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Dr. Jürgen Frech

Leiter Unternehmenskommunikation

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Vassilios Psaltis

Pressereferent

0234/509-2744

Annette Wenzig

Pressereferentin

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Jahresmagazin

Das Katholische Klinikum Bochum hat seinen erfolgreichen Weg fortgesetzt und auch im vergangenen Jahr schwarze Zahlen geschrieben. Die Zahl der Mitarbeiter wurde erneut gesteigert. In besonderem Maße galt dies für die Pflege. Die fünf Krankenhäuser im Verbund des KKB behandelten rund 50.000 Patienten stationär und 157.500 ambulant.

"Im Krankenhaus sind wir extrem nah am Menschen. Diese Herausforderung nehmen wir an – mit all unserer Expertise."

Dr. Ing. E.h. Wilhelm Beermann (Vorsitzender des Aufsichtsrates),
Prof. Dr. Christoph Hanefeld (Sprecher der Geschäftsführung)
Dipl.-Oec. Franz-Rainer Kellerhoff (Kaufmännischer Geschäftsführer)

Die aktuelle Ausgabe steht Ihnen hier als Download zur Verfügung.

Aktuelles

Teletherapeutisches Hörtraining

10.12.2019

Hörstörungen haben sowohl im Kindes-, aber auch im Erwachsenenalter eine große
Bedeutung für die körperliche, psychische und soziale Entwicklung. Neben einer
konservativen und operativen Behandlung derselben kann auch ein Hörtraining dazu
beitragen, das Hörvermögen zu verbessern. Mit Blick auf die demographische
Entwicklung und die zunehmende Anzahl an Schwerhörigen im höheren Lebensjahr
bedarf es in Zukunft neuer Konzepte in der Hörrehabilitation. Die Digitalisierung stellt
hierbei eine zukunftsweisende Möglichkeit dar, auch stärker die Betroffenen in die
Therapie einzubeziehen.
Das Projekt „Train2Hear“, das durch die Europäische Union und das Land NordrheinWestfalen gefördert wird, stellt eine Kooperation des Cochlea-Implantat-Zentrums
Ruhrgebiet der Universitäts-HNO-Klinik des St. Elisabeth-Krankenhauses Bochum mit
der Firma Kampmann Hörsysteme, Bochum, der Hochschule für Gesundheit, Bochum
und der Q2WEB GmbH, Düsseldorf dar.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Erprobung eines adaptiven teletherapeutischen Hörtrainings für Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen.

Um eine individualisierte Hör- und Sprachrehabilitation zu ermöglichen, soll sich das
innovative Übungsprogramm interaktiv an den Leistungsstand und an die Bedürfnisse
der Betroffenen anpassen. Eine Kombination aus einem selbstständigen, webbasierten
Training und einer fachlichen Anleitung und Begleitung soll dazu beitragen, eine
strukturierte und wirksame Therapie für den Alltag anzubieten.
Für weiterführende Informationen über das Projekt besuchen Sie gerne die Homepage

Krebstherapie im St. Josef-Hospital ausgezeichnet

03.12.2019

Die Krebstherapie hat seit vielen Jahren einen besonderen Stellenwert im Katholischen Klinikum Bochum (KKB). Schwerpunkt ist dabei das St. Josef-Hospital (Klinikum der Ruhr-Universität). Die hohe ärztliche und pflegerische Expertise wird nun erneut gewürdigt. Mehrere Mediziner und Abteilungen landen in den neuen Ärzte- und Kliniklisten des Magazins FOCUS auf den vorderen Plätzen.

Dazu zählt die Dermatologie mit ihrem Chefarzt Prof. Eggert Stockfleth, die Krebstherapie für den Verdauungstrakt / Darm mit den Chefärzten Prof. Anke Reinacher-Schick (Onkologie) und Prof. Waldemar Uhl (Allgemein- und Viszeralchirurgie) sowie die Strahlentherapie mit Klinikdirektor Prof. Irenäus Adamietz. Gerade bei Krebspatienten arbeiten Ärzte über Abteilungsgrenzen hinweg im Regelfall interdisziplinär und eng zusammen.

