Patienteninformation zur über­brückenden Heparin­therapie bei Einnahme oraler gerinnungs­hemmender Medikamente

Wenn bei Ihnen ein ein Eingriff vorgesehen ist, der ein Absetzen Ihrer bestehenden Therapie mit einem blutgerinnungshemmenden Medikament notwendig macht, gibt es Möglichkeiten, trotz Absetzens Ihres Medikamentes eine thrombosehemmende Wirkung zu erzielen.

Zu Ihrem eigenen Vorteil und um eine frühzeitige Einweisung in die Klinik zu vermeiden, wenden wir eine Vorgehensweise an, die über die arzneimittelrechtliche Zulassung hinausgehen kann.

Um die Thromboseneigung Ihres Blutes im Zeitraum des operativen Eingriffs auf ein Minimum zu reduzieren, empfehlen wir Ihnen eine überbrückende Injektionsbehandlung mit Heparin (sog. Brückentherapie / englisch "Bridging"). Unsere Mitarbeiter sind Ihnen beim Erlernen der Injektionstechnik in die Haut gerne behilflich. Sie sollten das orale Antikoagulanz mit dem Wirkstoff Phenprocoumon (z.B. Marcumar®) neun Tage vor dem geplanten Eingriff absetzen und sechs bis vier Tage vor dem Eingriff mit einer täglichen Heparininjektion in die Bauchhaut beginnen, nachdem Ihr Quick-/INR-Wert drei Tage nach Absetzen des oralen Antikoagulanz kontrolliert wurde. Der Beginn der Heparintherapie ist vom Quick-/INR-Wert abhängig, der engmaschig überwacht werden muss. Die letzte Spritze vor dem Eingriff muss 24 Stunden vorher, nicht später gegeben werden. Eine Absprache mit dem Operateur oder Zahnarzt ist wünschenswert. Der Operateur oder Zahnarzt sollte auch entscheiden, wann die erste Spritze nach dem Eingriff gegeben wird, und wann Sie mit der Einnahme des oralen Antikoagulanz mit dem Wirkstoff Phenprocoumon (z.B. Marcumar®) nach dem Eingriff wieder beginnen können.

Jedes Medikament kann unerwünschte Nebenwirkungen verursachen, so auch Heparine. Das Risiko für Nebenwirkungen hängt von der Dosis, der Dauer, den individuellen Risikofaktoren sowie Begleiterkrankungen ab. Folgende Risiken bestehen:

  • Ein erhöhtes Risiko für Blutungen liegt immer vor, insbesondere dann, wenn früher schon einmal Blutungen aufgetreten sind oder eine aktive Blutung besteht. Falls Vorerkrankungen dieser Art bestehen, informieren Sie Ihren Arzt. Die begleitende Medikation kann das Blutungsrisiko ebenfalls beeinflussen. Blutplättchenhemmer (z.B. Aspirin®) oder bestimmte Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen) können die Blutungsneigung erhöhen.
  • Allergische Reaktionen sind selten. Dazu zählen Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Sehr selten ist die Verringerung der Blutplättchen.

Die Heparintherapie sollte solange zusammen mit dem oralen Antikoagulanz erfolgen, bis Ihr Quick-/INR-Wert wieder im therapeutischen Bereich ist. Dies ist in aller Regel nach fünf bis sieben Tagen der Fall. Ihr Arzt entscheidet dann über die weitere Behandlung.

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich an uns.