Informationen zur Heilmittelverodnung (z.B. MLD)

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten der lymphologischen Sprechstunde,

zu einer guten lymphologischen Therapie gehören:

  • optimale Kompressionstherapie (täglich und konsequent!)
  • optimale Hautpflege
  • Bewegungstherapie
  • Gewichtsoptimierung
  • ggf. manuelle Lymphdrainage (MLD)
  • ggf. apparative intermittierende Kompressionstherapie

Eine Therapie mit manueller Lymphdrainage OHNE eine konsequente tägliche Kompressionstherapie kann leider nicht von uns verordnet werden.

Eine apparative intermittierende Kompressionstherapie mittels Heimgerät kann als Ergänzung der Kompressionstherapie nur dann eingesetzt werden, wenn der Patient eine entsprechende Testphase mit dem Gerät durchgeführt hat, in der die Wirksamkeit- und Verträglichkeit nachgewiesen wurden und eine entsprechende Verlässlichkeit des Patienten in der Therapietreue vorhanden ist.

Zum Nachweis der von der Heilmittelrichtlinie geforderten Wirksamkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der verordneten Maßnahmen sind wir verpflichtet, entsprechende Dokumentationen durchzuführen. Hierzu gehören:

  • Umfangsmessungen
  • Fotodokumentation mit und ohne Kompressionstherapie
  • Therapieberichte des Lymphtherapeuten (falls Sie eine MLD erhalten)
  • Nachweis echoarmer Spalträume in der Ultraschalluntersuchung als Zeichen der Lymphabflusstörung

Wir bitten Sie daher zur Optimierung der Abläufe zum nächsten Termin in Ihrer Kompressionsversorgung zu erscheinen und (falls Sie eine MLD bekommen haben) den Therapiebericht Ihres Lymphtherapeuten mitzubringen.

In den Heilmittelrichtlinien sind entsprechend der Diagnose und dem zugehörigen Indikationsschlüssel genaue Vorgaben für die Verordnung im Regelfall sowie außerhalb des Regelfalls gemacht. Anbei eine kleine Übersicht:

Diagnose z. B. Indikations-
schlüssel
Verordnungs­menge im Regelfall Verordnung außerhalb des Regelfalls
Lipödem L1a Max. 2x6 MLD
(max. 12)
Nicht möglich
Hämatome nach Unfall oder Operation Ly1b Max. 2x6 MLD
(max. 12)
Nicht möglich
Lymphödem, Lipolymphödem Ly2a Max. 5x6 MLD
(max. 30)
In Einzelfällen möglich mit med. Be­gründung
Lymphödem nach Krebserkrankung Ly3a Max. 5x10 MLD
(max. 50)
In Einzelfällen möglich mit med. Be­gründung

Nach Ablauf der Menge des Regelfalls muss bis zur nächsten Erstverordnung eine Pause von mindestens drei Monaten zwischen der letzten durchgeführten MLD und der nächsten Verordnung eingehalten werden. Nur in besonderen, medizinisch begründeten Einzelfällen, kann dieses Auslassen der Pause entfallen und eine Verordnung außerhalb des Regelfalls erfolgen.

Die Verordnung einer Manuellen Lymphdrainage ist nur dann möglich, wenn auch die dafür notwendigen medizinischen Voraussetzungen gegeben sind:

  • Mitarbeit des Patienten bzgl. der begleitenden Therapiesäulen
  • Konsequente (passende und geeignete) Kompressionstherapie (täglich!)
  • Regelmäßige Bewegung, sportliche Aktivität zur Unterstützung des Lymphabflusses
  • Gewichtsreduktion bzw. Vermeidung von Übergewicht (Übergewicht ist ein wesentlicher Faktor zur Verschlechterung des Lymphödems/ Lipolymphödems/ Lipödems)
  • Bericht des Lymphtherapeuten
  • Nachweis echoarmer Spalträume in der Ultraschalluntersuchung als Zeichen der Lymphabflussstörung

Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, kann eine MLD zwar durchaus als angenehm empfunden werden, ist aber medizinisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll und kann entsprechend nicht von uns verordnet werden.

Patienten mit einem langfristigen und ggf. sogar dauerhaften Behandlungsbedarf können entsprechend den neuen, seit dem 01.01.2012 in Kraft getretenen Regelungen, einen Antrag bei Ihrer Krankenkassen stellen mit der "Bitte um Genehmigung einer Dauerverordnung" für die manuelle Lymphdrainage. Dem Antrag sollte ein ärztlicher Bericht beigefügt werden, aus dem die Diagnose hervor geht.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.