Prof. Christoph Hanefeld, Medizinischer Geschäftsführer des Katholischen Klinikums, sieht die Konzernstrategie durch die neuen FOCUS-Bewertungen bestätigt: „Für die Krebspatienten in Bochum und im gesamten Ruhrgebiet sind wir eine wichtige, kompetente Adresse. Die Krebsmedizin ist hochkomplex geworden und entsprechend hat sie sich stark spezialisiert. Dieser Entwicklung sind wir in unseren Krankenhäusern konsequent gefolgt, indem wir zertifizierte Zentren gebildet und uns zielgenau auf unsere Stärken konzentriert haben. Damit tragen wir den Vorgaben der Politik Rechnung.“

Katholisches Klinikum Bochum gehört zu den besten deutschen Krankenhäusern

22.10.2019

Top-Platzierungen in der neuen FOCUS-Klinikliste 2020

Das Katholische Klinikum Bochum (KKB) hat seine seit Jahren bestehende Position
unter den besten deutschen Krankenhäusern erneut bestätigt. Dies ergibt sich aus der
heute neu erschienenen Liste „Top-Kliniken 2020“ des Nachrichtenmagazins FOCUS.
Im Ruhrgebiet erreichte das KKB den zweiten Platz, in Nordrhein-Westfalen Platz sieben
und bundesweit unter den insgesamt rund 1900 Krankenhäusern Platz 34. Unter den
freigemeinnützigen Trägern belegt das KKB in Deutschland Platz eins. Auch unter den
privaten Trägern ist kein einziges Klinikum höher eingeordnet.
Basis für die Rangliste ist in erster Linie die Bewertung von niedergelassenen Ärzten.
Nur wenn eine Klinik von ihnen überdurchschnittlich häufig empfohlen wird, kommt sie
für eine Top-Platzierung in Betracht. Ebenso fließen in die Bewertung nach FOCUS-Angaben die Patientenzufriedenheit, der Behandlungserfolg bei Operationen,
Komplikationsquoten, die technische Ausstattung, die Zahl der Ärzte und Qualifikation
der Pflegekräfte sowie der Hygienestandard ein.
Prof. Christoph Hanefeld, Medizinischer Geschäftsführer des KKB: „In zahlreichen
ärztlichen Fachrichtungen haben wir uns entsprechend den politischen Vorgaben
konsequent spezialisiert und können dadurch eine hohe medizinische Qualität anbieten.
Zugleich steht menschliche Zuwendung für uns obenan. Beides zu kombinieren ist
wichtig. Durch die Top-Platzierung in der FOCUS-Liste sehen wir uns auf diesem Weg
bestätigt.“
In zahlreichen ärztlichen Disziplinen landete das Katholische Klinikum Bochum weit
vorne, insbesondere mit seinem Universitätsklinikum St. Josef-Hospital. In besonderem
Maße gilt dies für die Diabetologie und die Behandlung der Multiplen Sklerose im Bereich
der Neurologie. Dort wurden auch die Parkinson- und Alzheimer-Medizin hoch gelistet.
Weitere Spitzenränge erreichten die Kinder-Diabetologie in der Universitätskinderklinik
Bochum, die Geriatrie im Marien-Hospital Wattenscheid, die Gefäßchirurgie, Kardiologie,
Strahlentherapie, Wirbelsäulen-Chirurgie, Gallenblasen- und Gallenwegs-Chirurgie
sowie die Behandlung von Darmkrebs und Hautkrebs.

Dr. Christian Raible als weiterer Geschäftsführer des Katholischen Klinikums Bochum berufen

02.10.2019

Auch im vergangenen Jahr ist das Katholische Klinikum Bochum (KKB) weiter gewachsen. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, ist Herr Dr. Christian Raible (40) vom Aufsichtsrat zum 1. Oktober 2019 als weiterer Geschäftsführer berufen worden. Herr Franz-Rainer Kellerhoff nimmt gemeinsam mit ihm die kaufmännische Geschäftsführung wahr. Dadurch kann die Zukunft des KKB kontinuierlich gestaltet werden. Herr Prof. Christoph Hanefeld füllt weiterhin die Position als Medizinischer Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung aus.

Dr. Raible stammt aus Ulm. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften promovierte er in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Anschließend war er mehrere Jahre bei der Wirtschaftsberatung Roland Berger sowie für die Schön Klinik in leitender Funktion tätig.

