Team

Dr. Jürgen Frech

Leiter Unternehmenskommunikation

0234/509-6104

Vassilios Psaltis

Pressereferent

0234/509-2744

Annette Wenzig

Pressereferentin

0234/509-2755

Jahresmagazin

Das Katholische Klinikum Bochum hat seinen erfolgreichen Weg fortgesetzt und auch im vergangenen Jahr schwarze Zahlen geschrieben. Die Zahl der Mitarbeiter wurde erneut gesteigert. In besonderem Maße galt dies für die Pflege. Die fünf Krankenhäuser im Verbund des KKB behandelten rund 50.000 Patienten stationär und 157.500 ambulant.

"Im Krankenhaus sind wir extrem nah am Menschen. Diese Herausforderung nehmen wir an – mit all unserer Expertise."

Dr. Ing. E.h. Wilhelm Beermann (Vorsitzender des Aufsichtsrates),
Prof. Dr. Christoph Hanefeld (Sprecher der Geschäftsführung)
Dipl.-Oec. Franz-Rainer Kellerhoff (Kaufmännischer Geschäftsführer)

Die aktuelle Ausgabe steht Ihnen hier als Download zur Verfügung.

Aktuelles

Physiotherapie des Katholischen Klinikums Bochum übernimmt Betreuung der VfL SparkassenStars

02.08.2019

Die dem Katholischen Klinikum Bochum (KKB) angegliederte RuhrSportReha geht für die Saison 2019/20 eine umfassende Kooperation mit den VfL SparkassenStars ein. Bei jedem Training und jedem Spiel des Bochumer Basketball-Zweitligisten wird ein Mitarbeiter der RuhrSportReha vor Ort sein und die physiotherapeutische Betreuung übernehmen. Hinzu kommt die Behandlung nach Verletzungen. Axel Kautz, stellvertretender Leiter: „Wenn ein so hochklassiger Verein mit uns arbeitet, ist dies ein weiterer Vertrauensbeweis und bestätigt unsere Arbeit, die wir auch auf der Ebene des Leistungssports leisten.“ In vielen Bereichen des Spitzensports, vom Fußball über die Leichtathletik bis hin zum Bobsport ist die RuhrSportReha bei Top-Vereinen und Nationalmannschaften vertreten. Axel Kautz selbst ist Dozent im Deutschen Olympischen Sportbund.

Mario Blessing (27), Aufbauspieler der VfL SparkassenStars, nutzte gleich den ersten Besuch des kompletten Teams in der RuhrSportReha für einen Verband am rechten Fußgelenk, wo er sich im November 2018 das Innenband gerissen hatte. Nun hofft er auf eine gute Saison. Die Physiotherapie ist für ihn ein enorm wichtiger Teil des Mannschaftsgefüges, weit über die Versorgung nach Akutverletzungen hinaus: „Insbesondere mit dem Athletik-Training muss sie eng abgestimmt sein.“

Tödliche Erbkrankheit Huntington - Potenzielles Huntington-Medikament verträglich

08.07.2019

Ein Medikament gegen die bislang unheilbare Erbkrankheit Morbus Huntington zielt darauf ab, die Belastung des Gehirns durch schadhafte Genprodukte zu reduzieren. Erstmals hat ein internationales Konsortium bei Huntington-Kranken untersucht, wie verträglich die Substanz ist.

Das potenzielle Huntington-Medikament Ionis-HTT-Rx (RG6042) hat sich in einer klinischen Studie als verträglich erwiesen und senkt dosisabhängig die Menge des schadhaften Proteins Huntingtin im Nervenwasser. In der plazebo-kontrollierten Studie mit 46 Patientinnen und Patienten stellten die Mediziner fest, dass die Substanz keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auslöst. Der Wirkstoff zielt darauf ab, unter anderem die Produktion des schadhaften Proteins Huntingtin einzudämmen. Aufgrund der kurzen Behandlungsdauer kann die Studie noch keine Aussagen zur klinischen Wirksamkeit des Medikaments liefern. "Wir hoffen, dass die Huntington-Krankheit dank des Medikaments weniger schnell verläuft und sich vielleicht sogar Symptome zurückbilden", sagt der Ulmer Neurologe Prof. Dr. G. Bernhard Landwehrmeyer, der die klinische Studie in Deutschland leitet.

