Radiofrequenzablation (RFA)
"Die Radiofrequenzablation (RFA) ist ein minimal‑invasives Verfahren zur gezielten Behandlung von Tumoren, insbesondere in der Leber, Niere, Lunge oder Knochen. Dabei wird der Tumor durch gezielte Hitzeeinwirkung zerstört, ohne dass eine offene Operation notwendig ist. Die Methode wird unter Bildsteuerung (CT oder Ultraschall) durchgeführt und gilt als besonders gewebeschonend. Die Radiofrequenzablation (RFA) eignet sich vor allem für kleinere, gut abgrenzbare Tumoren, während die Mikrowellenablation (MWA) bevorzugt eingesetzt wird, wenn größere Areale behandelt werden müssen oder das Gewebe schwerer zu erwärmen ist – beide Verfahren sind schonend und werden je nach Tumorgröße, Lage und Gewebeart individuell ausgewählt."
Anwendungsgebiete
-
Lebertumoren (primär oder metastasiert)
-
Nieren‑ und Lungentumoren
-
Knochenläsionen, insbesondere Osteoidosteome
-
Tumorrezidive, wenn eine Operation nicht möglich ist
Ablauf der Behandlung
Vorbereitung
Die Intervention erfolgt meist unter leichter Sedierung oder Narkose. Nach der Bildgebung wird die exakte Lage des Tumors bestimmt.
Platzierung der Sonde
Über eine feine Punktionsnadel wird eine Radiofrequenzsonde direkt in den Tumor eingeführt. Die Position wird kontinuierlich bildgesteuert (mittels CT oder Ultraschall) überprüft.
Erwärmung des Tumors
Durch hochfrequente Wechselströme entsteht Wärme (ca. 60–100 °C), die das Tumorgewebe gezielt zerstört. Das umliegende gesunde Gewebe bleibt weitgehend erhalten.
Kontrolle
Nach der Ablation erfolgt eine Bildkontrolle, um den Behandlungserfolg zu dokumentieren.
Risiken und Nebenwirkungen
Die Radiofrequenzablation ist ein bewährtes und sicheres Verfahren zur gezielten Behandlung von Tumoren. Wie bei jeder medizinischen Intervention können jedoch Nebenwirkungen auftreten. Häufig kommt es nach dem Eingriff zu leichten Schmerzen oder Druckgefühl im behandelten Bereich, gelegentlich auch zu Fieber oder Müdigkeit – diese Reaktionen sind meist vorübergehend und Ausdruck der lokalen Gewebsreaktion.
Selten können Blutungen, Infektionen oder Verletzungen angrenzender Strukturen auftreten, insbesondere bei Tumoren in unmittelbarer Nähe zu empfindlichen Organen. In Einzelfällen wird über vorübergehende Veränderungen der Leberwerte oder lokale Hautreizungen berichtet. Schwere Komplikationen sind selten.
Vorteile der RFA
-
minimal‑invasiv, ohne große Operation
-
präzise, lokal begrenzte Wirkung
-
kurze Erholungszeit
-
kombinierbar mit anderen Therapien (z. B. Chemoperfusion, TACE)
-
geeignet für Patient:innen mit eingeschränkter Operabilität
RFA bei Osteoidosteomen
Das Osteoidosteom ist ein gutartiger, aber schmerzhafter Knochentumor, der häufig bei jungen Menschen vorkommt. Die Radiofrequenzablation bietet hier eine hocheffektive Alternative zur Operation:
Die Läsion wird unter CT‑Steuerung punktgenau getroffen.
Die Sonde erhitzt das Zentrum des Osteoidosteoms für wenige Minuten.
Der Tumor wird vollständig zerstört, die Schmerzen verschwinden meist innerhalb weniger Tage.
Kein größerer Schnitt, keine lange Heilungsphase – die Patient:innen können oft am Folgetag nach Hause.
Kontakt & Terminvereinbarung
Sie möchten sich über die Radiofrequenzablation (RFA) informieren oder prüfen, ob diese Behandlung für Sie geeignet ist? Unser Team der Radiologie und Nuklearmedizin am St. Josef‑Hospital Bochum steht Ihnen gerne für ein persönliches Beratungsgespräch zur Verfügung.