Konzertabend zugunsten der Palliativversorgung

12.09.2019

Bis zum letzten Platz gefüllt war die Kapelle des St. Josef-Hospitals am 1. September bei der Premiere von „Lucia & Friends“, einem Charity-Konzert des Fördervereins Lucia Palliativ e.V.: Mehr als 120 Patienten, Angehörige, Klinikmitarbeiter und Interessierte genossen unter dem Motto „Barock meets Pop“ zunächst klassische Klänge des „ensemble 30-12“ (mit Servicegesellschaft-Leiter Dr. Dietmar Thönnes als Flötisten!) ehe das „BE-Sound-Duo“ populäre Popsongs mit gelungenen Arrangements interpretierte. Zum Abschluss streichelten feine Häppchen und Getränke die Geschmackssinne. Das Publikum bedankte sich nicht nur mit reichlich Applaus sondern spendete auch großzügig zugunsten der Unterstützung der Arbeit auf der Palliativstation und im palliativen Konsildienst. Mit den gesammelten Spenden des Abends und weiteren Spenden finanziert der Förderverein u.a. Trauerbegleiter für Kinder sowie musik- und kunsttherapeutische Angebote – wichtige Elemente, deren Kosten von den Kranken- und Pflegekassen nicht getragen werden. Initiatorin Barbara Bludau aus dem Palliativstation-Pflegeteam: „Wir bedanken uns gleichermaßen bei den Künstlern wie bei unseren Spendenpartnern für die Unterstützung. Der Erfolg macht uns Mut, weitere Konzertabende zu organisieren."

Erste Evaluierung eines computerbasierten Hörtrainings im Rahmen des Train2Hear-Projektes

21.08.2019

Im Juli hat für die Bochumer CI-Träger, die im Rahmen ihrerzweijährigen Rehabilitation nach der Cochlea Implantation einmal wöchentlich zum Hörtraining in unser CI-Zentrum Ruhrgebiet kommen, die erste Erprobung eines computerbasierten Hörtrainings begonnen. Dieses „Train2hear“-Programm wurde in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit Kampmann Hörsysteme GmbH, der Hochschule für Gesundheit, der Ruhr-Universität Bochum und Q2Web GmbH im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojektes, das von der EU gefördert wird (EFRE), konzipiert, weiterentwickelt und implementiert.

Unsere Patienten haben nun erstmals die einmalige Möglichkeit, im häuslichen Umfeld ein Hörtraining allein am Tablet zu absolvieren. Dabei durchlaufen sie verschiedene Übungen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades, die in eine Europareise (Train2Hear) eingebettet sind. So gibt es im Pariser Straßencafé Aufgaben zum Zahlen- und Satzverständnis, in London sind die Übungen Teil einer Stadtrundfahrt und am Flughafen müssen Durchsagen und Wetterberichte verstanden werden. Ziel der Testphase ist es, den Aufbau, Inhalt sowie die Handhabung des Programms für die Nutzer zu prüfen und außerdem die Auswirkungen eines computerbasierten Trainings auf die Hörleistungen zu ermitteln.

Obwohl die Testphase bereits begonnen hat, können Patienten des CI-Zentrums Ruhrgebiet gerne noch teilnehmen. Bei Interesse an einer Teilnahme dürfen Sie sich im Sekretariat des CI-Zentrums melden (Tel.: 0234/ 509-8390, E-Mail: sekretariat@ci-zentrum-ruhrgebiet.de). Für die Teilnahme werden keine größeren Erfahrungen mit dem Computer vorausgesetzt, da alle Teilnehmer vor Beginn eine ausführliche Einführung erhalten. Während der Erprobung wird den Teilnehmern ein Tablet leihweise zur Verfügung gestellt. Des Weiteren steht bei Fragen das Projektteam jederzeit zur Verfügung.

Physiotherapie des Katholischen Klinikums Bochum übernimmt Betreuung der VfL SparkassenStars

02.08.2019

Die dem Katholischen Klinikum Bochum (KKB) angegliederte RuhrSportReha geht für die Saison 2019/20 eine umfassende Kooperation mit den VfL SparkassenStars ein. Bei jedem Training und jedem Spiel des Bochumer Basketball-Zweitligisten wird ein Mitarbeiter der RuhrSportReha vor Ort sein und die physiotherapeutische Betreuung übernehmen. Hinzu kommt die Behandlung nach Verletzungen. Axel Kautz, stellvertretender Leiter: „Wenn ein so hochklassiger Verein mit uns arbeitet, ist dies ein weiterer Vertrauensbeweis und bestätigt unsere Arbeit, die wir auch auf der Ebene des Leistungssports leisten.“ In vielen Bereichen des Spitzensports, vom Fußball über die Leichtathletik bis hin zum Bobsport ist die RuhrSportReha bei Top-Vereinen und Nationalmannschaften vertreten. Axel Kautz selbst ist Dozent im Deutschen Olympischen Sportbund.