Die Ergebnisse zur Verträglichkeit berichten die Forscherinnen und Forscher im New England Journal of Medicine vom 13. Juni 2019. Das University College London koordinierte die Studie. In Deutschland beteiligt waren die Abteilung für Neurologie des Universitätsklinikums Ulm/Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (Prof. Dr. G. Bernhard Landwehrmeyer), das Huntington-Zentrum NRW am St. Josef-Hospital - Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (Prof. Dr. Carsten Saft) und die Charité - Universitätsmedizin Berlin (Prof. Dr. Josef Priller).

Schwache Nebenwirkungen

Das Medikament wurde per Lumbalpunktion direkt ins Nervenwasser verabreicht. 12 der 46 Patientinnen und Patienten erhielten ein Plazebo. Bei den übrigen Teilnehmern wurde in verschiedenen Kohorten die Dosis schrittweise im Verlauf der Studie gesteigert. Keiner der Patienten berichtete schwere Nebenwirkungen. Einige klagten über leichte Kopfschmerzen, die jedoch auch in der Plazebogruppe auftraten. "Dies ist die typische Nebenwirkung einer Lumbalpunktion, und ist nicht auf den Wirkstoff zurückzuführen", erklärt Carsten Saft, Leiter des klinischen Bereichs am Bochumer Huntington-Zentrum.

Substanz vermindert die Belastung des Gehirns mit schadhaften Genprodukten

Die Forscher beobachteten außerdem, dass das Medikament die Menge des Proteins Huntingtin im Nervenwasser verringerte - ein Hinweis, dass die Substanz so wirkt wie beabsichtigt. "Wir können allerdings noch keine Aussagen zur klinischen Wirksamkeit machen", betont Carsten Saft. "Dafür war die Patientenzahl zu klein."

Ziel ist es, dass der Wirkstoff die Menge der schadhaften Huntingtin-Genprodukte und auch des schadhaften Proteins Huntingtin im Gehirngewebe senkt; allerdings kann die Proteinmenge nicht direkt im Gehirn bestimmt werden, sondern nur indirekt im Nervenwasser. "Sollte die Verringerung des Huntington-Proteins gelingen, kann man auch über eine Behandlung noch nicht erkrankter Familienmitglieder nachdenken, die die entsprechende genetische Veränderung in sich tragen", so Bernhard Landwehrmeyer.

Wirkmechanismus

Bei der Huntington-Krankheit liegt eine Mutation in einem einzigen Gen vor, die dazu führt, dass eine schadhafte Form des Proteins Huntingtin erzeugt wird. Betroffene leiden typischerweise an einer Bewegungsstörung mit unwillkürlichen Überbewegungen. Außerdem kommt es häufig zu einer Wesensveränderung und zu psychischen Veränderungen. Die Krankheit wird autosomal-dominant vererbt: Jeder Nachkomme eines Huntington-Patienten hat eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, Mutationsträger zu sein und selbst zu erkranken.

Bei dem Wirkstoff Ionis-HTT-Rx (RG6042) handelt es sich um ein sogenanntes Antisense-Oligonukleotid. Es dockt an die Boten-RNA an, die eine Kopie des Huntingtin-Gens ist. Die Boten-RNA transportiert den Bauplan für das Protein aus dem Zellkern in die Zellflüssigkeit. Dort wird basierend auf dem Bauplan das Protein Huntingtin erzeugt. Wenn die Boten-RNA durch das Antisense-Präparat blockiert ist und abgebaut wird, wird weniger Huntingtin gebildet. Tierversuchsstudien haben gezeigt, dass die Substanz die Huntingtin-Menge im Gehirn reduziert; darüber hinaus waren die Symptome der Mäuse geringer ausgeprägt.

