erfolgt der Einsatz interdisziplinär und übergeordnet in der ZNA mit dem Schwerpunkt der Umsetzung des Gelernten aus den ersten 12 Monaten sowie der Koordination und Führung in Notfallsituationen.

Mindestanforderungen gemäß § 11 WO für ZBW Klinische Akut- und Notfallmedizin:

  • Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung
  • 6 Monate Intensivmedizin
  • 80 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in allgemeiner und spezieller Notfallbehandlung
  • 24 Monate Klinische Akut- und Notfallmedizin in einer interdisziplinären Notfallaufnahme unter Befugnis an Weiterbildungsstätte

Informationen zum ZBW „Klinische Akut-und Notfallmedizin“ finden Sie hier

Hospitation

Für Ärztliche Kolleginnen und Kollegen bieten wir die Möglichkeit zu einer eintägigen Hospitation an, in der Sie die Zentrale Notaufnahme kennenlernen können. Auch bei einer Hospitation müssen einige Formalien eingehalten werden, über diese wir Sie gerne informieren.

Bitte senden Sie Ihre Anfrage direkt an: bilal.cevik@klinikum-bochum.de