Mario Blessing (27), Aufbauspieler der VfL SparkassenStars, nutzte gleich den ersten Besuch des kompletten Teams in der RuhrSportReha für einen Verband am rechten Fußgelenk, wo er sich im November 2018 das Innenband gerissen hatte. Nun hofft er auf eine gute Saison. Die Physiotherapie ist für ihn ein enorm wichtiger Teil des Mannschaftsgefüges, weit über die Versorgung nach Akutverletzungen hinaus: „Insbesondere mit dem Athletik-Training muss sie eng abgestimmt sein.“

Tödliche Erbkrankheit Huntington - Potenzielles Huntington-Medikament verträglich

08.07.2019

Ein Medikament gegen die bislang unheilbare Erbkrankheit Morbus Huntington zielt darauf ab, die Belastung des Gehirns durch schadhafte Genprodukte zu reduzieren. Erstmals hat ein internationales Konsortium bei Huntington-Kranken untersucht, wie verträglich die Substanz ist.

Das potenzielle Huntington-Medikament Ionis-HTT-Rx (RG6042) hat sich in einer klinischen Studie als verträglich erwiesen und senkt dosisabhängig die Menge des schadhaften Proteins Huntingtin im Nervenwasser. In der plazebo-kontrollierten Studie mit 46 Patientinnen und Patienten stellten die Mediziner fest, dass die Substanz keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auslöst. Der Wirkstoff zielt darauf ab, unter anderem die Produktion des schadhaften Proteins Huntingtin einzudämmen. Aufgrund der kurzen Behandlungsdauer kann die Studie noch keine Aussagen zur klinischen Wirksamkeit des Medikaments liefern. "Wir hoffen, dass die Huntington-Krankheit dank des Medikaments weniger schnell verläuft und sich vielleicht sogar Symptome zurückbilden", sagt der Ulmer Neurologe Prof. Dr. G. Bernhard Landwehrmeyer, der die klinische Studie in Deutschland leitet.

Die Ergebnisse zur Verträglichkeit berichten die Forscherinnen und Forscher im New England Journal of Medicine vom 13. Juni 2019. Das University College London koordinierte die Studie. In Deutschland beteiligt waren die Abteilung für Neurologie des Universitätsklinikums Ulm/Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (Prof. Dr. G. Bernhard Landwehrmeyer), das Huntington-Zentrum NRW am St. Josef-Hospital - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (Prof. Dr. Carsten Saft) und die Charité - Universitätsmedizin Berlin (Prof. Dr. Josef Priller).

Schwache Nebenwirkungen

Das Medikament wurde per Lumbalpunktion direkt ins Nervenwasser verabreicht. 12 der 46 Patientinnen und Patienten erhielten ein Plazebo. Bei den übrigen Teilnehmern wurde in verschiedenen Kohorten die Dosis schrittweise im Verlauf der Studie gesteigert. Keiner der Patienten berichtete schwere Nebenwirkungen. Einige klagten über leichte Kopfschmerzen, die jedoch auch in der Plazebogruppe auftraten. "Dies ist die typische Nebenwirkung einer Lumbalpunktion, und ist nicht auf den Wirkstoff zurückzuführen", erklärt Carsten Saft, Leiter des klinischen Bereichs am Bochumer Huntington-Zentrum.

Substanz vermindert die Belastung des Gehirns mit schadhaften Genprodukten

Die Forscher beobachteten außerdem, dass das Medikament die Menge des Proteins Huntingtin im Nervenwasser verringerte - ein Hinweis, dass die Substanz so wirkt wie beabsichtigt. "Wir können allerdings noch keine Aussagen zur klinischen Wirksamkeit machen", betont Carsten Saft. "Dafür war die Patientenzahl zu klein."

Ziel ist es, dass der Wirkstoff die Menge der schadhaften Huntingtin-Genprodukte und auch des schadhaften Proteins Huntingtin im Gehirngewebe senkt; allerdings kann die Proteinmenge nicht direkt im Gehirn bestimmt werden, sondern nur indirekt im Nervenwasser. "Sollte die Verringerung des Huntington-Proteins gelingen, kann man auch über eine Behandlung noch nicht erkrankter Familienmitglieder nachdenken, die die entsprechende genetische Veränderung in sich tragen", so Bernhard Landwehrmeyer.