Weitere Studien geplant

Die Pharmafirma, die die Studie finanzierte, hat gerade eine größere Untersuchung begonnen, die die klinische Wirksamkeit des Medikaments testen soll (Phase-III-Studie). Für diese weltweite Studie sollen etwa 660 Teilnehmer rekrutiert werden, denen das Medikament über zwei Jahre in regelmäßigen Abständen per Lumbalpunktion direkt in das Nervenwasser verabreicht wird.

Anhand dieser Daten wollen die Mediziner auch Veränderungen untersuchen, die sie bislang nicht eindeutig interpretieren konnten, beispielsweise eine unerwartete Veränderung der Hirnventrikel, die sie in der aktuellen Studie bei den Patienten beobachteten.

25 Jahre Huntington-Zentrum NRW

Das Huntington-Zentrum NRW gehört mit etwa 800 Patientinnen und Patienten, die betreut werden, zu den größten der Welt. Das Zentrum ist Mitglied des europäischen Huntington-Netzwerkes (EHDN) und nimmt an der weltweiten Beobachtungsstudie "Enroll-HD" teil. Humangenetiker (Leiter: Prof. Dr. Huu Phuc Nguyen) und Neurologen (Klinikdirektor: Prof. Dr. Ralf Gold) mit besonderer klinischer Kompetenz arbeiten hier intensiv in Klinik und Forschung zusammen, um eine umfassende psychosoziale Betreuung nicht nur für direkt Betroffene zu gewährleisten, sondern auch für deren Umfeld. 2019 feiert die Einrichtung ihr 25-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass findet am 14. September ein internationales Symposium für Betroffene und Ärzte im Hörsaalzentrum des St. Josef-Hospitals statt.

Huntington-Forschung und -Behandlung in Ulm

Das Huntington-Zentrum der Abteilung Neurologie (Leiter: Prof. Dr. Albert C. Ludolph) der Ulmer Universitätsmedizin betreut regelmäßig rund 500 Patientinnen und Patienten. Das Huntington-Zentrum Ulm ist Sitz der zentralen Koordination des europäischen Huntington-Netzwerkes, das von 2004 bis 2014 von Prof. Dr. G. Bernhard Landwehrmeyer geleitet wurde. Prof. Landwehrmeyer ist auch Leiter der weltweiten prospektiven Kohorten-Studie "Enroll-HD" mit über 21.000 Teilnehmern, die wichtige Einblicke in den natürlichen Krankheitsverlauf bietet. 2018 hat ein neuer Standort des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Ulm die Arbeit aufgenommen (Standortsprecher: Prof. Dr. Albert C. Ludolph); Schwerpunkt des DZNE-Standorts Ulm sind seltenere neurodegenerative Erkrankungen wie die Huntington-Krankheit. Die Universitätsmedizin bringt neben einem großen Patientenkollektiv Biomaterialien und viel Erfahrung in klinischen Studien ein.

Förderung

Die Forschung wurde unterstützt von Ionis Pharmaceuticals und F. Hoffmann-La Roche.

Originalveröffentlichung

Sarah J. Tabrizi et al.: Targeting Huntingtin expression in patients with Huntington's Disease, in: New England Journal of Medicine, 2019, DOI: 10.1056/NEJMoa1900907

Katholisches Klinikum Bochum stellt strategische Weichen für neues Wachstum

21.06.2019

Nach der Übernahme des Martin-Luther-Krankenhauses in Wattenscheid stellt die Katholisches Klinikum Bochum gGmbH (KKB) standortübergreifend die Weichen für neue bedeutende Strukturveränderungen. „Sie betreffen insbesondere den OP-Bereich. Unser Ziel ist es zu wachsen und die Stärken aller unserer Häuser im Sinne einer Konzentration und Spezialisierung von Leistungen noch besser als bisher zur Geltung zu bringen“, betont der Medizinische Geschäftsführer des KKB, Prof. Christoph Hanefeld. Der Aufsichtsrat hat diesem Konzept zugestimmt.

