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Transarterielle Chemoembolisation (TACE)
"Die Transarterielle Chemoembolisation (TACE) ist ein minimal‑invasives, gefäßbasiertes Therapieverfahren zur Behandlung von Lebertumoren. Dabei wird eine lokal wirkende Chemotherapie direkt über die Blutgefäße in den Tumor eingebracht und die Tumordurchblutung gezielt durch einen Gefäßverschluss reduziert. So wirkt die Therapie genau dort, wo sie gebraucht wird – mit deutlich geringerer Belastung für den gesamten Körper."
Für welche Tumoren eignet sich TACE?
Die TACE eignet sich sowohl für lebereigene Tumoren als auch für Lebermetastasen verschiedener Primärtumoren.
Lebermetastasen:
- metastasiertes kolorektales Karzinom (mCRC)
- Brustkrebs
- Nierenzellkarzinom
- neuroendokrine Tumoren (NET)
- weitere Tumorarten
Lebertumoren:
- hepatozelluläres Karzinom (HCC)
- Cholangiokarzinom
Wie läuft die Behandlung ab?
Schritt 1 – Zugang über die Leiste Ein kleiner, schonender Zugang in der Leiste ermöglicht die Einführung eines dünnen Katheters.
Schritt 2 – Präzise Katheterführung Der Katheter wird über die Leberarterien direkt zum Tumor geführt.
Schritt 3 – Lokale Chemotherapie Die Chemotherapie wird gezielt in den Tumor eingebracht.
Schritt 4 – Reduktion der Tumordurchblutung Die Blutversorgung des Tumors wird vorübergehend durch einen Gefäßverschluss reduziert, um die Wirkung zu verstärken.
Schritt 5 – Nachsorge Die Behandlung dauert meist 60–90 Minuten. Viele Patient:innen können am Folgetag nach Hause gehen.
Welche TACE-Verfahren bieten wir an?
Wir bieten alle modernen Formen der TACE an – individuell abgestimmt auf Tumorart und Gefäßversorgung:
- cTACE – klassische Chemoembolisation
- DSM‑TACE – degradierbare Stärkepartikel, besonders schonend
- DEB‑TACE – Drug‑Eluting Beads (z. B. DEB‑DOX, DEB‑IRI) → kontrollierte lokale Wirkstofffreisetzung → besonders geeignet für HCC und bestimmte Metastasen
Vorteile der TACE
- gezielte Behandlung direkt im Tumor
- geringere Nebenwirkungen als systemische Chemotherapie
- minimal‑invasiv, ohne große Operation
- individuell an Tumorart und Gefäßversorgung anpassbar
- kombinierbar mit Systemtherapie, Ablation oder Resektion
Mögliche Risiken und Nebenwirkungen
Die Transarterielle Chemoembolisation (TACE) ist ein gut etabliertes Verfahren zur Behandlung von Lebertumoren. Wie bei jeder medizinischen Therapie können Nebenwirkungen auftreten. Häufig kommt es in den ersten Tagen zu einem sogenannten Postembolizationssyndrom mit Müdigkeit, leichtem Fieber, Übelkeit oder Schmerzen im rechten Oberbauch – diese Beschwerden sind erwartbar und klingen meist rasch wieder ab.
Auch vorübergehende Veränderungen der Leberwerte sind sehr häufig und gelten als normale Reaktion auf die Behandlung. Schwere Komplikationen wie Leberabszesse, Gallengangsreizungen oder ausgeprägte Leberfunktionsstörungen sind sehr selten. Insgesamt gilt die TACE als sicheres Verfahren, dessen Nebenwirkungen überwiegend gut behandelbar und meist vorübergehend sind.
Kontakt & Terminvereinbarung
Sie möchten sich über die Transarterielle Chemoembolisation (TACE) informieren oder prüfen, ob diese Behandlung für Sie geeignet ist? Unser Team der Radiologie und Nuklearmedizin am St. Josef‑Hospital Bochum steht Ihnen gerne für ein persönliches Beratungsgespräch zur Verfügung.