Wirkmechanismus

Bei der Huntington-Krankheit liegt eine Mutation in einem einzigen Gen vor, die dazu führt, dass eine schadhafte Form des Proteins Huntingtin erzeugt wird. Betroffene leiden typischerweise an einer Bewegungsstörung mit unwillkürlichen Überbewegungen. Außerdem kommt es häufig zu einer Wesensveränderung und zu psychischen Veränderungen. Die Krankheit wird autosomal-dominant vererbt: Jeder Nachkomme eines Huntington-Patienten hat eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, Mutationsträger zu sein und selbst zu erkranken.

Bei dem Wirkstoff Ionis-HTT-Rx (RG6042) handelt es sich um ein sogenanntes Antisense-Oligonukleotid. Es dockt an die Boten-RNA an, die eine Kopie des Huntingtin-Gens ist. Die Boten-RNA transportiert den Bauplan für das Protein aus dem Zellkern in die Zellflüssigkeit. Dort wird basierend auf dem Bauplan das Protein Huntingtin erzeugt. Wenn die Boten-RNA durch das Antisense-Präparat blockiert ist und abgebaut wird, wird weniger Huntingtin gebildet. Tierversuchsstudien haben gezeigt, dass die Substanz die Huntingtin-Menge im Gehirn reduziert; darüber hinaus waren die Symptome der Mäuse geringer ausgeprägt.

Weitere Studien geplant

Die Pharmafirma, die die Studie finanzierte, hat gerade eine größere Untersuchung begonnen, die die klinische Wirksamkeit des Medikaments testen soll (Phase-III-Studie). Für diese weltweite Studie sollen etwa 660 Teilnehmer rekrutiert werden, denen das Medikament über zwei Jahre in regelmäßigen Abständen per Lumbalpunktion direkt in das Nervenwasser verabreicht wird.

Anhand dieser Daten wollen die Mediziner auch Veränderungen untersuchen, die sie bislang nicht eindeutig interpretieren konnten, beispielsweise eine unerwartete Veränderung der Hirnventrikel, die sie in der aktuellen Studie bei den Patienten beobachteten.

25 Jahre Huntington-Zentrum NRW

Das Huntington-Zentrum NRW gehört mit etwa 800 Patientinnen und Patienten, die betreut werden, zu den größten der Welt. Das Zentrum ist Mitglied des europäischen Huntington-Netzwerkes (EHDN) und nimmt an der weltweiten Beobachtungsstudie "Enroll-HD" teil. Humangenetiker (Leiter: Prof. Dr. Huu Phuc Nguyen) und Neurologen (Klinikdirektor: Prof. Dr. Ralf Gold) mit besonderer klinischer Kompetenz arbeiten hier intensiv in Klinik und Forschung zusammen, um eine umfassende psychosoziale Betreuung nicht nur für direkt Betroffene zu gewährleisten, sondern auch für deren Umfeld. 2019 feiert die Einrichtung ihr 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass findet am 14. September ein internationales Symposium für Betroffene und Ärzte im Hörsaalzentrum des St. Josef-Hospitals statt.

Huntington-Forschung und -Behandlung in Ulm

Das Huntington-Zentrum der Abteilung Neurologie (Leiter: Prof. Dr. Albert C. Ludolph) der Ulmer Universitätsmedizin betreut regelmäßig rund 500 Patientinnen und Patienten. Das Huntington-Zentrum Ulm ist Sitz der zentralen Koordination des europäischen Huntington-Netzwerkes, das von 2004 bis 2014 von Prof. Dr. G. Bernhard Landwehrmeyer geleitet wurde. Prof. Landwehrmeyer ist auch Leiter der weltweiten prospektiven Kohorten-Studie "Enroll-HD" mit über 21.000 Teilnehmern, die wichtige Einblicke in den natürlichen Krankheitsverlauf bietet. 2018 hat ein neuer Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Ulm die Arbeit aufgenommen (Standortsprecher: Prof. Dr. Albert C. Ludolph); Schwerpunkt des DZNE-Standorts Ulm sind seltenere neurodegenerative Erkrankungen wie die Huntington-Krankheit. Die Universitätsmedizin bringt neben einem großen Patientenkollektiv Biomaterialien und viel Erfahrung in klinischen Studien ein.

Förderung

Die Forschung wurde unterstützt von Ionis Pharmaceuticals und F. Hoffmann-La Roche.

Originalveröffentlichung

Sarah J. Tabrizi et al.: Targeting Huntingtin expression in patients with Huntington's Disease, in: New England Journal of Medicine, 2019, DOI: 10.1056/NEJMoa1900907