Ein Schwerpunkt ist die Ansiedlung des Endoprothetik-Zentrums im Martin-Luther-Krankenhaus, das dadurch deutlich gestärkt wird. Dieser Schritt erfolgt voraussichtlich zum 1. Oktober 2019. Die Endoprothetik ist ein wichtiger Teil der Universitäts-Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des KKB (Direktor Prof. Tobias Schulte). Das neue Zentrum wird gemeinsam von Prof. Roland Willburger und Herrn Hendrik Bulok geführt. Es konzentriert sich auf Gelenkoperationen, insbesondere an Knie und Hüfte, und fasst Aktivitäten zusammen, die das KKB auf diesem Gebiet an mehreren Standorten seit langem erfolgreich betreibt.

„Die Zusammenlegung der Endoprothetik und Rheumaorthopädie des St. Elisabeth-Hospitals mit der Revisions-Endoprothetik (bisher im St. Josef-Hospital) verbessert die Gesamtversorgung unserer Patienten und ermöglicht am gemeinsamen Standort im Martin-Luther-Krankenhaus eine Ausweitung des bisherigen Versorgungsangebotes“, betont Prof. Willburger. Auch Hendrik Bulok begrüßt die neue Struktur gerade im Interesse der Patienten: „Die Abläufe und Standards der Versorgung werden gemeinschaftlich stetig verbessert und sorgen für eine hohe Patientenzufriedenheit und Qualität unseres Angebotes. Ich freue mich auf die neuen Möglichkeiten und die Entwicklung des Prothesenzentrums.“

Das St. Elisabeth-Hospital, gelegen mitten in der Bochumer City und für die Notfallversorgung wichtig, wird durch zusätzliche Kapazitäten gestärkt. Ein Teil der viszeralchirurgischen Untersuchungen sowie proktologische Operationen, ein sehr bedeutender Teil des chirurgischen Leistungsangebots, werden im Herbst 2019 dorthin verlagert. Bisher werden diese Operationen unter Leitung von Oberarzt Bernd Bolik im St. Josef-Hospital durchgeführt.

„Durch die Einführung minimal-invasiver Methoden mit Laser bei proktologischen Erkrankungen (Hämorrhoiden, Anal- und Steißbeinfisteln) haben wir eine neue Möglichkeit, dem enormen Anstieg der Patientenzahlen in diesem Bereich gerecht zu werden“, betont Prof. Waldemar Uhl, Direktor der Universitätsklinik für Viszeral- und Allgemeinchirurgie im KKB. „Vorgesehen ist im St. Elisabeth-Hospital neben dem Ausbau zu einem zertifizierten Colo-Proktologie-ZentrumHospital ein Beckenboden-Zentrum in Kooperation mit den gynäkologischen Kollegen vor Ort.“ Schon bisher wurde PD Dr. Peter Kern, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe, bei bestimmten Operationen chirurgisch unterstützt. Dies wird nun unter einem Dach erfolgen.

Das Venenzentrum des KKB wird von Bochum-Gerthe ins Martin-Luther-Krankenhaus umziehen. Geplant ist dort ein interdisziplinäres Gefäßzentrum. Die Verlagerung ist zum Anfang 2020 geplant. Neben der konservativen Behandlung von Venenerkrankungen bilden Operationen auch hier einen wichtigen Teil des Behandlungsspektrums. Das KKB-Venenzentrum unter Leitung von Prof. Achim Mumme (Direktor Gefäßchirurgie) und Prof. Markus Stücker (Geschäftsführender Direktor der Universitätsklinik für Dermatologie) ist das größte seiner Art im Ruhrgebiet und eins der größten bundesweit.

„Für uns ist dieses neue Konzept ein wichtiger strategischer Schritt. Zudem bauen wir im St. Josef-Hospital unser neues OP-Zentrum und spezialisieren uns auch hier weiter. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um im Interesse der Patienten zielgerichtet neues Wachstum zu schaffen“, so Prof. Hanefeld. Das KKB ist an sechs Klinikstandorten mit konzernweit 5250 Mitarbeitern, 1570 Betten sowie 227.700 stationär und ambulant behandelten Patienten eine der großen Klinikverbundgesellschaften im Ruhrgebiet.

Katholisches Klinikum Bochum setzt ersten Spatenstich für den neuen OP-Trakt

19.06.2019

Historischer Tag für das Katholische Klinikum Bochum (KKB): Auf dem Gelände des St. Josef Hospitals (Klinikum der Ruhr Universität) ist heute feierlich der erste Spatenstich für den neuen OP-Trakt gesetzt worden. Mit rund 30 Millionen € gehört das Projekt zu den größten Investitionen in der Geschichte des Klinikums. Im Haus S, wie das neue Gebäude im Katholischen Klinikum heißt, entstehen acht OP-Säle, die vollintegriert nach modernster Technik gebaut werden und individuell steuerbare Einrichtungen sowie gläserne Wände erhalten. Dadurch sind sie besonders leicht zu reinigen und erfüllen höchste Hygieneanforderungen.
Ebenfalls untergebracht werden im Haus S eine operative Intensivstation mit 22 Betten sowie drei Bettenstationen. Die Bauzeit wird mit rund zwei Jahren veranschlagt. Der KKB-Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Wilhelm Beermann wies beim Spatenstich darauf hin, dass das Katholische Klinikum schon seit Jahren einer der größten Investoren im mittleren Ruhrgebiet ist: „Wir sind stolz, diesen Weg auch mit dem neuen Projekt fortzusetzen.“

Katholisches Klinikum Bochum übernimmt Seniorenzentrum St. Anna-Stift

18.06.2019

Die Katholisches Klinikum Bochum Holding gGmbH baut ihre Aktivitäten in der Altenpflege deutlich aus. Von der Kirchengemeinde Liebfrauen in Altenbochum wird das Seniorenzentrum St. Anna-Stift übernommen. Es bietet Raum für 140 Bewohnerinnen und Bewohner - in 98 Einbett- und 21 Zweibettzimmern. Beschäftigt werden insgesamt 130 Mitarbeiter.

Das Altenheim blickt auf eine Tradition von mehr als 100 Jahren zurück. Mit einer Investition von rund sechs Millionen Euro ist es umfangreich modernisiert worden. Diese Arbeiten wurden erst vor wenigen Wochen abgeschlossen. Hintergrund für diese Investition war u.a. die Vorgabe des Landes, wonach eine solche Einrichtung zu mindestens 80 Prozent aus Einzelzimmern bestehen muss.

„Der Anteil der älteren Menschen in der Bevölkerung nimmt immer weiter zu. Nicht jeder von ihnen hat die Möglichkeit, in seinen eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Wir fühlen uns verpflichtet, diesen Menschen ein attraktives Angebot zu machen“, betont Prof. Christoph Hanefeld, Medizinischer Geschäftsführer des KKB.

Mit einem kleineren Altenheim, dem Seniorenstift Maria-Hilf in Bochum-Gerthe, ist das Unternehmen schon heute in der Altenpflege vertreten. Darüber hinaus gehört mit dem Zentrum für Altersmedizin und geriatrische Rehabilitation im Marien-Hospital Wattenscheid eine der größten deutschen Geriatrien zum KKB-Verbund. „Vor diesem Hintergrund ist die Übernahme des St. Anna-Stifts mit seinem qualifizierten Personal für uns ein strategischer Schritt“, betont KKB-Geschäftsführer Franz-Rainer Kellerhoff.

Anästhesie des Katholischen Klinikums Bochum erhält Preis für Patientensicherheit 2019

18.06.2019

In Deutschland werden pro Jahr rund 10 Millionen Operationen in Anästhesie durchgeführt. Um das Risiko der Narkose maximal zu reduzieren und den Patienten größtmögliche Sicherheit zu bieten, hat das Katholische Klinikum Bochum ein besonders anspruchsvolles Konzept der Kooperation zwischen Ärzten und Pflegekräften entwickelt. Dafür hat das Team der Anästhesiologie unter Leitung von Prof. Dr. med. Thomas Weber gemeinsam mit zwei anderen Preisträgern den Deutschen Preis für Patientensicherheit erhalten. Verliehen wird er vom Aktionsbündnis Patientensicherheit (Berlin).

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie das Team auf Atemwegsnotfälle während der Operation reagiert. In Analogie zur Luftfahrt sprechen die Bochumer von einer „Cockpit Strategie“. Der Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten erfolgt so schnell und effizient, dass seit Einsatz dieser Strategie sämtliche Atemwegsnotfälle gelöst wurden, ohne dass es zu einer Patientenschädigung durch Sauerstoffmangel (Hypoxie) kam. Oberärztin Dr. Heike Vogelsang dokumentierte dieses Konzept auch wissenschaftlich und publizierte es in diesem Jahr als Erstautorin. Dazu hatte sie im Zeitraum 2010-2016 mehr als 100.000 Narkosen ausgewertet.

„Unser Ziel ist es, sicherer zu sein als die zivile Luftfahrt“, betont Professor Weber. Von den während der Operation kontinuierlich erhobenen Daten definiert die Anästhesiologie zwei konkrete Gradmesser für die Risikokontrolle: Sobald das CO2 der Atemluft sowie der Sauerstoffgehalt des Blutes (Sättigung) eine kritische Schwelle erreichen, wird, ähnlich wie in der Luftfahrt, minutiös die Reaktionskette in Gang gesetzt, um möglichst wenig Zeit zu verlieren und punktgenau zu reagieren. Mindestens fünfmal im Jahr wird ein Simulationstraining durchgeführt.

Der Preis wurde Dr. Vogelsang gemeinsam mit Jean-Noelle Antoinette, dem Leiter der Anästhesie-Pflege des Katholischen Klinikums Bochum, in Berlin überreicht. Die Jury war hochrangig besetzt, u.a. mit Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, der Krankenkassen und Apothekerverbände. Das Grußwort zur Jahrestagung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit stammte von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

18 Ärzte des Katholischen Klinikums Bochum unter den Top-Medizinern in Deutschland

12.06.2019

Das Katholische Klinikum Bochum (KKB) gehört weiterhin zu den führenden

Krankenhäusern in Deutschland. In der neuen Ausgabe des Magazins FOCUS

Gesundheit unter dem Titel „Deutschlands Top-Ärzte“ sind insgesamt 18 KKB-Mediziner

gelistet, die von ärztlichen Kollegen und von Patienten als besonders kompetent

gewürdigt werden. Im vergangenen Jahr waren es noch 15 Mediziner.

Ermittelt wird auch, ob innerhalb einer ärztlichen Disziplin bestimmte Spezialgebiete

abgedeckt werden, welche Eingriffe und Behandlungen ein Arzt anbietet und wie

häufig er sie vornimmt. Zu den Kriterien zählt darüber hinaus die wissenschaftliche

Aktivität, etwa über Publikationen oder die Teilnahme an klinischen Studien.

Aufgeführt werden in der Liste:

  • Prof. Waldemar Uhl (Bauchchirurgie, Tumoren des Verdauungstrakts, Gallenblasen- und Gallenwegs-Chirurgie)
  • Prof. Andreas Mügge (Bluthochdruck und Kardiologie)
  • Prof. Achim Mumme (Gefäßchirurgie und Venen)
  • Prof. Eggert Stockfleth (Hautkrebs)
  • Prof. Ralf Gold und Priv. Doz. Dr. Kerstin Hellwig (Multiple Sklerose)
  • Prof. Juris Meier (Diabetes) Prof. Stefan Dazert (Gehörerkrankungen, Nebenhöhlen-Operationen)
  • Dr. Norbert Teig (Neonatologie)
  • Dr. Klaus Hoffmann (Botox & Filler)
  • Prof. Anke Reinacher-Schick (Tumoren des Verdauungstrakts)
  • Prof. Markus Stücker und Prof. Stefanie Reich-Schupke (Venen)
  • Prof. Uwe Schauer (Neurodermitis)
  • Prof. Irenäus Adamietz (Strahlentherapie)

Neu dabei in der Liste sind Eggert Lilienthal (Diabetes bei Kindern & Jugendlichen), Prof. Ludger Pientka (Akutgeriatrie) und Prof. Tobias Schulte (Wirbelsäulenchirurgie).

Meilenstein auf dem Weg zur Behandlung von erblichem Bauchspeicheldrüsen-Krebs

04.06.2019

Der Krebs in der Bauchspeicheldrüse gilt als einer der gefährlichsten überhaupt. Der Tumor dort ist schwer zu erkennen. Einmal entstanden, wächst er sehr schnell und metastasiert früh. Die Behandlung jedoch hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Ein weiterer wichtiger Schritt auf diesem Weg ist nun eine neue Studie zur Behandlung von Pankreaskrebs-Patienten, deren Erkrankung erblich bedingt ist und die bereits Metastasen aufweisen. Eine solche Form liegt in sechs bis sieben Prozent aller Pankreaskarzinome vor und betrifft insbesondere jüngere Patienten.

Die sogenannte Polo-Studie begann 2014 und zielte auf Patienten, deren Krebs durch eine Keimbahnmutation in den Genen BRCA 1 oder BRCA 2 entstanden ist, d.h. der erblich bedingt ist. Über 3000 Patienten wurden auf diese Genveränderung hin untersucht, 154 von ihnen in die Studie eingeschlossen und nach einer mindestens viermonatigen Chemotherapie mit dem Medikament Olaparib sowie in der Vergleichsgruppe mit Plazebo behandelt. Erstmals präsentiert wurden die Ergebnisse am Sonntag, 2. Juni, in der Plenarsitzung des zurzeit laufenden Krebskongresses der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago (Kindler et al., ASCO 2019, LBA4). Veröffentlicht werden sie im New England Journal of Medicine. Diese Zeitschrift gilt als die weltweit höchstrangige Publikationsplattform für medizinische Forschungsergebnisse.

119 Zentren in zwölf Ländern nahmen an der Studie teil. Als Ko-Autorin beteiligt ist Prof. Anke Reinacher-Schick, Chefärztin der Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin im St. Josef-Hospital Bochum (Klinikum der Ruhr-Universität). Das Pankreaszentrum im St. Josef-Hospital (Leitung: Prof. Waldemar Uhl) ist eines der größten Pankreaszentren Deutschlands. „Die Ergebnisse bedeuten für diese Patientengruppe einen bedeutenden Fortschritt und neue Hoffnung im Kampf gegen diese tückische Krankheit“, betont Prof. Reinacher.

Das getestete Medikament, das zur Behandlung von Eierstock- und Brustkrebs bereits zugelassen ist und international eingesetzt wird, bietet nun auch beim Pankreaskrebs signifikante Fortschritte. Es wirkt als sog. PARP-Inhibitor, greift in die DNA-Reparaturmechanismen ein und führt zum Zelltod in den BRCA-mutierten Zellen.

Prof. Reinacher: „Die Abstände zwischen der ersten Chemotherapie bis zur erneuten Verschlechterung der Erkrankung, also die Chemotherapie-freie Zeit, konnten nahezu verdoppelt werden. Dies betrifft als erbliche Erkrankung vor allem jüngere Patienten mit einem Bauchspeicheldrüsenkrebs.“ Die Behandlung dieser Patientengruppe ist ein wichtiger Schwerpunkt bei Prof. Reinacher und ihrem Team.

Die Konsequenzen waren durch diese schonendere Behandlung enorm. Fast ein Drittel der Patienten wies bei Auswertung der Studie Anfang des Jahres kein Fortschreiten der Krankheit auf. Die untersuchte Behandlungsform ist eine sog. zielgerichtete Therapie. Zielgerichtet („targeted“) bedeutet, dass das Medikament nicht wie mit der Gießkanne verabreicht wird und alle Zellen gleichermaßen schädigt, sondern hochpräzise die jeweils in der Krebszelle veränderten Strukturen beeinflusst. Die Bochumer Ärztin spricht von einem „Meilenstein“. Auch die molekulare Diagnostik wird dadurch aufgewertet. Pro Jahr erkranken allein in Deutschland mehr als 17.000 Menschen an einem Krebs der Bauchspeicheldrüse. Erwartet wird, dass dieses Karzinom schon bald für jeden zweiten Krebstoten verantwortlich sein wird.